Fussball
FC Rothrist schnuppert an der Sensation

Der Aargauer 2.-Ligist konnte seinen ersten Auftritt im Schweizer Cup gegen den Challenge-League-Klub aus Lausanne lange Zeit offen gestalten.

Pascal Kamber
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Le Monts N’Diasse N’Diaye (rechts) kommt mit seiner Fussspitze eher an den Ball als der Rothrister Hazir Zenuni.

Le Monts N’Diasse N’Diaye (rechts) kommt mit seiner Fussspitze eher an den Ball als der Rothrister Hazir Zenuni.

OTTO LÜSCHER

Im Spiel zwischen dem FC Rothrist und Le Mont Lausanne läuft die Schlussphase. Der Gastgeber aus dem Aargau, als krasser Aussenseiter in die Partie gestartet, wirft in der Nachspielzeit beim Stand von 0:1 nochmals alles nach vorne. Tatsächlich erhalten die Rothrister einen Eckball zugesprochen und schöpfen Hoffnung. Aber die Mannschaft von Trainer Willy Neuenschwander bringt aus der verheissungsvollen Situation nichts Zählbares zustande und muss sich kurz darauf mit der knappen Niederlage zufrieden geben, obwohl man lange an der Sensation geschnuppert hat.

«Natürlich ist die Enttäuschung gross», sagte FCR-Captain Markus Mijatovic. «Wir wollten bis zur 20. Minute kein Gegentor kassieren und konnten die Null bis zur Pause halten. Dann schlafen wir und Le Mont nutzt diesen Fehler aus», ärgerte sich der Mittelfeldspieler über jene verhängnisvolle Aktion nach dem Seitenwechsel. Während die Rothrister mit ihren Gedanken noch in der Garderobe schienen, erwischte Musa Araz den FCR-Torhüter Kay Trost mit seinem schwierigen, aber nicht unhaltbaren Aufsetzer in der weiten Ecke und brachte seine Farben mit 1:0 in Front.

Ein ärgerlicher Gegentreffer

Der Gegentreffer war für die Rothrister umso ärgerlicher, weil sie bis zu diesem Zeitpunkt in der eigenen Hälfte äusserst kompakt auftraten. Mit dieser Taktik brachte der 2. Ligist den Klub aus der zweithöchsten Schweizer Spielklasse gehörig in Verlegenheit. Zusätzlich sorgte der Unterklassige mit seinen Kontern für Unruhe in Le Monts Defensive, scheiterte aber entweder am eigenen Unvermögen oder am starken Torhüter Signori Antonio. Dieser entschärfte in der 39. Minute einen zu tief geratenen Lobversuch von Manuel Zobrist und lenkte nach 53 Minuten einen wuchtigen Schuss des FCR-Stürmers in letzter Sekunde über die Latte.

«Den Lob muss er einfach machen – besonders in einem Spiel, in dem man nicht sieben oder acht Torchancen erhält», haderte Willy Neuenschwander mit dem fehlerhaften Abschlussverhalten seines Offensivmanns. Der Rothrister Trainer zeigte sich aber zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. «Meine Spieler haben eine hervorragende Leistung abgeliefert und mussten sich zu keiner Zeit verstecken. Darauf dürfen sie stolz sein», lobte Neuenschwander seine Schützlinge. Ob die knappe Niederlage als Motivationsspritze für den weiteren Meisterschaftsverlauf dienen wird, konnte der Oftringer nicht abschätzen. «Für die Moral war das Spiel sicher gut, aber davon kann man nichts kaufen.»