Fussball
FC Lenzburg verliert daheim - nicht gerecht, aber Tatsache

Zwei bärenstarke Torhüter hielten ihre Mannschaften im Spiel – wenn das Spiel nur schon in der 88. Minute fertig gewesen wäre… Der FC Lenzburg kam nicht um die vierte Niederlage (1:2) der Saison herum.

Mike Barth
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Der FC Lenzburg konnte gegen den FC Subingen nicht punkten.

Der FC Lenzburg konnte gegen den FC Subingen nicht punkten.

Roland Jaus

Getreu dem Motto «aller guten Dinge sind drei» wollten die Jungs von Andi Hediger nach zuletzt zwei Erfolgserlebnissen gegen Wohlen und YF Juventus Zürich auch im heutigen Heimspiel gegen Aufsteiger Subingen als Sieger vom Platz.

Aus verschiedenen Gründen musste Trainer Andi Hediger auch im vierten Heimspiel dieser Saison auf einige wichtige Spieler verzichten. So waren am heutigen Spiel die verletzten Giuseppe Bellaroba, Aleksandar Markaj, Roman Müller und Fabio Sommer sowie Stephan Wernli (Chappeau und herzlichen Glückwunsch zur neuen Frisur – Bundesrat und Verteidigungsminister Ueli Maurer hätte seine helle Freude daran gehabt und irgendwie wurden auch Erinnerungen an das Merino-Schaf Chris, welches vor kurzem über 40 kg Wolle abgegeben hat, wach...!!!) nicht mit von der Partie.

Auf der Ersatzbank nahmen Boris Vasevski, Luca Giampa, Bruno Justino, Luca De Lucia, Dino Duvnjak und Ersatzkeeper Rajko Abadzic vorerst Platz. Beim Lenzburger Fanionteam gab Neuzugang Arshik Ahmetaj sein Debut in den Farben Blau-Weiss.

Der Held der Feuerwehr

Der heutige Gast aus Subingen ist mit drei Siegen und zwei Unentschieden über den Erwartungen in die neue Saison gestartet. Bei besten äusseren Bedingungen, einem sehr schön gepflegten Rasen, warmen Temperaturen und 80 Zuschauerinnen und Zuschauern pfiff Schiedsrichter Aleksandar Vidic die Partie pünktlich um 18.00 Uhr an.

Kurz nach Spielbeginn war man der Meinung, dass vor dem Tor der Einheimischen ein Grossbrand entfacht wurde. Auf jeden Fall legten die Gäste aus Subingen los wie die Feuerwehr, was die Gastgeber zu erheblichen Problemen führte. Der einzige Lenzburger, welcher in dieser Spielphase einen tatsächlichen Grossbrand ohne Atemschutzgerät überlebt hätte, wäre Heimkeeper Silvan Geissmann gewesen...!

Aber nun einmal alles der Reihe nach: Debutant Arshik Ahmetaj brillierte nach 47 Sekunden ein erstes Mal...mit einem kapitalen Fehlpass der gröberen Sorte. Fabian Kummer nahm dieses Geschenk dankend an, fand aber seinen Meister ein erstes Mal in der Person von Silvan Geissmann. Mit einer sensationellen Parade verhinderte dieser den ersten Gegentreffer.

Geissmann klärte in Weltklasse-Manie

Wiederum nur 30 Sekunden nach dieser Aktion war erneut das grosse Können unserer Nummer 1 gefragt. Nach einer Flanke von der linken Angriffsseite stand Stürmer Pascal Winistörfer ganz alleine vor Silvan Geissmann. Nach dem wuchtigen Kopfball des Subinger Angreifers griff Heimkeeper Geissmann in seine Magie-Kiste und zauberte den Ball mit einer Weltklasse-Parade irgendwie um den linken Pfosten. Bei dieser Aktion zeigte sich «Wini», wie er von seinen Mitspielern und Fans liebevoll genannt wird, eher als «Winnie Pooh» – der todsichere Führungstreffer hätte hier eigentlich erzielt werden müssen!

Nach den ersten fünf Spielminuten wussten die Einheimischen noch nicht, wie es in der Platzhälfte der Subinger überhaupt aussah – sie waren mit Katz und Maus mit Abwehrarbeiten beschäftigt, dass an ein Gegenangriff gar nicht zu denken war!

Mit dem notwendigen Glück des Tüchtigen überstanden die Platzherren schlussendlich das Anfangsfeuerwerk der Gäste aus Subingen. Die erste vielversprechende Offensivaktion der Einheimischen ereignete sich in der achten Spielminute. Nach einem Absprachefehler in der Subinger Innenverteidigung zögerte Diego Sandmeier keine Sekunde und nahm volles Risiko. Seine Granate löste zwar keinen Vollbrand im Subinger Gehäuse aus, war aber dennoch wunderschön anzusehen.

Den Vollbrand in den Griff bekommen

In der 11. Minute war es wiederum Diego Sandmeier, welcher sich offensiv in Szene setzen konnte. Seine flache Hereingabe von der linken Seite verpasste Toma Culjak in der Mitte nur ganz knapp. Die Einheimischen waren nun definitiv in der Partie angekommen – die Feuerlöscher schienen endgültig versorgt zu sein!

Nur zwei Zeigerumdrehungen später spielte Iksan Akyol seinen Mitspieler Diego Sandmeier ideal frei. Vor dem erfolgreichen Torschuss konnte ein Subinger Innenverteidiger gerade noch erfolgreich ins Spielgeschehen eingreifen und den Ball zu Gunsten des ersten Eckballs für die Wilmatte-Jungs befreien.

In der 15. Minute war es wiederum Iksan Akyol, welcher einen magistralen Pass zu spielen wusste. Sein Abnehmer bei dieser Aktion war Fidan Tafa, welcher nicht lange fackelte und seine Farben mit einem satten Schuss aus rund 18 Metern mit 1:0 in Front schoss!

Nach 18 Minuten schlich sich Abwehrstratege Simone Parente bei einem stehenden Ball in den Strafraum der Gäste. Flankengott Iksan Akyol sah seinen in Position gelaufenen Captain – dessen Kopfball konnte ein Subinger Innenverteidiger gerade noch auf der Torlinie für seinen geschlagenen Keeper retten.

Nach dem kapitalen Fehlpass in der ersten Minute darf auch die erste nennenswerte Offensivaktion unseres Neuzugangs aus Gränichen erwähnt werden. So schnappte sich Arshik Ahmetaj in der 26. Minute das Leder, liess seinen Gegenspieler gekonnt aussteigen und drosch den Ball in Richtung Gästekeeper Pascal Schwaller. Dieser brauchte dann aber nicht einzugreifen, da das Leder doch deutlich am linken Torpfosten vorbei kullerte.

In der 33. Minute war auch ersichtlich, dass bei Subingen nicht nur Messis und Ronaldos auf dem Platz standen. Mit seinem Foulfreistoss aus rund 25 m war der Freistossschütze (aus Diskretionsgründen wird auf die Namensnennung verzichtet) in der Mauer hängen geblieben und löste damit einen brandgefährlichen Konter über Captain Simone Parente und Diego Sandmeier aus.

Die perfekte Flanke von Diego Sandmeier konnte sein mitgelaufener Sturmpartner Fidan Tafa mit dem Kopf leider nicht verwerten – der Ball flog knapp über das Tor. Mit diesem Bilderbuchangriff über drei Stationen hätten die Einheimischen den zweiten Treffer eigentlich verdient gehabt.

Führung zur Halbzeitpause

Nach 36 Minuten brachte ein weiter Einwurf von Arshik Ahmetaj die nächste Gefahr für die Gäste aus Subingen. Aus dem Gewühl heraus landete das Objekt der Begierde bei Toma Culjak. Mit seinem Scharfschuss von der Strafraumgrenze zwang unser fleissiger Mittelfeldmotor Gästekeeper Pascal Schwaller zu einer sehenswerten Parade.

Kurz vor dem Pausenpfiff tauchten die Gäste noch einmal gefährlich im Strafraum der Einheimischen auf. Wiederum war es Pascal Winistörfer, welcher die Lenzburger Innenverteidigung vor Probleme stellte. Aber auch bei dieser Aktion gab es am glänzend spielenden Silvan Geissmann kein Vorbeikommen – unser Torwart war wiederum Herr der Lage und krallte sich das Leder bombensicher.

Und einmal mehr brachte unser Schlussmann die Subinger Offensivkräfte an den Rand der Verzweiflung – der Lenzburger Keeper schien heute eine unüberwindbare Festung zu sein! Die Lenzburger Verantwortlichen werden selbstverständlich dafür besorgt sein, dass auch Silvan Geissmann zu seinem wohlverdienten Rendezvous mit Zoë Saldaña kommen wird – es muss nur noch dafür gesorgt sein, wer sich in der Zwischenzeit um deren Ehemann kümmert...

So gingen die Lenzburger mit der knappsten aller Führungen in die Halbzeitpause. Die Gäste sind sehr fulminant und spielbestimmend in die Partie gestartet und haben die ersten Minuten der Partie nach Belieben dominiert. Man war froh, dass die Einheimischen nach ihrem sehr verhaltenen Start in den ersten rund zehn Minuten den Standby-Modus auch verlassen haben und sich in der Folge ein Chancenplus erarbeiten konnten.

Nach dem wohlverdienten Pausentee kehrten beide Mannschaften in unveränderter Aufstellung auf den Rasen zurück. Man war natürlich gespannt, ob Subingen wiederum wie von der Tarantel gestochen aus der Kabine kommen würde, wie dies zu Beginn der ersten Halbzeit der Fall war. Die Zuschauerinnen und Zuschauer mussten sich aber sagenhafte fünf Minuten gedulden, bis endlich etwas Nennenswertes auf dem Spielfeld passierte.

Da waren in dieser Zeit die Diskussionen von Mami Akyol mit den Subinger Schlachtenbummlern viel interessanter, als das Spielgeschehen zu Beginn der zweiten Halbzeit... Auf jeden Fall kamen die Gäste nach einem Abspielfehler von Iksan Akyol in der 50. Minute durch Samoell Prenaj zu einem erstklassigen Torabschluss. Der Schütze hatte aber sein Visier bei diesem Schuss aus 18 Metern noch nicht richtig eingestellt – so flog das Leder knapp über das Tor.

Tor nach offenem Schlagabtausch

Nur eine Zeigerumdrehung später war es der sehr lauffreudige Diego Sandmeier, welcher von einem Missverständnis in der Subinger Hintermannschaft profitierte. Doch auch gegen den strammen Schuss hatte Gästekeeper Pascal Schwaller das richtige Rezept und wusste diesen mirakulös zu entschärfen.

Es war nun ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben. Nach einem Subingen-Einwurf der Marke «Pleiten, Pech und Pannen» wusste sich die Lenzburger Hintermannschaft an der Strafraumgrenze nur noch mit einem Foul zu helfen.

Den fälligen Freistossball zirkelte der Subinger Schütze herrlich auf den Schopf von Samoell Prenaj, welcher mit einem schön platzierten Kopfball die Lenzburger Festung ein erstes Mal knacken konnte. Gegen diesen Kopfball war auch für den sonst bärenstarken Lenzburger Keeper Silvan Geissmann kein Kraut gewachsen. So konnte das Spiel nach 57 Minuten wieder von vorne beginnen.

Die Jungs von Andi Hediger steckten diesen Treffer weg und versuchten ihrerseits, das Spiel wieder in die eigenen Hände zu nehmen und möglichst bald wieder in Führung zu gehen. Nach einer gut getimten Flanke von Toma Culjak kam Fidan Tafa in der 62. Minute zu einer nächsten vielversprechenden Torchance. Mit diesem Kopfball konnte er aber Gästekeeper Pascal Schwaller keine Sorgenfalten bereiten. Vielmehr wusste dieser den Kopfball mit einem Lächeln auf den Stockzähnen aus der Luft zu pflücken.

Wird es «Wini» noch richten?

Aber auch die Gäste waren sich nicht zu schade, um auch ihre Offensivbemühungen zu intensivieren. So kam Stürmer Pascal Winistörfer in der 66. Minute zu seiner nächsten Chance. Doch auch in dieser Aktion zeigte der Goalie dem Stürmer den Meister. Die zahlreich angereisten Zuschauer aus Subingen waren sich sicher, dass ihr «Wini» heute schon noch einen Treffer erzielen werde!

In der 72. Minute durften die Einheimischen einen weiteren Eckball treten. Captain Simone Parente schraubte sich wie ein Superpuma-Helikopter in die Höhe, setzte zu einem wuchtigen Kopfball wie aus dem Bilderbuch an und konnte sich schlussendlich von seinen Mitspielern feiern lassen... Zu schön wäre es gewesen – Teufelskerl Pascal Schaller wusste auch diese Topchance mit einer mirakulösen Parade zum Entsetzen aller Lenzburger zu vereiteln.

Mit dieser unglaublichen Rettungstat avancierte der Gästekeeper definitiv zum Spielverderber Nr. 1 aus Sicht der Einheimischen!

Drei Minuten später rollte die nächste Angriffswelle aufs Gehäuse der Gäste. Fidan Tafa sah seinen in Position gelaufenen Sturmpartner Diego Sandmeier und setzte diesen ideal ein. Leider traf dieser den Ball nicht optimal und so endete dieser vielversprechende Angriff mehr oder weniger mit einer Torwartrückgabe...

In der 76. Minute war es wiederum Diego Sandmeier, welcher sein Glück mit einem Direktschuss versuchte. Und erneut war es Subingens Schlussmann Pascal Schwaller, welcher den wunderschönen Schuss von Diego Sandmeier auf seine Art und Weise entschärfen konnte. Mit dieser sensationellen Parade durfte Pascal Schwaller definitiv zum «Man of the Match» ernannt werden!

Das Unentschieden reichte nicht

In den letzten zehn Minuten plätscherte das Spiel nun vor sich hin. Keine der beiden Mannschaften wollte nun zu viel riskieren, man gab sich beidseitig mit dem unentschiedenen Spielstand zufrieden. Beidseitig? Nein, in der 88. Minute erkämpfte sich Mattia Sasso das Leder, fasste sich aus grosser Distanz ein Herz und erwischte den etwas zu weit vor seinem Tor postierten Heimkeeper Silvan Geissmann mit einem blitzsauberen Briefkastentor.

Und wieder einmal wurde die alte Fussballweisheit «Wer die Tore vorne nicht macht, wird hinten bestraft!» gnadenlos in die Tat umgesetzt! Irgendwie weckte dieser Spielverlauf Erinnerungen an die am Nachmittag stattgefundene Partie zwischen den Bayern und Augsburg – da war es einfach ein geschenkter Penalty in der letzten Minute, welcher die Augsburger auf die Verliererstrasse brachte.

Der Schock sass bei den Einheimischen tief – auf jeden Fall konnten sie in der Nachspielzeit auf diesen Rückstand nicht mehr reagieren. So musste das Team von Andi Hediger eine weitere, völlig unnötige und aufgrund des Spielverlaufs auch absolut unverdiente Niederlage einstecken. Ein Unentschieden wäre heute wohl das gerechte Ergebnis gewesen, was auch der mitgereiste und sehr sympathische Subinger Anhang am Schluss der Partie fairerweise zugegeben hat.

Beim FC Dulliken solls wieder bergauf gehen

Es ist natürlich mehr als nur schade, dass es eine weitere knappe Niederlage gegen ein Team aus der Spitzengruppe zu verkraften und zu verarbeiten gibt. Doch mit Jammern alleine gewinnt man halt höchstens einen Blumenstock!

Es gilt nun, den Kopf ja nicht in den Sand zu stecken, getreu dem Motto «Immer schön locker und sexy bleiben!». In diesem Sinne bleibt es zu hoffen, dass die Truppe von Andi Hediger im nächsten Ernstkampf wieder auf die Siegesstrasse zurückkommen wird. Die nächste Chance dazu bietet sich bereits am kommenden Sonntag, 20. September 2015, 14.00 Uhr, im dritten Auswärtsspiel dieser Saison. Die Reise führt in den Kanton Solothurn, wo der FC Dulliken als Gastgeber wartet!

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