Danijel Kovacevic ballt erst die Fäuste und streckt dann die Arme in die Höhe. Schliesslich umarmt der überglückliche Trainer des FC Klingnau einen Spieler nach dem anderen. «Geschafft», sagt er mit einem schelmischen Lächeln. «Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Wir kamen zu Beginn mit dem Druck nicht zurecht. Wir agierten viel zu nervös. Egal! Jetzt wird gefeiert. Zuerst in Klingnau, dann gehts auf nach Zürich! Gut möglich, dass wir jetzt die Nacht zum Tag machen.»

Ein rauschendes Fest bis in die Morgenstunden hat sich der FC Klingnau redlich verdient. Nach dem 5:1-Sieg im Heimspiel vor zwei Wochen stand der 29. Aargauer Cup-Final gegen Suhr nämlich im Zeichen der Revanche. Und weil die Klingnauer zuletzt neunmal in Folge im Cup und in der Meisterschaft gewonnen haben, gingen sie als klarer Favorit in die Partie.

Klingnau jubelt über Sieg im Aargauer Cup

Klingnau jubelt ausgelassen.

  

Der zweite Titel in drei Jahren

Alles andere als ein Erfolg des Teams der Stunde wäre eine grosse Überraschung gewesen.
Es war allerdings der FC Suhr, der am Anfang vor 1200 Zuschauern das Spieldiktat bestimmte und in den ersten 20 Minuten ein Chancenplus hatte. Fatium Zeqiraj verpasste den Führungstreffer für den Aussenseiter nur knapp. Mitte der ersten Halbzeit kam Klingnau besser ins Spiel und nützte die erste Chance gleich zum Führungstreffer. Zu Beginn der zweiten Hälfte überstürzten sich die Ereignisse. Sven Käser glich für Suhr mit einem herrlichen Kopfball zum 1:1 aus.

Die Freude des Aussenseiters war aber nur von kurzer Dauer. Eine Minute später schoss Krisztian Paraszhidisc das 2:1. Und nach dem Doppelschlag von Shqiprim Thaqaj zum 3:1 und zum 4:1 war der Mist geführt.

Doppeltorschütze Shqiprim Thaqaj schiesst das vierte Klingnauer Tor.

Doppeltorschütze Shqiprim Thaqaj schiesst das vierte Klingnauer Tor.

Das 4:2 von Drazan Savic kurz vor Schluss war nur noch Resultatkosmetik. Logisch, dass der Champagner in den Reihen der Klingnauer dank des zweiten Aargauer-Cup-Sieges innert dreier Jahre in Strömen floss.

Klingnau reitet auf Erfolgswelle

Das Team von Trainer Kovacevic reitet momentan auf einer Erfolgswelle. Wer weiss? Vielleicht reicht es im Schlussspurt der Zweitliga-Meisterschaft sogar noch zum Aufstieg. Leader Eagles Aarau scheint langsam, aber sicher die Luft auszugehen. Der FC Klingnau aber eilt von Sieg zu Sieg. Des einen Leid, des andern Freud: Suhr-Trainer Salvatore Romano war sichtlich enttäuscht. «Hätten wir zu Beginn die Chancen genützt, wäre vielleicht mehr möglich gewesen», sagte er. «Als Aussenseiter haben wir uns tapfer geschlagen. Der Knackpunkt war das schnelle Gegentor nach unserem 1:1. Das hat uns das Genick gebrochen. Schliesslich war die individuelle Klasse ausschlaggebend für den Sieg des FC Klingnau.»

Klingnaus Trainer Danijel Kovacevic im Interview

Mit dem Sieg der Klingnauer ging das Aargauer Fussballfest 2018 in Frick zu Ende. Für die Führungscrew des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) mit Präsident Hans Aemisegger und Geschäftsführer Hannes Hurter an der Spitze war der 29. Aargauer Cup-Final ein voller Erfolg. Logisch, dass sich die AFV-Verantwortlichen schon auf die 30. Austragung freuen. Diese geht am 30. Mai 2019 im Dägerli in Windisch über die Bühne. Im Wissen, dass der FC Windisch vom früheren Spitzenfussballer und ehemaligen FCA-Sportchef Raimondo Ponte präsidiert wird, kann in gut einem Jahr nichts schiefgehen. Das nächste Highlight aus Sicht des AFV findet noch in diesem Jahr statt: Es ist die Aargauer Fussball-Gala am 17. November in Brugg.