Fussball
FC Gränichen: Die Könige der Nachspielzeit

Nach vier Niederlagen in Folge feiert der FC Gränichen in der 2. Liga interregional ausgerechnet gegen Leader Langenthal den ersten Sieg seit Ende März. Rado Vasic markierte das Siegestor in der Nachspielzeit.

Dario Trost
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Gränicher Jubel nach dem Siegestreffer.

Gränicher Jubel nach dem Siegestreffer.

Franz Schefer

Der FC Gränichen lebt noch. Nach einer einmonatigen Durststrecke landete die Wüsttruppe in einer spannenden und nervenaufreibenden Partie den lang ersehnten Befreiungsschlag. Gegen den FC Langenthal überzeugte die Mannschaft mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung, die mit einem Last-minute-Treffer von Rado Vasic belohnt wurde. Gränichen und die Nachspielzeit. Diese Kombination scheint in der Rückrunde zu harmonieren. Drei Siege feierten die Gelbschwarzen im Fussballjahr 2014. Dreimal gelang der entscheidende Treffer in letzter Minute.

Langenthal dominiert die erste Halbzeit

Die Vorzeichen für einen Erfolg gegen den Leader sahen vor dem Spiel allerdings alles andere als gut aus. Gränichen - Langenthal, dies bedeutete auch das Aufeinandertreffen der schlechtesten Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam, Aufsteiger gegen Ligakrösus und vier Niederlagen in Folge gegen fünf Siege in Serie.

Die erste Halbzeit wiederspiegelte die Kräfteverhältnisse dann auch klar. Der FC Langenthal war die aktivere Mannschaft und schnürte den FCG regelrecht in dessen Platzhälfte ein. Mal für Mal scheiterten die Gäste am gut aufgelegten Livio Buchser im Gränicher Tor oder am eigenen Unvermögen. Als es bereits danach aussah, als ob die Platzherren das 0:0 in die Pause retten könnten, schlug der FCL aber zu. Marcel Hügli, dessen Freistoss von Buchser kurz davor an die Latte gelenkt wurde, traf in der 45. Minute zum verdienten 1:0.

Gränichen kommt besser auf

Den zweiten Durchgang konnte der FC Gränichen ausgeglichener gestalten. Zwar hatte das Team Glück, dass Grégory Gemperle 20 Sekunden nach Wiederanpfiff die grosse Chance zum 2:0 verpasste, doch nun spielten die Gränicher ebenfalls zielstrebiger nach vorne. Und dies mit Erfolg: Ivan Lopez, schön lanciert von Antonio Aiello, erzielte nach knapp einer Stunde den Ausgleich. Der FC Langenthal, der in der zweiten Halbzeit nicht mehr so stark aufspielte wie im ersten Durchgang, fand die passende Antwort auf den Ausgleich in der 70. Minute. Nach einem langen Ball aus der Abwehr stand Volkan Karaboga plötzlich alleine vor dem Tor und bezwang Buchser zur erneuten Berner Führung.

Vasic trifft in der 93. Minute

Wer nun glaubte, der Aufsteiger breche ein und Langenthal setze zur Kür an, sah sich bitter getäuscht. Die Platzherren kämpften unermüdlich weiter und kamen in der 81. Minute zum neuerlichen Ausgleich. Nachdem Savanovic im Langenthaler Tor einen Freistoss von Marc Wehrli nur gegen vorne abwehren konnte, drückte Innenverteidiger Denis Krebs den Abpraller über die Linie. Die Gäste wollten sich mit nur einem Punkt offensichtlich nicht zufriedengeben und drückten in der Schlussphase unaufhörlich in Richtung Gränicher Tor. Gefährlich wurde es allerdings nur noch einmal und zwar in der 92. Minute als Buchser ein wuchtiges Gerät von Jan Hartmann aus der Ferne zur Ecke klärte. Hinten völlig entblösst, lief der Leader eine Minute später in den entscheidenden Konter. Vojan Cvijanovic schickte den eingewechselten Rado Vasic auf die Reise und dieser behielt alleine vor Savanovic die Nerven. Eiskalt schob die Gränicher Nummer zehn den Ball in die kurze Ecke und wurde nur Sekunden später unter einer gelbschwarzen Jubeltraube begraben. Danach war Schluss. Der FC Gränichen feierte den dritten Heimerfolg in dieser Saison und nach dem 2:1 in Bern Ende März, den zweiten Sieg gegen einen aktuellen Leader.

In der Tabelle klettert der FCG auf den siebten Rang und ist nun bei 30 Zählern angelangt. In der nächsten Partie trifft man am kommenden Sonntag (11. Mai) auswärts auf Tabellennachbar Porrentruy. Das Spiel wird um 16.00 Uhr im Stade du Tirage angepfiffen.