Francesco Gabriele hat klare Ziele. «Ich möchte die Emotionen und Hoffnungen erfolgreicher Zeiten des FC Baden neu aufleben lassen», sagt der 35-Jährige, der in den nächsten Tagen die Ausbildung zur Uefa Prolizenz abschliessen wird. «Und ich will den jungen, talentierten Spielern im Aargau eine zusätzliche Ausbildungsplattform im Schweizer Spitzenfussball bieten.» Gesagt, getan. Seit Gabriele den Trainerposten von Domenico Sinardo übernommen hat, geht es mit dem 1.-Ligisten aufwärts. Die Bilanz des 35-Jährigen während der Rückrunde ist eindrücklich: 13 Spiele, 11 Siege, 2 Niederlagen. Zuletzt gewann die Mannschaft neunmal in Folge und kämpft zwei Runden vor Schluss mit Old Boys und dem FC Breitenrain um die zwei Aufstiegsplätze in die 1. Liga Promotion.

Vor dem heutigen Derby gegen den SC Zofingen und dem Spiel in Solothurn in einer Woche herrscht also Hochspannung. Für Gabriele ist nach dem 2:0-Sieg gegen die U21 des FC Zürich am Mittwoch alles offen. «Innerhalb der Mannschaft glauben alle, dass das Unmögliche noch möglich wird», hält Gabriele fest. «Für die Spieler wäre es bitter, wenn sie den Aufstieg nach dieser eindrücklichen Serie nicht schaffen würden.»

Der aktuelle Höhenflug hat viele Gründe. Gabriele sagt: «Ich spüre sowohl in den Trainings als auch in den Spielen eine grosse Leidenschaft und Solidarität. Das Team tritt als verschworene Einheit auf.» Entscheidend für den Aufwärtstrend sind der Umbruch und Verjüngungsprozess in der Winterpause. Mit Yves Scherrer, Raffaele Cardiello, Michael Ludäscher, Zelimir Skopljak, Emir Sinanovic. Alessandro Renna und Jan Lanz sind sieben Spieler mit dabei, die einen Teil ihrer Ausbildung im Team Aargau absolviert haben. Dass Gabriele voll auf die Offensive setzt und das Team mit einem 4-3-3-System spielen lässt zahlt sich aus.

Kritiker sind verstummt

Die Entlassung von Sinardo während der Winterpause sorgte für Gesprächsstoff. Schliesslich hat er die Mannschaft in der vergangenen Saison in die Aufstiegsspiele und an die Schwelle der Challenge League geführt. Gabriele hat es während der Rückrunde geschafft, die kritischen Stimmen verstummen zu lassen. Ob der Sprung in die neue 1. Liga Promotion gelingt oder nicht, ist egal: Der FC Baden ist auf dem Weg nach oben. Für Präsident Siegbert Jäckle ist der sportliche Erfolg das eine, die Philosophie des Vereins das andere. Er sagt: «Natürlich ist für uns der Aufstieg ein Anreiz. Der FC Baden ist jedoch in erster Linie ein Ausbildungsverein. Wir wollen unseren Fans attraktiven Fussball bieten.»