Was für ein Zitat von Ranko Jakovljevic vor der Winterpause! «Wir möchten in der Rückrunde so lange wie möglich im Aufstiegskampf mitmischen», sagt der selbstbewusste Trainer des FC Baden nach der gelungenen Vorrunde.

Aufstiegskampf? Warum nicht? Mit dem Gewinn von 29 Punkten aus 14 Spielen ist der 1.-Ligist in der Gruppe 3 auf Rang zwei klassiert und hat die Erwartungen bei weitem übertroffen. Pikant: Baden hat jetzt schon einen Zähler mehr auf dem Konto als in der vergangenen Saison. Damals schaffte die Mannschaft den Ligaerhalt erst dank einem starken Schlussspurt, holte am Ende 28 Punkte und wurde schliesslich Zehnter.

Feine Einzelleistung des Rechtsverteidigers

Jakovljevic und sein Team lancierten die Saison Anfang August mit einem 1:0-Sieg in Mendrisio und schafften zum Auftakt fünf Siege in Folge. Mendrisio war es auch, welches im letzten Spiel in diesem Fussballjahr im Stadion Esp gastierte. Der FC Baden war zwar klarer Favorit, tat sich gegen den aufsässigen Tabellenletzten in der ersten Halbzeit aber schwer.

Captain Luca Ladner erlöste sein Team mit dem Tor zum 1:0 kurz vor der Pause. Dem Treffer ging ein schneller Konter voraus. Mann des Spiels war jedoch Yves Weilenmann: Der 22-jährige Rechtsverteidiger erzielte Anfang der zweiten Halbzeit nach einer feinen Einzelleistung das 2:0 und doppelte nach einer Stunde zum 3:0 nach. Kein Wunder, dass der FC Wohlen vor dieser Saison ein Auge auf den soliden, kämpferisch starken Abwehrspieler geworfen hat, ihn sogar verpflichten wollte.

Offensiv zum Erfolg

Die Situation an der Tabellenspitze ist brisant: Leader Wettswil-Bonstetten (30 Zähler), Baden (29), Red Star (28), Eschen/Mauren (27) und Tuggen (26) sind nur durch vier Punkte getrennt. Und ohne den kleinen Hänger gegen Ende der Vorrunde mit vier sieglosen Spielen in Folge gegen Winterthur II (0:1), Tuggen (2:6), Linth (1:1) und Wettswil-Bonstetten (0:2) wäre für Baden sogar noch mehr möglich gewesen.

Das ist allerdings Jammern auf sehr hohem Niveau: Das junge Team von Trainer Jakovljevic zeigte in der ersten Saisonhälfte auf eindrückliche Art und Weise, was es spielerisch und taktisch drauf hat. Das 3-4-3-System einerseits und das Torverhältnis von 36:20 anderseits ist ein deutlicher Fingerzeig für die offensive Ausrichtung.

Alles scheint möglich zu sein

Das grösste Plus: Die Mannschaft tritt als Einheit auf. Aus dem starken Kollektiv ragen Spieler wie Abwehrchef Juan Pablo Garat, Luca Ladner und die Toptorschützen Christopher Teichmann (8 Tore, 4 Vorlagen) und vor allem Kevin Spadanuda (6 Tore, 6 Vorlagen) heraus. Der 21-jährige Flügelstürmer ist technisch stark, antrittsschnell und ein Versprechen für die Zukunft.
Kein Zweifel: die Spieler des FC Baden dürfen sich nach einer gelungenen ersten Saisonhälfte auf das Mannschaftsessen am 21. November freuen. Mit dieser Mannschaft scheint für den Schlussspurt dieser Saison alles möglich.

Bleibt ein erster Blick auf das Jahr 2019: Trainingsbeginn des FC Baden ist am 14. Januar. Anfang Februar ist ein siebentägiges Trainingslager in Zypern geplant. Und am ersten Wochenende im März folgt der Startschuss zur Meisterschafts-Entscheidung mit dem Auswärtsspiel in Thalwil. Eine Woche später folgt das Heimspiel gegen United Zürich.

Erfreulich: Der FC Baden kann sich auch noch für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups 2019/20 qualifizieren. Nach dem Sieg in der ersten Qualifikationsrunde gegen Zug 94 empfängt er im März den Liga-Konkurrenten Red Star. Das grosse Ziel ist allerdings ein anderes: Dem aktuellen Flirt mit der Aufstiegsrunde soll im nächsten Frühling ein Happy End folgen.