FC Baden
Ein Schock vor der Pause: Goalie Hübel erleidet Brüche im Gesicht und wird operiert

Der FC Baden verliert Goalie Marvin Hübel und dann auch die Cuppartie gegen Biel. Immerhin gibt es eine erste Entwarnung aus dem Spital. Hübel schaut bereits zuversichtlich nach vorne.

Michael Wehrle
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Marvin Hübel ist nach einem Zusammenprall sichtlich gezeichnet. Er zog sich Knochenbrüche im Gesicht zu.

Marvin Hübel ist nach einem Zusammenprall sichtlich gezeichnet. Er zog sich Knochenbrüche im Gesicht zu.

Alexander Wagner

Aus der Traum vom Spiel gegen einen Superligisten vor vollem Haus. Der FC Baden unterliegt im Schweizer Cup dem FC Biel 2:4 (2:2). Schlimmer wiegt aber die Verletzung von Torhüter Marvin Hübel, der zur Pause mit Knochenbrüchen im Gesicht vom Feld musste. Der 18-Jährige wurde am Sonntag im Kantonsspital Baden operiert und schaut gemäss Angaben des Vereins bereits wieder zuversichtlich voraus.

Die Verletzung von Hübel war der Tiefpunkt in einem ansonsten spannenden Cupspiel, an einem Tag, an dem die Sonne auf den neuen Kunstrasen im Badener Stadion Esp brannte. Doch wer glaubte, es entwickle sich ein müder Kick in der ­Sommerhitze, der hatte sich gewaltig getäuscht. Die beiden Mannschaften lieferten sich eine hochstehende, sehr intensive Partie mit dem besseren Ende für die Gäste.

Nach dem Zusammenprall musste er ins Krankenhaus

Die Bieler brachten von Beginn an eine körperbetonte Note ins Spiel. Schiedsrichterin Désirée Grundbacher liess zu Beginn viel laufen, später lief ihr dafür die Partei teilweise aus dem ­Ruder. Der harte Körpereinsatz wurde schliesslich Marvin Hübel zum Verhängnis. Direkt vor der Pause flog der 18-Jährige etwa zehn Meter vor dem Tor in eine Flanke, faustete den Ball weg. Dabei knallte er mit einem ­Bieler Stürmer zusammen, der versuchte, mit dem Kopf an den Ball zu kommen. Beide blieben minutenlang liegen und Grundbacher pfiff zur Halbzeit.

Verlässt den Platz humpelnd und von Kollegen gestützt: Marvin Hübel.

Verlässt den Platz humpelnd und von Kollegen gestützt: Marvin Hübel.

Alexander Wagner

Gestützt humpelte Hübel zur Seitenlinie, legte sich dort wieder hin und wurde dann mit der Trage aus dem Stadion gebracht und direkt ins Spital eingeliefert. Der Torhüter erlitt drei Brüche im Gesicht, darunter ein Jochbeinbruch, und wurde am Sonntag in Baden operiert.

Der FC Biel war etwas schneller, etwas ballsicherer

Marvin Hübels Verletzung war das traurige Ende einer tollen ersten Halbzeit, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Noch in der vergangenen Saison hatten sich beide Teams in der 1. Liga getroffen, inzwischen sind die Bieler in die Promotion League aufgestiegen. Und so sah es auch auf dem Feld aus. Sie waren sicher keine Klasse besser als der FC Baden, aber ­etwas schneller, etwas ball­sicherer und dominierten so das Mittelfeld, ohne allerdings zu den ganz grossen Chancen zu kommen.

Die erste Möglichkeit erarbeiteten sich die Badener, und Chris Teichmann brachte sein Team nach schöner Flanke von Dejan Jakovljevic sehenswert in Führung. Mit dem Aussenrist lupfte er den Ball elegant über den Torhüter. Biel erhöhte in der Folge den Druck, gewann ein Ball mit Mittelfeld und zog mit zwei Stürmern gegen zwei Verteidiger los. Beyer schoss, Hübel konnte nur kurz abwehren und Grasso staubte ab.

Fünf Minuten vor der Pause fiel der Ball nach einem Freistoss Colmartino vor die Füsse, der brachte die Gäste in Führung. Für einen Moment verloren die Bieler dann aber die Konzentration, Baden eroberte nur eine Minute später einen verloren geglaubten Ball zurück. Roman Herger scheiterte noch an Goalie Grivot, doch Michael Weber hämmerte den Ball zum Ausgleich ins Tor.

Ein strenger Platzverweis gegen Yves Weilenmann

Nach der Pause ersetzte Veljko Maksimovic Hübel. Und wahrscheinlich hatten die Badener den Kopf noch nicht ganz frei. Nach einem umstrittenen Freistoss erzielte Mäder völlig frei stehend in der 47. Minute das 3:2. Die Partie schien entschieden, als Yves Weilenmann nach einer Stunde Rot wegen einer Notbremse sah.

Die Spieler versuchen den Fans die Niederlage zu erklären.

Die Spieler versuchen den Fans die Niederlage zu erklären.

Alexander Wagner

«Ich hab ihn leicht getroffen», gab der Badener zu. Stjepanovic lief in dieser Situation tatsächlich alleine Richtung Tor, war aber noch sehr weit aussen. Die Badener gaben nicht auf, ­kamen sogar besser ins Spiel, weil sich die Gäste zurückzogen. Ghomrani beendete dann kurz vor Schluss aber alle Cupträume der Aargauer, als er das 4:2 erzielte.

«Wir haben drei Tore nach stehenden Bällen kassiert», das darf nicht passieren, sagte Badens Trainer Ranko Jakovljevic. Ansonsten aber war er mit dem sehr engagierten Auftritt seiner Mannschaft trotz Niederlage durchaus zufrieden.

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