Es läuft die 53. Minute auf der Pontaise, als Aldin Turkes das 2:0 für Lausanne erzielt und den FC Aarau aus dem Traum von einem Punktgewinn gegen den Tabellenführer reisst. Ausgerechnet Turkes!

Auf den nun schon bei fünf Saisontoren stehenden Stürmer war im Juni auch der FC Aarau heiss. Die Verhandlungen waren so weit fortgeschritten, dass der Transfer nur noch Formsache schien.

Dass Turkes dann aber nicht in Aarau, sondern in Lausanne landete, begründete die «Aargauer Zeitung» in der Ausgabe vom 24. August so: «Gemäss Recherchen kam es auf Verwaltungsratsebene zu ferienbedingten Verzögerungen bei der Transferabwicklung, die dazu führten, dass Lausanne dazwischengrätschte und Turkes ein finanziell deutlich besseres Angebot machte, dem dieser nicht widerstehen konnte.»

So wehrt sich FCA-Vize Geissberger

Gegen diese Ausführungen wehrt sich Roger Geissberger, FCA-Vizepräsident und Leiter Ressort Sport. Er sagt: «Der FC Aarau distanziert sich von der Behauptung in der ‹Aargauer Zeitung›, der Turkes-Transfer sei wegen Abwesenheit eines Verwaltungsrates verschlafen worden. Weder Sportchef Sandro Burki, noch meine Wenigkeit, noch der Präsident waren im Juni im Ausland. Richtig ist, dass der Sportchef mich bat, zusammen mit ihm und dem Präsidenten am 20. Juni mit den Beratern von Turkes zusammen zu sitzen. Der Spieler selber war nicht anwesend.»

Geissberger weiter: «Die Parteien waren sich nach diesem Gespräch zu 95 Prozent über die Konditionen einig und vereinbarten, dass der Spieler am darauffolgenden Wochenende Bescheid gibt. Die Berater gingen anschliessend ins Ausland, um einen grossen Transfer in der Bundesliga abzuwickeln. Als wir vom FCA die Berater am Sonntagabend telefonisch erreichten, hiess es, der Spieler hätte sich mittlerweile mit einem anderen Verein getroffen. Am Montag informierten uns die Berater, dass Turkes eine deutlich höhere Offerte von Lausanne, das mit dem doppelten Budget des FC Aarau operiert, angenommen hat. Das ist sein gutes Recht, leider regiert Geld den Fussball.»