Ist der FC Aarau Favorit in Lausanne? Für diese Frage hat René Weiler nur ein müdes Lächeln übrig. Der Trainer sagt: «Als Aufsteiger ist Aarau in der Super League in keinem Spiel Favorit. Die Partie ist offen. Tendenziell hat Lausanne wegen des Heimvorteils leichte Vorteile.» Glaubt man Weiler, so kreuzt man auf dem Totozettel also am besten die 1, X und 2 an. Mit diesem Tipp ist man mit Sicherheit auf der richtigen Seite.

Dem FC Aarau bietet sich im weiten Rund des Olympiastadions mit Anpfiff am Samstag um 19.45 Uhr die Möglichkeit, mit einem Sieg den Vorsprung auf den Tabellenletzten auf sechs Punkte zu vergrössern. Das wäre die Kür. Mit einem Unentschieden bliebe der Abstand bei drei Zählern. Das wäre die Pflicht. Und sollte der FC Aarau verlieren, wären die beiden Mannschaften punktgleich. Das käme einem Rückschlag gleich. «Solche Rechenspiele sind etwas für Aussenstehende», sagt Weiler. «Wir werden uns topseriös vorbereiten, am Samstag nach Lausanne reisen und versuchen zu gewinnen. So wie wir das in jedem Spiel tun.»

Mehr Torgefahr durch Hallenius

Bezüglich Aufstellung kann Weiler mit Ausnahme von Sven Lüscher aus dem Vollen schöpfen. Der Mittelfeldspieler hat nach dem Innenbandanriss im Knie mit Laufen begonnen und will Anfang nächster Woche den Trainingsbetrieb mit der ersten Mannschaft wieder aufnehmen. Im Vergleich zum Cupspiel gegen Xamax (3:1) dürfte Juan Pablo Garat in die Startformation zurückkehren.

Es ist durchaus möglich, dass der Abwehrchef der Defensive mehr Stabilität verleihen kann. Zu einem Teileinsatz kommt aller Voraussicht nach Linus Hallenius. Der schwedische Mittelstürmer soll für mehr Torgefahr sorgen. Aufpassen muss Sandro Burki: Der Captain holte in den ersten fünf Runden drei gelbe Karten und ist nach der nächsten Verwarnung gesperrt.

Ein Schweizer Schnäppchen

Die Partie in Lausanne ist für den FC Aarau zweifellos wegweisend. Eine Zwischenbilanz kann man jedoch erst nach einem Viertel der Saison, also nach neun Spielen, ziehen: Dazu fehlen nach dem Auftritt im Waadtland noch die Begegnungen gegen Sion, St. Gallen und den FC Zürich.

Nach dem Heimspiel gegen die Walliser am nächsten Samstag kommt es für Weilers Team wegen Länderspielterminen und dem Cupspiel gegen den SC Buochs (2. Liga interregional) zu einer dreiwöchigen Meisterschaftspause. Vielleicht schnappt sich der Super-League-Aufsteiger während dieser Zeit doch noch ein Schweizer Schnäppchen auf dem Transfermarkt. Etwas mehr Qualität in der Offensive könnte nun wirklich nichts schaden.