Frauenfussball

FC Aarau verliert gleich mit 1:11 – doch das ist nicht Hauptthema nach dem Spiel

Der FC Aarau scheidet nach einer 1:11-Klatsche gegen den amtierenden Schweizer Meister FC Zürich aus dem Cup aus. Zu reden gab allerdings nicht nur die Leistung auf dem Platz, sondern die Entlassung des Trainer-Teams im Vorfeld der Partie.

Immer wieder der FC Zürich, so musste es wohl nach der Viertelfinal- Auslosung beim FC Aarau klingen. Bereits in der letzten Saison musste der B-Ligist im Cup gegen den grossen Dominator des Schweizer Frauenfussballs ran und musste sich gegen das Starensemble von Dorjee Tsawa mit einem deutlichen 0:5 begnügen.

Der Underdog wollte seine Haut dieses Mal aber teurer verkaufen, schlug man doch mit den Young Boys bereits einen anderen A-Ligisten im Achtelfinale. Mit dem FCZ wartete aber noch einmal ein anderes Kaliber auf die Mannschaft von Christoph Gautschi.

Zürcher Tormaschinerie

Was für eines bewies Nationalspielerin Fabienne Humm bereits in der dritten Minute mit dem 1:0. Die Aarauerinnen wirkten nun eingeschüchtert, was der grosse Favorit eiskalt auszunutzen wusste. Die Zürcherinnen, die mit drei Stürmerinnen agierten, standen ununterbrochen in der Offensive. Die schnellen Passabfolgen und die Zuspiele in die Tiefe stellten Christoph Gautschis Schützlinge vor grosse Probleme.

So schlug es im Tor des B-Ligisten unaufhörlich ein und bis zur Pause hiess es bereits 0:4 aus Sicht des Underdogs. Dabei konnte sich Aaraus Torhüterin Fabienne Kohler nicht einmal viel vorwerfen lassen, war die eigene Defensive mit einer solch geballten Zürcher Angriffspower doch schlicht und einfach überfordert. Die Schlussfrau war machtlos.

FCA ohne Chance

Im gleichen Stil ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff hiess es schon 0:6. Die Zürcherinnen suchten nun bereits das «Stängeli» und warfen alles nach vorne. So sah sich Aaraus Fabienne Kohler beispielsweise beim 0:7 mit nicht weniger als sieben Zürcherinnen im eigenen Fünfmeterraum konfrontiert, die den Ball irgendwie über die Linie drückten.

Die Gastgeberinnen ihrerseits kamen erst in der 63. Minute nach einer Flanke von Julia Stierli zu ihrer ersten guten Torchance. Erlöst wurden die Aarauerinnen jedoch in der 86. Minute: Die eingewechselte Fatbardha Golaj erzielte noch den Ehrentreffer zum 1:8. Der FCZ seinerseits antwortete mit drei Treffern innerhalb der letzten drei Minuten und setzte dem B-Ligisten somit ein 1:11 ab.

Eine erwartete Niederlage, die in dieser Höhe jedoch mit einer riesigen Klatsche gleichzusetzen ist.Trotz dieses Rückschlags wird beim FCA wohl mehr Diskussionsstoff neben dem Feld herrschen.

Fragezeichen neben dem Rasen

Vor der Partie erhielt das ganze Trainerteam des B-Ligisten die Entlassung per Ende Mai. Dies, obwohl man im letzten Jahr nur wegen eines Tores Unterschied in der Schlussabrechnung knapp den Aufstieg nicht schaffte und auch dieses Jahr, trotz Verjüngungskur, auf Aufstiegskurs ist. FC-Aarau-Trainer Christoph Gautschi zeigt sich dementsprechend enttäuscht: «Wir hätten gerne mit diesem Team weitergearbeitet, akzeptieren aber den Entscheid des Vorstandes.»

Viel zu verdauen also beim NLB-Ligisten. Dabei geht es am nächsten Samstag gegen Chênois bereits wieder in der Meisterschaft weiter.

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