In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst traf der eingewechselte Bengondo nach einer Hereingabe von Polverino mittels Kopfball zum vermeintlichen Aarauer Siegestreffer. Aber in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte Weller nach einer unübersichtlichen Situation doch noch den 2:2-Ausgleich.

Der Punktverlust war aus Aarauer Sicht natürlich ärgerlich, von «zwei verlorenen Punkten» wollte FCA-Trainer René Weiler aber nicht reden, weil «auch wir erst spät zum zweiten Treffer kamen». Insgesamt sah Weiler leichte Vorteile für seine Mannschaft, doch das Remis sei gerecht.

Vielmehr enervierte sich der Übungsleiter über das Verhalten der Schaffhauser Vereinsführung im Vorfeld der Partie. Letztere machte in den Medien massiv Stimmung gegen ihren früheren Coach. Zur Erinnerung: Erst wenige Wochen sind vergangen, seit der damalige Schaffhausen-Cheftrainer René Weiler um die Auflösung seines Vertrags bat, um zum FC Aarau wechseln zu können. Diese Personalrochade hatte drastische Auswirkungen: Die Aarauer sind unter Weiler noch ungeschlagen, während die Munotstädter seither viermal verloren.

Bei Weilers Rückkehr auf die Breite war seinem ehemaligen Arbeitgeber eine gewisse Verunsicherung nicht abzusprechen. Vieles war Stückwerk, was die Gäste anboten. Im Gegensatz zum FCA, der den gefälligeren Kombinationsfussball zeigte. Exemplarisch war die 36. Minute, als Sabanovic nach einem zielstrebigen Spielzug über Burki und Gonçalves die Querlatte traf.

Die Aarauer Bemühungen wurden in der 50. Minute belohnt, als Aratore auf Stojkov zurücklegte und der FCA-Topskorer aus zwölf Metern zur Führung traf. In der Abwehr agierte die Equipe von René Weiler jedoch nicht mehr so unwiderstehlich wie beim 2:0-Erfolg über Lugano. Immer wieder kam es zu turbulenten Szenen im Strafraum der Gäste.

Und in der 58. Minute lag der Ball schliesslich im Aarauer Netz, nachdem Valente völlig freistehend einköpfen konnte.