Hauswirth hat als Bub seinen FC Aarau auf dem Brügglifeld gegen Teams wie Urania Genf, Nordstern Basel, Mendrisiostar oder FC Fribourg in der Nationalliga B spielen sehen. Diese verblassten Namen zeigen: Seine Liebe zum FCA währt schon eine Ewigkeit und sie wird bis zu seinem letzten Atemzug bestehen bleiben. Hauswirth hat aber noch eine andere Leidenschaft. Das ist der Jazz. Ist er mit seinen Freunden Küre, Pesche, Räbe und Grübi zusammen, ist das aber für Hauswirth kein Thema. Seine Kumpels haben mit Jazz nichts am Hut, die stehen eher auf Heavy-Metal oder Indie-Rock. Und natürlich auf Bier und Fussball. Solange nicht Nationalmannschaften involviert sind. Die Schweizer Nati hat Hauswirth und seine Kumpels letztmals im August 2008 interessiert. Als Sandro Burki gegen Zypern zu seinen fünf Länderspielminuten kam.

Jeden zweiten Samstagnachmittag in den Wintermonaten pilgert Hauswirth an die Metzgergasse. Dort finden im «Säli» der Spaghetti Factory die Konzerte des Vereins «Jazz live Aarau» statt. In einem langen Raum stehen Tische und Stühle. Hinter dem schwarzen Vorhang kommt die Bühne zum Vorschein. Es ist ein schlichter Saal. Charme sucht man vergeblich. Die Jazzer loben die Akustik. Die Fensterfront zeigt auf das Mühlegässli. Kein Mensch verirrt sich in diese Gasse. Denn sie führt nirgendwo hin.

Für Hauswirth birgt dieser Hinterhofsaal indes etwas Intimes, Geheimnisvolles. Hier, im Herzen von Aarau, wurde einst der FCA gegründet. Damals stand hier die Brauerei Ryniker, deren Gebäude 1934 abgerissen und das Restaurant Salmen errichtet wurde, die heutige Spaghetti Factory. Für Hauswirth verbinden sich an dieser Stätte seine zwei Leidenschaften zur Symbiose: FC Aarau und Jazz. Er stellt sich vor, wie 21 wackere Aarauer am 26. Mai 1902 um Präsident Emil Faes, Captain Max Hoch und Materialverwalter Ernst Fehlmann an diesem Ort den FC Aarau aus der Taufe hoben und das nachher kräftig mit Bier begossen.

Hauswirth ist sich sicher. Keiner der Jazz-Aficionados denkt jeweils bei den Konzerten, wenn es im Saal so richtig groovt, an den FC Aarau. Aber Hauswirth schon. Er empfindet dies als glückliche Fügung. Für ihn ist dieser spröde Saal ein magischer Ort.