Challenge League

FC Aarau sucht den Königstransfer: Salatic, Janjatovic oder Brahimi?

Kommt Veroljub Salatic, Cupsieger von 2015, nach Aarau?

Kommt Veroljub Salatic, Cupsieger von 2015, nach Aarau?

Der Saisonauftakt hat offenbart: Aarau braucht einen erfahrenen Spielmacher – und auch einen Verteidiger?

Eine Viertelstunde ist seit dem Schlusspfiff vergangen. In den Reihen des FC Aarau ist der Jubel über den Ausgleich in letzter Minute abgeklungen und der Ernüchterung gewichen. Der Ernüchterung darüber, im Brügglifeld gegen ein bescheidenes Wil nur 2:2 gespielt zu haben. Und so stehen Trainer Jurendic, Sportchef Ponte, Präsident Schmid und Vize Geissberger etwas abseits im Kreis und diskutieren angeregt. Über das Resultat, das wegen des Leistungsabfalls nach der Pause, vor allem aber wegen krasser Eigenfehler zustande kam. Irgendwann ist die erste Analyse beendet und das Quartett kommt auf Massnahmen zu sprechen. Auf Nachfrage der «Aargauer Zeitung» lautet der eindeutige Tenor: Es braucht noch einen Transfer. Einen der Marke «Königstransfer».

Die Partie gegen Wil hat bestätigt: Die Ideen des neuen Trainers sind vielversprechend – mit gepflegtem Passspiel und Fokus auf den Flügeln sollen Torchancen kreiert werden. Doch es mangelt an Kreativität. Es fehlt ein Spielmacher. Der von Basel ausgeliehene Arxhend Cani hätte diese Qualitäten, doch der 19-Jährige ist zu jung, um diese Verantwortung alleine zu tragen. Der gesuchte Zehner muss also Erfahrung haben. Am besten in Form von vielen Einsätzen in der Super League.

Nun ist es so: Der Mister X, den Aarau sucht, ist nicht scharf auf die Challenge League. Noch liebäugelt er damit, in der Super League oder im Ausland unterzukommen. Das wird sich aber mit der Zeit ändern und spätestens dann will der FCA ein Bekenntnis, dass das Brügglifeld ein Dürfen und kein Müssen ist. Das zweite Problem: Mister X kostet. Wenn er bei einem Klub unter Vertrag ist, wird eine Ablösesumme fällig. Und ein gestandener Spielmacher hat sicher hohe Lohnforderungen. Das weiss man in Aarau und ist gewillt, das Portemonnaie zu öffnen. Geissberger: «Wir haben Zeit bis Ende August und warten auf eine günstige Gelegenheit. Aber klar: Qualität hat ihren Preis.»

Ein Spielmacher wird also kommen. Es gibt Kandidaten oder solche, die dies werden könnten (siehe unten). Aber: Bleibt es bei diesem einen Transfer? Braucht es nicht auch noch Personal in der Innenverteidigung? Marco Thaler, gegen Wil mit Verdacht auf Hirnerschütterung ausgewechselt, scheint mit dem Schrecken davongekommen zu sein. Doch bleibt er verletzungsfrei? Oldie Garat ist eigentlich als Notnagel vorgesehen. Und hinter Stéphane Besle steht ein dickes Fragezeichen: Kommt er nochmals auf Touren? Ist er mit dem Kopf überhaupt noch Fussballer oder bei der beruflichen Zukunft als Polizist? Es wäre keine Überraschung, wenn auch noch ein Verteidiger kommt.

Dejan Janjatovic (25 Jahre alt, vereinslos, 0,5 Mio. Marktwert)

Schon lange hat Aarau den früheren Bayern-Junior auf dem Zettel, doch noch sind die finanziellen Forderungen des Serben zu hoch. Zudem will er
lieber in der Super League spielen.

Und: Mit dem Kopf war Janjatovic zuletzt nicht beim Fussball, sondern beim tragischen Tod seiner Tochter. Trotzdem: Die FCA-Verantwortlichen stehen mit ihm in Kontakt und sehen in ihm weiterhin den gesuchten Spielmacher.

Mergim Brahimi (24 Jahre, GC, 0,5 Mio. Marktwert)

Er war in der vergangenen Saison noch Captain bei GC, nun scheint man dort nicht mehr auf ihn zu bauen. Brahimi war schon einmal ein halbes Jahr in Aarau (Herbst 2013), konnte damals aber nicht überzeugen. Seither sind vier Jahre vergangen, in denen Brahimi sich stabilisiert hat. Sportlich wohl nicht die erste Wahl des FCA, aber er wäre am ehesten finanzierbar. Brahimi und Janjatovic sind die heissesten Kandidaten.

Veroljub Salatic (31 Jahre, vereinslos, 1 Mio. Marktwert)

Ein Leader durch und durch und der absolute Wunschspieler der FCA-Bosse. Für ihn wären sie bereit, tief in die Taschen zu greifen. Aber wäre das genug? Es heisst, den ehemaligen GC- und Sion-Captain ziehe es ins Ausland. Aarau hat nur dann eine Chance, wenn sich Salatic gegen das grosse Geld und für die Nähe zur Familie in Zug entscheidet. Aber auch so ist es wahrscheinlicher, dass Salatic in der Super League bleibt.

Sejad Salihovic (32 Jahre, vereinslos, 0.7 Mio. Marktwert)

Geld verdient hat der frühere Spielmacher des Bundesliga-Topklubs Hoffenheim genug: Von 2015 bis Ende 2016 spielte er in China, ehe er den Vertrag auflöste und für ein halbes Jahr beim FC St. Gallen anheuerte. Noch ist es zu früh, dass die Challenge League für den exzellenten Freistossschützen zu einer Option werden könnte. Zu realistischen Konditionen würde der FC Aarau ihn wohl mit Handkuss nehmen.

Gianluca Frontino (27 Jahre, Winterthur, 0,55 Mio. Marktwert)

Er kennt die Challenge League, hat ein feines Füsschen und ist, wie man hört, gewillt, nach Aarau zu kommen. Doch der FC Winterthur, der ihn von Thun ausgeliehen hat, legt (noch) sein Veto ein. Verständlich, schliesslich kommt es im nächsten Spiel zum Duell zwischen den ungenügend in die Saison gestarteten Winterthur und Aarau. Momentan also nicht realisierbar – aber wer weiss, was nach dem Duell möglich sein wird.

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