Fussball
FC Aarau: Näher bei der 1. Liga als bei der Super League

Absteiger Aarau enttäuscht auch gegen Wil. Nach dem 1:2 rutscht die zur Zeit völlig verunsicherte Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic in der Tabelle der Challenge League ins hintere Mittelfeld ab.

Ruedi Kuhn
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Verzweifelt

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Zofinger Tagblatt

Ist das bereits der Tiefpunkt? Geht die Talfahrt weiter? In Richtung Nirgendwo? Nach dem blamablen 1:2 des FC Aarau gegen Wil muss man sich all diese Fragen stellen. Petar Aleksandrov, Aaraus Meistertorschütze von 1993, brachte es auf den Punkt: «Es tut weh, dem FC Aarau zuzuschauen.»

Fakt ist, dass der FC Aarau der 1.Liga momentan näher ist als der Super League. Fakt ist, dass die Mannschaft nicht als Einheit auftritt. Sie wirkt unorganisiert, unkonzentriert, verunsichert, ja sie tappt sogar gegen einen schwachen Gegner wie den FC Wil von einem Fettnäpfchen ins andere. Einzelne Spieler zu kritisieren, ist in Krisenzeiten meistens der falsche Weg. Und dennoch: Fakt ist auch, dass der Mazedonier Aco Stojkov lustlos wirkt. Die Auswechslung des Mazedoniers nach Ablauf einer Stunde spricht Bände. Kommt hinzu, dass Jungtorhüter Sascha Studer langsam, aber sicher zu einem Nervenbündel wird und den einen oder andern Ausflug zu viel riskiert.

«Brauchen Erfolgserlebnis»

Und was sagt Trainer Ranko Jakovljevic? Er ist enttäuscht: «Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Nicht mehr und nicht weniger.» Gibts irgendwelche Massnahmen? «Nein», sagt der Coach, «erst einmal muss ich dieses Spiel genauestens analysieren.» Gibts personelle Veränderungen? «Über Personalien», so Jakovljevic, «spreche ich nicht mit Presseleuten. Wenn es etwas zu sagen gibt, dann sage ich das Präsident Alfred Schmid und Sport-Koordinator Urs Bachmann.»

Morgen Dienstag treffen sich Jakovljevic und Bachmann zu einem Vieraugengespräch. Das ist nichts Ungewöhnliches. Solche Unterredungen finden jede Woche statt. Eine Frage: Wird da endlich Klartext gesprochen? Schmid sagt: «Ich habe mehr erwartet. Wir wollten um Platz fünf herum spielen. Nun sind wir auf Rang neun. So kann es nicht weiter- gehen. In der Winterpause müssen wir handeln.» Handeln? Unbedingt. Die Aarauer brauchen in erster Linie einen Abwehrchef, einen Mann fürs Grobe. Eine dominante Persönlichkeit, die für die jungen Spieler ein Vorbild ist.

Was die Aarauer gegen Wil zeigten war schwach. Schwach von A bis Z. Wer gedacht hat, dass nach Sandro Burkis Traumtor zum 1:1 in der 37. Minute ein Ruck durchs Team geht, sah sich getäuscht. Es kam nichts, rein gar nichts. Wenn Burki sagt, dass man jetzt die Nerven nicht verlieren dürfe, dann hat er zwar recht, aber gerade er ist jetzt gefordert. Nun muss der Captain Verantwortung übernehmen.