Fussball
FC Aarau: Mit Kampf und Krampf zur Nullnummer

Der FC Aarau und Chiasso trennen sich in einer weitgehend ereignislosen Partie 0:0. Beide Mannschaften hatten wenige Möglichkeiten und scheiterten im Abschluss.

Ruedi Kuhn
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Die Fans machten den Aarauer Spielern schon vor dem Anpfiff klar, was sie von ihnen gegen Chiasso erwarten. Kurz vor Spielbeginn hielten sie ein Transparent mit einem riesengrossen Adler in die Höhe. Unter dem FCA-Wappentier stand die Aufschrift: Kämpfe Aarau. Kämpfen? Das darf man von Profis eigentlich erwarten. Wie wäre es mit Siegen? Wie wäre es mit einer von A bis Z überzeugenden Leistung? Wie wäre es mit noch mehr Herzblut und Leidenschaft?

Es ist ja nicht so, dass sich Captain Sandro Burki und seine Teamkollegen nicht bemüht hätten. Nur; es will nicht viel gelingen. Bezeichnend war eine Szene nach 77 Minuten. Samel Sabanovic spielt Burki an der Strafraumgrenze frei - Burki schiesst, aber mehr als ein harmloser Roller schaut momentan nicht heraus. Dass die Aarauer ohne den gesperrten Patrick Bengondo und den verletzten Aco Stojkov antreten mussten schwächte das Offensivpotenzial sichtlich. Sabanovic konnte die Erwartungen erneut nicht erfüllen.

Glück für die Aarauer

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Sehr schnell. In der ersten Halbzeit gab es gerade mal eine Chance. Feliciano Magro scheiterte mit einem Abschlussversuch am reflexstarken Studer. Und der FC Aarau? Es dauerte sage und schreibe bis zur 66. Minute, ehe das Team zur ersten Möglichkeit kam. Shkelzen Gashi schoss einen Freistoss aus 17 Metern knapp über das Tor. Sekunden später traf Sabanovic mit einem Kopfball die Oberkante der Latte.

Schliesslich hatten die Aarauer insofern Glück, als dass Almir Gegic nach 87 Minuten mit einem Hammer aus 22 Metern die Latte traf. Kurz darauf musste Studer nach einem Schuss Daniel Alejandro Carraras noch einmal sein ganzes Können zeigen. Und als Sabanovic auch noch die letzte Möglichkeit versiebte blieb es schliesslich bei der Nullnummer.

«Wir müssen Schritt für Schritt gehen»

Und was sagt Trainer Ranko Jakovljevic? Er war trotz des 0:0 nicht unzufrieden und sagte: «Nach den vielen Gegentreffern in den letzten Spielen war es wichtig, dass wir wieder einmal keinen Gegentreffer kassieren mussten. Wir müssen Schritt für Schritt gehen. An gutem Willen fehlt es den Spielern nun wirklich nicht.» Bleibt aus Aarauer Sicht wenigstens ein erfreuliches Fazit: Solange Locarno und Yverdon weiterhin eine Niederlage an die andere reihen, hat der Super-League-Absteiger den drittletzten Rang auf sicher. Und dieser reicht Ende Saison wenigstens für den Ligaerhalt. Wie heisst es so schön und so treffend: In Zeiten der Not gibt man sich mit wenig zufrieden. Mit sehr wenig.