Die Antwort auf die Frage, ob sich Patrick Rossini eine Vertragsverlängerung beim FC Aarau vorstellen könne, lässt keine Zweifel offen: «Wenn mir der Verein heute einen neuen Vertrag hinlegt, unterschreibe ich.»

Der Stürmer geht noch weiter, sagt: «Daran würde auch ein Angebot aus der Super League nichts ändern. Im April werde ich 30, ich bin an einem Punkt im Leben angekommen, wo ich Kontinuität anstrebe. Ich fühle mich als wichtiger Spieler und Vertrauen ist entscheidend für mich. Als Familie fühlen wir uns sehr wohl in Aarau. Wir fahren nur noch etwa vier Mal pro Jahr ins Tessin, früher nutzten meine Frau und ich jeden freien Tag, um in die Heimat zu fahren.»

Klar ist: Der Wille zur Verlängerung des bis Sommer 2018 gültigen Vertrags, beruht auf Gegenseitigkeit. Die Offiziliasierung scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Sportchef Sandro Burki will eine Mittelachse aus erfahrenen Spielern aufbauen, die bereit sind, sich langfristig an den Klub zu binden. Im Sturm ist diese Rolle für Rossini vorgesehen. Dass dieser einer der besten Stürmer der Challenge League ist, beweist er auch in der laufenden Saison. Sechs Tore und drei Assists in zwölf Spielen sind ein Spitzenwert.

Rossini - der Dosenöffner

Was Rossinis Tore besonders wertvoll macht: Er ist der Dosenöffner. Alle sechs Tore nämlich waren jeweils das erste Tor in der Partie für den FCA. So auch am Montag beim 3:3 gegen Winterthur. In der ewigen Bestenliste der zweithöchsten Spielklasse liegt Rossini mit 77 Toren auf Rang 6.

Kurios: Von den fünf vor ihm liegenden Spielern sind noch zwei aktiv, beide stehen beim Kantonsrivalen Wohlen unter Vertrag: Igor Tadic (83) und Alain Schultz (88).

Vorbild Xamax

Für die vier bis fünf verbleibenden Jahre als Fussballprofi hat sich Rossini zwei persönliche Ziele gesetzt: Die 100-Tore-Marke zu knacken sowie Patrick Bengondo (91 Tore) als besten Challenge-League-Torschützen aller Zeiten abzulösen.

Und was sind seine Ziele mit dem FC Aarau? «Sehen Sie: Mit zunehmendem Alter wird man sanfter. Jetzt zu sagen, in der nächsten Saison will ich unbedingt aufsteigen, wäre falsch. Wir müssen die Zeit bis zum Sommer als lange Vorbereitung auf die nächste Saison betrachten. So wie es Xamax gemacht hat, dass seit vielen Jahren mit dem gleichen Mannschaftsgerüst spielt und jetzt die Früchte für die Aufbauarbeit erntet.»

Nach Sandro Burkis Wechsel vom Spielfeld ins Sportchef-Büro wurde Rossini von Trainer Marinko Jurendic als neuer Captain bestimmt. Das passt insofern, weil der stets freundliche Rossini der ideale Repräsentant der Mannschaft ist – kurz gesagt «alles liebi Sieche».

Dass man mit Kuschelatmosphäre im Fussball weit kommt, bestreiten viele. Rossinis Skorerwerte sprechen eine andere Sprache. Und er sagt: «Gute Stimmung im Team ist auch im Fussball das beste Erfolgsrezept.»