FC Aarau Frauen
«Wir haben nur reagiert»: Die Red Boots verlieren das letzte Spiel vor der Winterpause gegen GC 0:2

Mit 0:2 verlieren die FC Aarau Frauen gegen die Grasshoppers aus Zürich. Die Red Boots haben dank ihrer guten Defensive mehr Tore der Zürcherinnen verhindert. Nun bricht die Winterpause an und Trainer Charly Grütter zieht Bilanz.

Soraya Sägesser
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Aaraus Captain Valeria Cortello kontrolliert den Ball vor der Baslerin Mimoza Hamidi.

Aaraus Captain Valeria Cortello kontrolliert den Ball vor der Baslerin Mimoza Hamidi.

Henry Muchenberger

Beim letzten Aufeinandertreffen gingen die Aarauerinnen gegen den Grasshopper Club Zürich mit 1:5 leer aus. Entsprechend wollten sich die Red Boots auf heimischen Kunstrasen im Schachen revanchieren. Trotz ihres Kampfgeistes im Spiel konnten sich die Red Boots nicht durchsetzen und verloren. Diesmal mit 0:2.

Der Ball war in der ersten Halbzeit mehr im Besitz der Zürcherinnen. Trotz ihrem enormen Druck auf die Aarauerinnen, waren sie nur halb so erfolgreich. Bereits in den ersten Minuten der Partie kamen sie ohne grossen Gegenwind in den Strafraum der Red Boots. Doch weiter als bis zur Defensive kamen sie nicht. Denn die Aarauer Verteidigung zeigte an diesem eindunkelnden Nachmittag ein gutes Zusammenspiel.

Verschossener Penalty der Gäste

Während die Aarauerinnen es den Züricherinnen gar nicht leicht machten, kämpften die Gäste umso mehr für einen ersten Treffer. Zweimal waren sie vor der Torhüterin Noemi Benz erfolglos. Die gefährlichste Möglichkeit hatten die Grasshoppers bei einem Penalty.

Nach einem Zusammenprall zwischen zwei Spielerinnen im Strafraum entschied die Schiedsrichterin für einen Penalty. Die GC-Spielerin Marta Cazalla Garcia nahm Anlauf und schoss in Richtung der linken Ecke, doch zu hoch. Nach dem verschossenen Penalty legten die Zürcherinnen nochmals eine Schippe drauf. Das Zusammenspiel der Zürcherinnen war fast perfekt, doch die guten Chancen nützten den GC-Frauen nichts, wenn die Bälle nicht ins Netz gingen.

Sara Nilsson verletzte sich im Spiel.

Sara Nilsson verletzte sich im Spiel.

Henry Muchenberger

Beim starken defensiven Einsatz verletzte sich auch die FCA-Stürmerin Sara Nilsson. Sie musste vom Rasen getragen werden. Wie der Trainer Charly Grütter nach dem Spiel sagte, würde es bei ihr nicht gut aussehen. Am Montag werde sie ein MRI-Untersuchung machen und dann wisse man genaueres. Er sagte:

«Der Arzt wirkte nicht sehr optimistisch.»

Immer eine Spur langsamer

Nach der verletzten Auswechslung von Nilsson schienen die Aarauerinnen von der Rolle zu sein. Die GC-Frauen nützten dies gleich aus und schossen sich zur Führung. Trotz des Rückstands versuchten die Red Boots zu kontern, blieben aber chancenlos. In eine gefährliche Nähe zum Tor kamen sie selten, da die Zürcherinnen immer eine Spur schneller waren. Ebenfalls fehlte der Heimmannschaft ein gewisser Mut, die Gäste herauszufordern.

In die zweite Halbzeit starteten die Grasshoppers schneller. Sie versuchten es mit dem zweiten Treffer, wurden jedoch erst in der 57. Minute belohnt. Die Aarauerinnen zeigten mit ihrem Pressing gute Balleroberungen, doch konnten mit diesen nichts anfangen. Die Energie und der Kampfgeist wurden beim 0:2 Rückstand kaum weniger. Im Gegenteil: Die Aarauerinnen hatten Hunger auf ihren ersten Treffer, wurden aber nicht belohnt. Entsprechend verloren sie mit 0:2 verloren.

Ungenügende Zweikämpfe von Aarau

Trainer Charly Grütter war nach dem Spiel nicht zufrieden. Aus seiner Sicht lief die Partie nicht gut, wie er nach dem Spiel sagte. «Wir haben nur reagiert.» Ebenfalls seien die Zweikämpfe ungenügend gewesen. Das sei gegen einen Gegner wie GC zu wenig. Er sagte:

«Wir wollten gewinnen, doch dann dürfen wir nicht nur defensiv spielen.»
Trainer Charly Charles Grütter.

Trainer Charly Charles Grütter.

Toni Lüscher

«Unsere Frauen haben nur hinten gekämpft, bei GC haben alle mitgespielt.» Kämpferisch sei das Spiel gut gewesen, jedoch fussballerisch zu wenig, fügte er weiter hinzu.

Mit dem Schlusspfiff startete auch die Winterpause. Die Aarauerinnen pausieren nun die Meisterschaft mit neun Punkten aus zehn Spielen und sind auf dem achten Tabellenplatz. Sie gewannen zweimal, spielten dreimal Unentschieden und mussten sich fünfmal geschlagen geben. Sie hätten ein paar Punkte mehr sammeln müssen, sagt Grütter.

«Wir sind dort, wo wir hingehören, mehr haben wir nicht verdient.» Ebenfalls würden sie merken, dass andere Teams wie Zürich, GC, Genf oder Basel die klar besseren Teams seien. Ein Grund dafür sei auch das junge und noch unerfahrene Team, das Grütter hat.

Trotz der wenigen Siege sind die Red Boots noch im Cup dabei. Auch lobte der Trainer die Spiele in der Herbstzeit. «Es war ein goldiger Herbst», sagt er. Doch der Herbst reichte nicht für grosse Erfolge: «Wenn wir gegen diese guten Mannschaften punkten wollen, müssen wir besser spielen.»

Damit die Aarauerinnen erfolgreicher in die Rückrunde im Februar starten, würden sie sich verstärken wollen. «In der Offensive haben wir noch Potenzial», sagt der Trainer.