FC Aarau Frauen
Ein Transfercoup, ein bekannter Coach und mehr Platz: So wollen die FCA Frauen den Klassenerhalt schaffen

Die Präsidenten der FC Aarau Frauen haben eine intensive Zeit hinter sich. In den letzen Wochen mussten Walter Berli und Willy Wenger dafür sorgen, dass in Sachen Infrastruktur und Kaderqualität Super-League-Niveau vorhanden ist.

Nik Dömer
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Am kommenden Samstag starten die FCA Frauen in die neue Super-League-Saison.

Am kommenden Samstag starten die FCA Frauen in die neue Super-League-Saison.

Alexander Wagner

FC Aarau Frauen Vor zwei Monaten floss im Aarauer Schachen noch der Aufstiegs-Champagner, nun steht in wenigen Tagen das erste Spiel in der Super League an. Nervosität ist bei den Co-Präsidenten Willy Wenger und Walter Berli aber kein Thema. Auch weil sie in den letzten Wochen alles unternommen haben, damit das Ziel Klassenerhalt realisierbar wird.

Entscheidend ist dabei die Qualität des Kaders. Mit diesem ist Walter Berli zufrieden. Das Ziel von drei semi-professionellen Spielerinnen wurde erreicht: «Mit Julia Pfannschmidt hatten wir bereits eine Stütze im Mittelfeld. Neben ihr wollten wir auch noch auf der Torhüterposition und im Sturm eine Leistungsträgerin haben. Das ist uns nun gelungen.»

FCA Frauen setzen auf Kontinuität

Dabei darf die Verpflichtung der 28-jährigen Nationaltorhüterin Seraina Friedli, die zuvor in der Serie A gespielt hat, als Transfercoup gefeiert werden: «Wir hatten bereits eine hervorragende Torhüterin. Nun konnten wir mit Friedli eine Schippe drauflegen. Sie wird dem jungen Team Reife geben.»

Natigoalie Seraina Friedli hütet in der kommenden Saison den Aarauer Kasten.

Natigoalie Seraina Friedli hütet in der kommenden Saison den Aarauer Kasten.

Alexander Wagner

Friedli habe auch andere Angebote gehabt, sagt Berli: «Entscheidend war für sie, dass sie bei der U18 vom Team Aargau mittrainieren kann. Da konnten wir dank unserer Zusammenarbeit mit dem FC Aarau ein Paket schnüren, das für sie passt.»

Kölnerin soll für Torgefahr sorgen

Ebenfalls ein guter Transfer ist den FCA Frauen mit Sonja Giraud gelungen. Die 26-jährige Stürmerin kommt von Bundesligist FC Köln und bringt Durchschlagskraft mit: «In wichtigen Partien waren wir bisher zu wenig effizient. Das können wir uns nicht mehr erlauben, deshalb brauchten wir unbedingt eine solche Stürmerin.»

Neben den Transfers hat Berli jedoch auch grosses Ver­trauen ins Team. «Nach einer solchen Rückrunde wäre es komisch, wenn wir nun das halbe Team austauschen würden. Neben Friedli und Giraud werden die gleichen Stammkräfte auflaufen, die auch in der NLB schon auf dem Feld standen.»

Die FCA Frauen müssen in der Offensive noch effizienter werden.

Die FCA Frauen müssen in der Offensive noch effizienter werden.

Alexander Wagner

Die prägendste Veränderung hat es auf der Position des Trainers gegeben. Berli ist zuversichtlich, dass mit Selver Hodzic die richtige Lösung gefunden wurde. «Er ist ein ähnlicher Typ wie sein Vorgänger. Ein Teamplayer, der fordernd ist und Einheiten bilden kann. Wir haben einen sehr guten Eindruck von ihm.»

Was die Trainingsbedingungen anbelangt, stehen noch viele Frage­zeichen im Raum. Immerhin hat sich bei der Platz-Kapazität etwas getan. «Wir haben im Schachen mehr Zeitfenster erhalten, nebenbei kann die U19 neu auf Gelände des FC Aarau ­trainieren», erklärt Co-Präsident Willy Wenger.

Sportanlage Winkel wird noch nicht abgeschrieben

Klar ist aber auch, dass der Konkurrenz bessere Infrastrukturen zur Verfügung stehen. Doch Wenger möchte nicht ­klagen: «Es bringt nichts, wenn wir unrealistische Forderungen stellen. Wir spüren, dass unser Verein mit dem Aufstieg mehr Unterstützung bekommt. Darauf können wir aufbauen.»

Trotzdem: Die Aarauerinnen brauchen eine richtige Heimat. Dabei hat Wenger den Ausbau der Sportanlage Winkel noch nicht abgeschrieben. «Ich glaube weiterhin daran, dass dieses Projekt mit einer Überarbeitung realisiert werden kann. Es wäre die beste Lösung für uns.»

Aktuell spielen die FCA Frauen im Aarauer Schachen.

Aktuell spielen die FCA Frauen im Aarauer Schachen.

Alexander Wagner

Wenger geht davon aus, dass sich der Klub noch mindestens zwei Saisons mit der aktuellen Lösung zufrieden geben muss: «Zwischen Herbst und Frühling wird es auf den beleuchteten Plätzen eng. Jetzt kommt auch noch eine U14-Abteilung hinzu. Unser Fanionteam wird nicht immer einen ganzen Platz zur Verfügung haben.»

Einen Lichtblick gibt es bezüglich Austragungen im Brügglifeld. «Voraussichtlich werden wir unser Heimspiel gegen GC am 3. Oktober direkt im Anschluss an die Männerpartie austragen.»

Nebenbei würde sich das Spiel auch noch optimal für das SRF-Livespiel anbieten. «Wir haben dem Verband mitgeteilt, dass wir dann das Stadion zur Verfügung hätten. Bescheid gibts noch keinen, womöglich wollen sie ab­warten, wie wir uns in der Super League präsentieren werden», sagt Wenger schmunzelnd.

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