Frauenfussball
FC Aarau Frauen: Beweist eure NLA-Tauglichkeit!

Das Spiel am Samstag gegen den FC Basel ist für Chloé Sylvestre (21) speziell. Sie spielte fünf Jahre lang in der Rheinstadt, bis sie im letzten Jahr den „Spass am Fussballspielen“ verlor.

Nicola Imfeld
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Die FC Aarau Frauen haben bisher alle Saisonspiele verloren. (Archivbild)

Die FC Aarau Frauen haben bisher alle Saisonspiele verloren. (Archivbild)

Fabio Baranzini | Baranzini Fotografie und Texte GmbH | www.baranzini.ch

Die FC Aarau Frauen und die Nationalliga A: Ein grosses Missverständnis. Nach einem knappen Drittel der Saison liegen die Aufsteigerinnen abgeschlagen auf dem letzten Platz. In Zahlen: 9 Spiele, 9 Niederlagen, 0 Punkte. Das Team von Andreas Zürcher hat die harmloseste Offensive (4 Tore), die anfälligste Defensive (33 Gegentore) der Liga. Zusammengefasst: Die FC Aarau Frauen sind zurzeit nicht NLA-tauglich, befinden sich auf direktem Weg zurück in die Nationalliga B.

Wenig verheissungsvoll ist auch die Affiche morgen Samstag. Das drittplatzierte Basel gastiert im Aarauer Schachen. Ein Team mit 18 Punkten und 23 Toren mehr, 25 Gegentoren weniger. Hinzu kommt: Das letzte Aufeinandertreffen vor eineinhalb Monaten gewannen die Baslerinnen gleich mit 7:0. Aaraus Neuzugang Chloé Sylvestre sagt dazu: „Das ist Schnee von gestern. Wir dürfen uns bloss nicht schlechter machen, als wir sind.“

"Ich spielte bisher mittelmässig, manchmal schwach"

Für die 21-jährige Jurassierin ist die Partie gegen den FC Basel eine ganz besondere. Sylvestre spielte fünf Jahre lang in der Rheinstadt, schaffte dort im zarten Alter von 16 Jahren den Sprung in die erste Mannschaft, gewann 2014 den Schweizer Cup. Anfänglich wechselten sich die guten und schlechten Phasen ab, doch mit der Zeit kam ihr immer mehr die Rolle der Reservistin zu. „Es gab viele Trainerwechsel, wenig Konstanz“, fasst Sylvestre ihre letzten Jahre beim FCB zusammen.

Sie brauchte eine Luftveränderung: „Ich habe in Basel den Spass am Fussballspielen verloren.“ Deshalb bereue sie auch ihren Wechsel nach Aarau nicht. „Es war der richtige Entscheid, jetzt spiele ich endlich wieder.“ Und dies mal besser, mal weniger gut. In ihren Worten: „Ich spielte bisher mittelmässig, manchmal schwach.“

Zeit läuft gegen die FC Aarau Frauen

Besser und konstanter werden, das trifft auf alle bei den FC Aarau Frauen zu. „Wir haben viele junge Spielerinnen, viel Potenzial im Team“, sagt Sylvestre, schiebt hinterher: „genügend Potenzial, um gegen den FCB zu punkten.“ Dafür müssen die FC Aarau Frauen aber wieder mit dieser Unverfrorenheit auftreten, wie zu Beginn der Saison - als sie noch nahe dran waren. Doch wie impft man sich Selbstvertrauen ein? „Indem wir die ersten Zweikämpfe gewinnen, die ersten Pässe an die Frau bringen“, erklärt Sylvestre.

Es wäre für die FC Aarau Frauen an der Zeit, die ersten Punkte einzufahren. An der Zeit, die NLA-Tauglichkeit zu beweisen. Denn ansonsten ist ihre Zeit, im Oberhaus, schon sehr bald abgelaufen.

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