Goran Antic kehrt zum FC Aarau zurück. Der Zweijahresvertrag mit dem 27-Jährigen ist unter Dach und Fach. Alles schön und gut? Mal schauen. Der eine oder andere Fan rieb sich verwundert die Augen, als er während der Sommerpause von der Neuigkeit erfuhr.

Dass die Klubbosse mit Präsident Alfred Schmid und Sport-Koordinator Urs Bachmann an der Spitze in Zukunft vermehrt auf Spieler aus Aarau und Umgebung setzen möchten, ist zweifellos eine nachvollziehbare Strategie. Antic ist ja auch ein netter Kerl, ein Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann. Ob die neue Nummer 8 des FC Aarau allerdings den Abgang von Goalgetter Shkelzen Gashi kompensieren kann, darf bezweifelt werden. Und dass Antic momentan der einzige Stürmer im 18-Mann-Kader ist, muss als fahrlässig bezeichnet werden.

Kein Freipass

Die ganz grosse Begeisterung über den Transfer von Antic ist im Umfeld des Vereins nicht auszumachen. Die Anhänger des FC Aarau wollen einen neuen Knipser. Einen Vollstrecker wie Gashi. Antic spielte bereits als E-Junior im Brügglifeld.

Bis zur U15 hielt er dem Klub die Treue. Sein Debüt als Profi gab er in der Saison 2003/04 bei Winterthur. 2006 kehrte er nach Aarau zurück und schoss in der ersten Saison zehn Tore in Meisterschaft und Cup. Die zweite Saison wurde zum Desaster. Antic wurde unter der Führung von Trainer Ryszard Komornicki zum fünften Rad am Wagen. Der Pole setzte auf das Duo Cristian Ianu und Rogerio. Logisch, dass Antic schnell die Nase voll hatte und eine neue Herausforderung suchte. Bei Winterthur war er in den vergangenen Jahren meistens Joker, machte seine Sache zuletzt trotzdem mehr recht als schlecht.

Dass er beim FC Aarau zum Saisonauftakt einen Stammplatz hat, ist kein Leistungsausweis – als einzige Stürmer. Einen Freipass hat er trotzdem nicht. Antic wird in den nächsten Wochen an
Toren gemessen. Nur an Toren.

Starkes Kader

Bei aller Skepsis hat der FC Aarau auch in dieser Saison eine schlagkräftige Mannschaft, die in der Challenge League keinen Gegner fürchten muss. Mit Joël Mall, Silvan Widmer, Olivier Jäckle, Captain Sandro Burki, Alain Schultz und Antic zählen im Derby aller Voraussicht nach sechs Spieler zur FCA-Startformation, die mehr oder weniger als Identifikationsfiguren gelten.

Der frühere Wohler Daniele Romano ist ein Versprechen für die Zukunft. Der Abräumer Artur Ionita ist so etwas wie der Publikumsliebling. Und wenn die beiden Joker Igor Nganga und David Marazzi zu einem Sprint ansetzen, sprühen beinahe die Funken. Davide Callà hat das Zeug zum Leader. Die Basler Leihgabe Roman Buess zeigte in den Trainingseinheiten, was er draufhat. Und mit Juan Pablo Garat hat man einen Abwehrchef von Format. Bei so viel Rasse und Klasse sollte das heutige Derby gegen das kleine Wohlen zu einem Probegalopp werden. Oder?

Lesen Sie hier ab 19.45 unseren Liveticker zum Aargauer Derby.