Challenge League
FC-Aarau-Debakel: Achtung vor den Amateuren von Amriswil

Vier Spiele, null Punkte, Tabellenletzter: Der Saisonstart des FC Aarau ging gründlich in die Hosen. Gelingt der Mannschaft im Cup beim FC Amriswil (2. Liga Interregional) am nächsten Samstag endlich das erste Erfolgserlebnis?

Ruedi Kuhn
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Erneut gehen die Aarauer als Verlierer vom Platz.
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Vier Spiele, vier Niederlagen: Wie weiter beim FC Aarau?
Wieder verloren, Gezim Pepsi kann es nicht glauben.
Silvano Schaeppi erzielte in der 66. Minute das 2:0 für Wil.
Frustrierte Aarauer, jubelnde Wiler.
Sinnbildlich für dieses Spiel: Petar Misic liegt am Boden.
Bekanntes Bild: Frustrierte Aarauer nach der erneuten Niederlage
So hatte sich der neue Aarau-Keeper Nikolic sein Debüt sicher nicht vorgestellt. Er musste zwei Mal hinter sich greifen.
Aaraus Varol Tasar gegen Wils Magnus Breitenmoser.
Aaraus Valor Tasar lässt Wils Ivan Audino hinter sich.
Aaraus Schindelholz im Kopfballduell mit Wils Ze Eduardo.
Aaraus Nico Schindelholz attackiert Wils Kenzo Schaellibaum.
Aaraus Michael Perrier attackiert den ballführenden Ivan Audino.
Aaraus Miguel Peralta im Kampf um den Ball mit Wils Ivan Audino.
Aaraus Raoul Giger versucht an Wils Silovano Schaeppi vorbei zu kommen.
Aaraus Gezim Pepsi im Luftduell gegen Magnus Breitenmoser.
Havenaar bringt Wil früh in der Partie in Führung.
Aaraus Varol Tasar (am Ball) enteilt seinem Gegenspieler.
Linus Obexer (Aarau) gegen Michael Goncalves (Wil).
Ivan Audino (Wil) wird von Raoul Giger (Aarau) attackiert.

Erneut gehen die Aarauer als Verlierer vom Platz.

FreshFocus/Marc Schumacher

Nach den vier Pleiten zum Auftakt der Meisterschaft steht der FC Aarau mit dem Rücken zur Wand. Das 0:2 in Wil am letzten Samstag war der Tiefpunkt. Nach dem Debakel in der Ostschweiz und vor dem Cupspiel bei den Amriswiler Amateuren und dem Heimspiel gegen Chiasso (Samstag, 25. August, 20 Uhr) gibt es aus FCA-Sicht drei Erkenntnisse.

Erkenntnis Nummer eins: Achtung vor den Amateuren!

Die erste Hauptrunde im Schweizer Cup ist alles andere als ein Selbstläufer. Erinnern Sie sich an den Cup in der Saison 2017/18? Der FC Aarau blamierte sich zum Auftakt beim 1.-Ligisten Echallens mit einer 1:2-Pleite. Nun gastieren die Aarauer bei Amriswil. Amriswil spielt eine Liga tiefer als Echallens und verlor zum Saisonauftakt gegen Uzwil mit 0:3. Dennoch sollte sich das Team von Trainer Patrick Rahmen vor den Ostschweizern in Acht nehmen. Ohne Leistungssteigerung droht die nächste Blamage. Das Duell FC Amriswil – FC Aarau gab es schon einmal: Im März 1984 gewann der FCA dank einem Eigentor mit 1:0.

Der FC Amriswil ist bereit für das Cupduell gegen den FC Aarau

Der FC Amriswil ist bereit für das Cupduell gegen den FC Aarau

ho

Erkenntnis Nummer zwei: Das Kader ist aufgebläht!

Der Kader des FC Aarau ist momentan aufgebläht. Eine Reduktion der Trainingsgruppe auf 22, 23 Spieler wäre ratsam, um konzentrierter und gezielter arbeiten zu können. Bis vor kurzer Zeit trainierten beim FC Aarau die beiden Testspieler Daniele Romano und Goran Karanovic. Romano ist auf Wunsch von Trainer Rahmen seit Mitte letzter Woche nicht mehr mit dabei, weil es für ihn keinen Vertrag beim FCA gibt. Karanovic darf weiter mit der ersten Mannschaft trainieren, weil seine Verpflichtung immer noch nicht ganz abgehakt ist.

Goran Karanovic trainiert seit einem Monat mit dem FC Aarau – zu Beginn nur, um sich fit zu halten, mittlerweile würde er gerne bleiben.

Goran Karanovic trainiert seit einem Monat mit dem FC Aarau – zu Beginn nur, um sich fit zu halten, mittlerweile würde er gerne bleiben.

Foto: Claudio Thoma / Aargauer Z

Erkenntnis Nummer drei: Die Stimmung ist kurz vor dem Kippen!

Der Frust der FCA-Fans wird grösser. Waren die Anhänger des FC Aarau nach den ersten drei Pleiten noch einigermassen milde gestimmt und äusserten ihr Vertrauen in die Mannschaft, sank die Stimmung nach dem 0:2 in Wil in Richtung Nullpunkt. Der Glaube an eine erfolgreiche Saison wird immer kleiner. Die Enttäuschung ist gross. Die Kommentare à la „so hat der FCA kein neues Stadion nötig“ werden mehr – und das ist brandgefährlich. Noch steht die Mehrheit der Fans hinter den Aarauern. Sollten der Turnaround in den nächsten Wochen aber nicht gelingen, werden sich die Reihen auf den Brügglifeld-Tribünen bald drastisch lichten...​

Djordje Nikolic: Note 4.5 Verhindert kurz vor Schluss das 0:3. Der neue Goalie ist beim Einstand zu bedauern. Seine Vorderleute stellen sich alles andere als tauglich an.
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Raoul Giger: Note 2 Wo ist der mutige und offensivstarke Giger der Frühlingsmonate? In der aktuellen Krise wirkt er überfordert.
Elsad Zverotic: Note 2.5 «Wir müssen dranbleiben. Es kommt gut.» Seine Durchhalteparolen nach dem Spiel machen das Ganze nicht besser. Der Routinier kann der Mannschaft keinen Halt geben.
Nicolas Schindelholz: Note 3 Die Spielauslösung ist nicht seine Stärke, leider kann er in Wil auch nicht punkto Zweikämpfstärke überzeugen.
Linus Obexer: Note 4 Gelingen will auch ihm nicht viel. Aber er ist der einzige Feldspieler, der sich gegen den Untergang aufbäumt.
Gezim Pepsi: Note 2.5 Unbestritten ein grosses Talent. Aber nur wenn er lernt sich zu wehren und effizient statt fürs Schaufenster zu spielen, wird er sich im Männerfussball durchsetzen.
Michael Perrier: Note 3 Er ist zwar ein Abräumer, aber die dringend benötigte Aura eines Mittelfeld-Chefs geht ihm komplett ab.
Miguel Peralta: Note 2 Nur wegen der mangelnden Spielpraxis kommt er um die Tiefstnote 1 herum. Produzierte nur Fehlpässe. Tiefpunkt: Beim 0:2 lässt er Torschütze Schäppi wehrlos einköpfen. Er war eigentlich gar nicht auf dem Platz.
Gianluca Frontino: Note 2.5 Die Krise nimmt den Captain mit. «Ich schlafe schlecht», sagt Frontino. Das hat er in Wil nicht verbergen können. Harmloser und ungenügender Auftritt.
Varol Tasar: Note 2 Ist so weit von der Form der Vorbereitung entfernt wie die Erde von der Sonne. Zu eigensinnig und zu überhastet. Vielleicht würde ihm eine Pause guttun.
Marco Schneuwly: Note 2.5 Natürlich bekommt er keine brauchbaren Bälle. Aber die Körpersprache lässt gegen Wil zu wünschen übrig. So hat er sich den Wechsel in die Challenge League bestimmt nicht vorgestellt.
Mickael Almeida: Note - Kommt in der 62. Minute für Frontino. Nichts mehr ist zu sehen vom bärenstarken und faszinierenden Almeida aus der Vorbereitung.
Giuseppe Leo: Note - Kommt in der 70. Minute für Peralta. Kann aus der Abwehr heraus nichts mehr bewirken. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Edmond Ramadani: Note - Kommt in der 82. Minute für Obexer. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Petar Misic: Note - kommt in der 82. Minute für Tasar. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Djordje Nikolic: Note 4.5 Verhindert kurz vor Schluss das 0:3. Der neue Goalie ist beim Einstand zu bedauern. Seine Vorderleute stellen sich alles andere als tauglich an.

ZVG