Der grosse Umbruch? Nach einer von A bis Z enttäuschenden Saison eigentlich überfällig! Doch in den vergangenen Wochen blieb es erstaunlich ruhig an der Personalfront des FC Aarau.

Wenn etwas vermeldet wurde, dann Vertragsverlängerungen wie jene von Patrick Rossini und Damir Mehidic. Aber keine Spur vom Willen, die Chance wahrzunehmen und den in den vergangenen Jahren angestauten Ballast endlich abzuwerfen.

Nur Oliver Jäckle darf bleiben

Bis gestern. Gleich bei sechs von neun Spielern mit auslaufendem Vertrag machte der FCA Nägel mit Köpfen: Juan Pablo Garat, Gilles Yapi, Alessandro Ciarrocchi, Pascal Thrier und Arxhend Cani haben keine Zukunft im Brügglifeld, nach dem letzten Saisonspiel am 21. Mai gegen Vaduz müssen sie ihren Spind in der Garderobe räumen.

Olivier Jäckle hingegen darf bleiben, der 25-Jährige erhält einen neuen, bis 2020 gültigen Vertrag.

Oliver Jäckle darf beim FC Aarau bleiben.

Oliver Jäckle darf beim FC Aarau bleiben.

Ein hohes Risiko

Bleiben wir bei Jäckle: Seine Personalie ist wohl die umstrittenste beim FC Aarau. Das Eigengewächs (seit 2012 im Profiteam) ist zweifellos hochveranlagt, bleibt aber seit über einem Jahr weit unter seinen eigenen Ansprüchen sowie jenen des Publikums und des FCA an ihn.

Der Fall «Jäckle» hat auch symbolischen Charakter: Sich von ihm zu trennen, hätte den Neustart beim FCA untermauert. Ihn zu behalten, ist ein Signal von Sportchef und FCA-
Legende Sandro Burki, dass Werte wie der Lokalkolorit und die Verbundenheit eines Spielers zum Verein eine grosse Rolle spielen.

Hohes Risiko mit Vertragsverlängerung

Fakt aber ist: Mit der Entscheidung, an seinem Freund Olivier Jäckle festzuhalten, geht Sandro Burki ein hohes Risiko ein. Die Entscheidung geht dann auf, wenn Jäckle unter dem neuen Trainer Patrick Rahmen wieder sein grosses Potenzial abruft.

Sie fällt aber umso mehr auf Burki zurück, wenn sich Jäckle in der nächsten Saison nicht deutlich steigert.

Die Entscheidung von Sportchef Sandro Burki an seinem Freund Olivier Jäckle festzuhalten, ist riskant.

Die Entscheidung von Sportchef Sandro Burki an seinem Freund Olivier Jäckle festzuhalten, ist riskant.

Das einzig Richtige

Bei weitem nicht so umstritten wie die Entscheidung im Fall von Jäckle ist die Situation jener fünf Spieler, die keinen neuen Vertrag erhalten. Anders gesagt: Dass dieses Quintett gehen muss, war zu erwarten.

Juan Pablo Garat, seit 2011 beim FCA und somit der Dienstälteste im Kader, und Gilles Yapi dürften seit längerer Zeit vom Ende ihrer Zeit im Brügglifeld wissen. Mehr noch: Das Aus beim FC Aarau ist gleichzeitig auch das Aus für die Profikarrieren der Teamsenioren.

Bitterer Entscheid für die übrigen Spieler

Ganz anders ist die Gefühlslage bei Alessandro Ciarrocchi, Pascal Thrier und Arxhend Cani: Sie alle wären gerne in Aarau geblieben, wurden nun aber enttäuscht und müssen sich neue Arbeitgeber suchen. Der negative Entscheid ist bitter für die Betroffenen, für das Wohl des FC Aarau aber das einzig Richtige.

Somit sind es noch drei Spieler mit auslaufendem Vertrag, deren Zukunft offiziell ungeklärt ist: Doch ebendiese Tatsache deutet daraufhin, dass Marco Thaler, Michaël Perrier und wohl auch GC-Leihgabe Nikola Gjorgjev beim FC Aarau bleiben werden: Denn falls nicht, wären gestern auch ihre Namen auf der Liste der Abgänge beim FC Aarau erschienen.