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FC-Aarau-Captain Sandro Burki wird Hotelier und Gastronom

Der Captain des FC Aarau investiert in Hotellerie und Gastronomie – zusammen mit seinen Geschäftspartnern hat er in Wohlen das erste Hotel eröffnet, weitere Projekte folgen.

Dean Fuss
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FCA-Captain und Neo-Geschäftsmann Sandro Burki posiert in einem der zwölf Zimmer seiner «Marco Polo Business Apartments» in Wohlen.Chris Iseli

FCA-Captain und Neo-Geschäftsmann Sandro Burki posiert in einem der zwölf Zimmer seiner «Marco Polo Business Apartments» in Wohlen.Chris Iseli

Chris Iseli

Sandro Burki ist sichtlich stolz auf das, was er an der Bünzstrasse in Wohlen präsentieren kann. Der 30-Jährige zeigt der Öffentlichkeit sein zweites Ich: Anzug statt Matchdress, Business-Socken statt Stulpen und Leder- statt Fussballschuhe. Es ist der Tag der Eröffnung des neuen Hotels «Marco Polo Business Apartments», das Burki zusammen mit sechs Geschäftspartnern auf die Beine gestellt hat. Er fungiert als Investor und Verwaltungsratspräsident der Betreibergesellschaft «Marco Polo Business Apartments AG».

Sandro Burki in der Partie gegen Lausanne.

Sandro Burki in der Partie gegen Lausanne.

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Burki führt die Gäste der Eröffnungsfeier durch die vier Doppel- und acht Einzelzimmer. Diese sind komfortabel und modern eingerichtet, versprühen durch die eingebundene knapp 200-jährige Bausubstanz des für viel Geld renovierten Gebäudes trotzdem einen gemütlichen Charme. «Wir haben viel Herzblut und Leidenschaft in dieses Projekt gesteckt. Das werden die Gäste auch merken», sagt der Neo-Geschäftsmann und Captain des FC Aarau.

Bereits zehn Buchungen gingen bis zum Freitagabend beim neuen Hotel in Wohlen ein. Und das, obwohl die hoteleigene Website bis dahin noch nicht in Betrieb war. Dieser frühe Erfolg befeuert die Investorengruppe um Burki in ihrem Vorhaben: Denn Wohlen ist nur der erste von insgesamt drei Standorten zum Start.

Das "Ibarus" in Wohlen.

Das "Ibarus" in Wohlen.

Ende Jahr wird ein «Marco Polo Business Apartments» im Zentrum von Brugg eröffnet, der Standort der dritten Lokalität ist noch nicht unter Dach und Fach. Bereits fix ist hingegen, dass Burki und Co. das Wohler Trend-Lokal «Ibarus» in unmittelbarer Nähe des neuen Hotels pachten werden. Unter dem Namen «Marco Polo» wird es in einem knappen Monat am 1. Juli als Restaurant neu eröffnet. «Ich war häufig als Gast im ‹Ibarus›», sagt Burki. «Die Übernahme hat sich nun gerade so ergeben.»

Keine Rücktritts-Ankündigung

Mit seinen mittlerweile 30 Jahren gehört Burki nicht mehr zu den Jungen auf dem Fussballplatz. Trotzdem will er sein Engagement in der Geschäftswelt keinesfalls als Anzeichen für einen bald bevorstehenden Rücktritt verstanden wissen: «Auf keinen Fall. Ich war immer schon an Dingen neben dem Rasen interessiert.

Aber der Fussball ist und bleibt meine grosse Leidenschaft.» Sein Vertrag beim FC Aarau läuft noch bis im Sommer 2017. «Das GeschäftsEngagement tangiert mich in meinem Alltag überhaupt nicht. Mein Fokus liegt weiter zu 100 Prozent beim FCA», macht Burki seine Prioritäten deutlich.

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Dass er sein Geld in zehn Jahren aber kaum mehr als Fussball-Profi verdienen wird, ist Burki klar. Trotzdem kann er sich heute noch nicht festlegen, ob er sich nach dem Ende seiner Karriere im nun neu betretenen Geschäftsfeld der Hotellerie und Gastronomie sieht. «Ich bin da noch ziemlich offen und kann nicht sagen, ob ich dereinst weiterhin im Fussballgeschäft tätig sein will oder etwas komplett anderes machen werde.»

Der Kontakt mit seinen Geschäftspartnern ist über einen Onkel von Burkis Ehefrau Nadine zustande gekommen. «Das Konzept hat mich vom ersten Moment an überzeugt», sagt er. Vor gut drei Jahren hat sich die Gruppe um Verwaltungsratspräsident Burki und Geschäftsführer René Holenweger zusammengetan. «René ist der Kopf unseres Unternehmens. Entscheide fällen wir Investoren gemeinsam. Wir funktionieren als starke Einheit», sagt Burki.

Die Besichtigung des Hotels in Wohlen geht weiter. Und dann kommt auch Burkis in der Öffentlichkeit bestens bekanntes Ich wieder zum Vorschein: Beim Treppensteigen hinkt er noch etwas. Es ist die Nachwirkung der Meniskus-Operation, der er sich kurz vor Ende der Saison 2015/16 unterziehen musste. Während das Hotel nun so richtig in die Gänge kommen soll, trainiert Burki für seine Rückkehr ins Mannschaftstraining. In anderthalb Wochen startet der FCA die Vorbereitungen auf die neue Saison.

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