Challenge League
FC Aarau: Aussprache zwischen Captain Burki und Sportchef Ponte

Livio Bordoli sieht sich in diesen Tagen heftiger Kritik ausgesetzt. Der Grund liegt auf der Hand: Der Trainer des FC Aarau wird wie all seine Berufskollegen an Resultaten gemessen. Und die sind schlecht.

Ruedi Kuhn
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Sandro Burki (zweiter von links) findet sich auf der Ersatzbank wieder

Sandro Burki (zweiter von links) findet sich auf der Ersatzbank wieder

Andy Mueller/freshfocus

Mit sieben Punkten aus acht Spielen ist der FC Aarau Letzter der Challenge League. Als wären diese schlechten Ergebnisse nicht genug, trat Bordoli zuletzt auch noch in ein Fettnäpfchen. Dass der Trainer Captain Sandro Burki in den Spielen gegen Xamax und Le Mont auf die Ersatzbank verbannte, versteht im Umfeld des FC Aarau kaum jemand.

Bordoli selbst will sich zur Personalie Burki nicht äussern. Und Burki? Vonseiten des FC Aarau heisst es, dass der Captain für Interviews in dieser Woche nicht zur Verfügung steht. Fakt ist, dass sich der Fall mehr und mehr zuspitzt. Burki will endlich wissen, warum er zuletzt nicht gespielt hat.

Dass der bald 30-Jährige nach dem Spiel in Le Mont Sportchef Raimondo Ponte zu einem Gespräch gebeten hat, spricht Bände. «Sandro und ich treffen uns am Freitag», sagt Ponte. «Dann werden wir Klartext sprechen und sehen, wie es weitergeht.»

Es ist gut zu wissen, dass Bewegung in diese leidige Sache kommt. Aber im Vorfeld des Vieraugengesprächs seien zwei Fragen erlaubt: Warum setzt sich nicht Bordoli mit Burki an einen Tisch? Sind wir hier im Kindergarten?

Burki will sich im Training aufdrängen

Kehren wir zum sportlichen Aspekt zurück: Schliesslich geht es für den FC Aarau am kommenden Samstag im Spiel in La Chaux-de-Fonds (1. Liga) um die Qualifikation für die Cup-Achtelfinals.

«Ich will mich mit starken Leistungen in den Trainings für einen Einsatz im Cupspiel empfehlen», sagt Burki.

Gut so. Umso mehr, als Burkis Stellvertreter Olivier Jäckle im zentralen Mittelfeld sowohl gegen Xamax als auch gegen Le Mont überfordert war. Und ein Ausscheiden gegen die Neuenburger wäre eine Blamage der gröberen Sorte.

Kein Zweifel; der Fall Burki ist in aller Munde. Bordoli wird im Umfeld des FC Aarau deswegen heftig kritisiert. Die rund 150 FCA-Fans, die in Baulmes das 0:0 gegen Le Mont über sich ergehen lassen mussten, liessen ihrem Unmut jedenfalls freien Lauf, stempelten den Trainer zum Sündenbock und forderten ihn nach dem Schlusspfiff lautstark zu einer Aussprache auf.

Der Trainer wollte zuerst nicht. Auf Drängen von Ponte liess sich Bordoli dann aber doch zu einer Unterredung mit den Fans hinreissen. Dabei bekam der Trainer den einen oder andern Kraftausdruck zu hören. Nach einer gut viertelstündigen Unterredung einigte man sich auf einen Waffenstillstand und trennte sich mehr oder weniger in Frieden.

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