Die Aarauer taten sich in der ersten Halbzeit gegen den Vierten der Super League sichtlich schwer und gerieten nach einem sehenswerten Luzerner Spielzug durch Marco Schneuwly in Rückstand; später scheiterte Markus Neumayr an der Torumrandung, während Aarau in einem 4-1-4-1-System ohne offensive Akzente blieb. «Wir hatten sehr zu beissen und wirkten nach den harten Tagen in der Türkei müde», urteilte Aarau-Trainer Marco Schällibaum. Umso zufriedener war er mit der «physischen Reaktion» seiner Schützlinge nach der Halbzeitpause.

In der Tat hielt Aarau in einer kampfbetonten Begegnung nun stärker dagegen und trat im Spiel nach vorne bedeutend zielstrebiger auf. Es mangelte einzig am verdienten Ausgleich, weil Mart Lieder und Daniele Romano jeweils aus bester Position vergaben; stattdessen traf Jérôme Thiesson in den finalen Minuten zum Endstand. «Das Ergebnis ist negativ, doch unser Auftritt war in Ordnung», bilanzierte Schällibaum nach der Hauptprobe im Hinblick auf die zweite Saisonhälfte. Zudem habe er neue Erkenntnisse zu einer möglichen Anfangsformation gewonnen. Viele Positionen sind momentan noch hart umkämpft; zwischen den Pfosten scheint Neuzugang Francesco Russo die besten Karten zu besitzen.

Ein neuer Abwehrchef?

In der Abwehr sorgt Stéphane Besle für mehr Konkurrenzkampf. Der 32-jährige Innenverteidiger war erst am Freitag vom französischen Zweitligisten RC Lens verpflichtet worden. Zuvor hatte er sich bei Neuchâtel Xamax und in St. Gallen einen Namen als kompromissloser Abwehrhüne mit rund 250 Partien in der Super League gemacht. Schällibaum attestierte seinem neusten Zuzug «viel Ruhe und Sicherheit am Ball».

Es ist durchaus möglich, dass der routinierte Franzose beim Rückrundenauftakt am kommenden Samstag zur Startelf zählen wird. Zumal sich Marco Thaler gegen Luzern mit einer Verletzung am linken Fuss auswechseln lassen musste und für weitere Abklärungen ins Spital gefahren wurde. Nur als Zaungäste waren Sven Lüscher, Ridge Mobulu und Luca Radice anwesend. Nachdem sie zuletzt nicht immer mittrainiert hatten, kamen sie im Testspiel nicht zum Einsatz und absolvierten eine separate Trainingseinheit am Morgen.

Heimspiel gegen Biel vor der Brust

Am nächsten Samstag wird die Rückrunde in der Challenge League mit einem Heimspiel gegen den FC Biel lanciert. «Wir sind auf dem richtigen Weg», zeigte sich Schällibaum aufgrund seiner Eindrücke aus den letzten drei Spielen in der Vorrunde sowie aus der laufenden Vorbereitung zufrieden - mit dem Ziel vor Augen, sich so rasch wie möglich vom Tabellenende zu entfernen.