Auch wenn der Frust nach der Heimniederlage tief sitzt: Ein Blick auf die Rangliste am Samstagabend nach dem Spiel hilft, die Relationen nicht aus den Augen zu verlieren.

1. SG GS/Kadetten Espoirs SH (5/5/10)
2. TV Endingen (5/4/8)
3. Lakers Stäfa (4/4/8)

Drei der vier Niederlagen hat Städtli 1 gegen das Spitzentrio der NLB eingefahren. Es gibt also aus Badner-Sicht eigentlich keinen Grund, sich nach der Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten übermässig zu grämen.

Und dennoch war die Niederlage gegen Endingen ein wenig frustrierend. Das liegt vor allem daran, dass Städtli in der mit rund 500 Zuschauern gut gefüllten Aue zunächst einen ganz formidablen Start erwischte und absolut auf Augenhöhe agierte.

Mit temporeichen Aktionen, einer ausgezeichneten Chancenauswertung und einer aufsässigen Defensive hielten die jungen Badener den Favoriten in Schach und stets ein, zwei Tore auf Distanz. Erst in der 15. Minute gelang den Gästen der Ausgleich, und obwohl Endingen fortan stets in Führung liegen sollte, fühlte es sich da noch nicht nach einer entscheidenden Wende an.

Was sich aber langsam abzeichnete: Städtli 1 bekundete zusehends Mühe, die Pace konstant hoch zu halten, ohne Fehler zu begehen. Da die Goalies hüben wie drüben keine sonderlich starke erste Halbzeit erwischten, wirkte sich das noch nicht entscheidend auf das Skore aus, aber Endingen schaffte es zwischenzeitlich doch, mit vier Toren davonzuziehen.

Zur Pause sollten es nur deren drei sein, und die zweite Halbzeit begann mit einem Tor für Baden auch durchaus vielversprechend. Aber Endingen hatte sich in der Verteidigung neu eingestellt und agierte im Angriff ungleich entschlossener. Jedes Badener Tor wurde nun umgehend über ein schnelles Anspiel ausgeglichen, jeder technische Fehler führte zu einem konsequent abgeschlossenen Tempogegenstoss.

Symptomatisch: Von der 38. bis zur 43. Minute erzielte Städtli kein einziges Tor, beging aber vier technische Fehler. Endingen hingegen skorte vier Mal bei einem Fehler und liess sich auch durch ein Badener Timeout nicht aus dem Konzept bringen.

Nachdem sich mittlerweile auch der Endinger Keeper deutlich gesteigert hatte, bestand am Ausgang der Partie kein Zweifel mehr. Fraglich war nurmehr, wie hoch die Niederlage wohl ausfallen würde. Das 26:34 ist insgesamt angemessen: Deutlich, aber nicht blamabel, was der bis zuletzt kämpferischen Leistung der Heimmannschaft gerecht wird.

Zurück zur Tabelle, Stand Samstagabend: Auf Rang 6 findet sich da die SG TV Solothurn, die dem TV Endingen die bislang einzige Niederlage beigebracht hat. Der nächste Gegner ist zweifellos der nächste harte Brocken, gegen den man sich nur mit einer Leistung wie in der ersten Viertelstunde Chancen ausrechnen darf.

Baden muss Charakter zeigen und beweisen, dass der Teamgeist trotz zermürbender Niederlagen intakt ist. Und das Heimpublikum darf sein Team gerne etwas engagierter unterstützen. Denn was nützt eine volle Aue, wenn sie nicht zum Hexenkessel wird?