Eine Eigenschaft, die ein Sportler oder eine Sportlerin haben muss, um erfolgreich zu sein, ist Ehrgeiz. Natürlich hat die 18-jährige Hürdenläuferin Majella Hauri diesen, sonst hätte sie es wohl nicht geschafft, Anfang Februar die Aargauer Nachwuchs-Rekorde über 60 Meter Hürden und 60 Meter flach in der Halle zu knacken.

Interview mit Hürdenlauf-Talent Majella Hauri

Interview mit Hürdenlauf-Talent Majella Hauri

Doch für die Sportkanti-Schülerin in Aarau ist eines fast genau so wichtig, wie der Ehrgeiz: die Gelassenheit. «Für mich ist es enorm wichtig, dass ich stets Freude im Training habe. Es muss auch mal ein Spässchen drin liegen», sagt die Küttigerin. Sie habe schon oft Athleten erlebt, die verbissen arbeiteten und sich selbst demnach viel zu viel Druck aufbauten.

Fast zum Fussball gewechselt

An einem Wettkampftag weiss Hauri bereits nach dem Einwärmen, ob für sie heute etwas zu holen ist oder nicht. «Ich spüre immer sehr gut, ob ich am Tag X bereit bin. So kann ich auch ein schlechtes Rennen schnell verarbeiten. Das ist eine Stärke von mir und beruhigt mich», sagt sie lachend.

Ihre Trainerin Ursula Keller sieht es ähnlich, wenngleich sie Hauri als sehr ehrgeizig beschreibt: «Wenn Majella eine nicht zufriedenstellende Zeit rennt, fuchst es sie sehr. Sie ist eine selbstkritische Athletin und will ständig besser werden. Und trotzdem schafft sie es, Dinge nicht forcieren zu wollen.»

Doch nicht immer lief es der Leichtathletin wie gewünscht, die währen der Sommersaison hauptsächlich über 100 Meter sprintet und Hürden läuft. Vor vier Jahren hatte sich Hauri ernsthaft überlegt, mit dem Sprinten aufzuhören und zum Fussball zu wechseln. «Ich hatte keinen Spass mehr am Sport. Auch meine Leistungen waren nicht gut und ich habe mich über längere Zeit nicht verbessert», erinnert sie sich.

Ein Trainerwechsel und das Hinzukommen von jüngeren Athleten haben Hauri dann wieder zum nötigen Spass verholfen. Und, nicht verwunderlich, verbesserte sich auch ihre persönliche Leistung schnell wieder.
Jetzt hat die Küttigerin, die für den BTV Aarau startet, grosse Ziele: «Mein Traum ist es, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.»

U20-WM als grosses Ziel

Doch zuvor stehen im Juli die U20-Weltmeisterschaften im amerikanischen Eugene an - das grosse Saisonziel von Hauri. Es wäre das erste Mal, dass die 18-Jährige für den Sport ins Ausland reisen würde. «Ich bin voll im Fahrplan und hoffe meine Hallenzeiten draussen bestätigen zu können», sagt Hauri.

Das bestätigte sie unlängst an den Hallen Nachwuchs Schweizer Meisterschaften in Magglingen. Hauri liess der nationalen Konkurrenz über 60 Meter Hürden keine Chance und siegte mit einer Zeit von 8,75 Sekunden.

Auch an diesem Tag habe die Gelassenheit eine wichtige Rolle gespielt: «Ich habe beim Aufwärmen schon gespürt, dass es mir gut laufen wird», erzählt Hauri, «so konnte ich ohne grosse Nervosität ins Rennen gehen.» Und trotzdem bleibt das Talent hungrig, ihre gelaufene Zeit hat sie nämlich nicht überzeugt. Dies soll beim nächsten Wettkampf anders sein.