Challenge League
Fans dürfen sich freuen: Der neue Ausrüster stellt für den FC Aarau exklusive Trikots her

Seit 2011 läuft der FC Aarau in Trikots des US-Giganten Nike auf. Damit ist Ende Saison Schluss: Künftig kleidet die Schweizer Marke "Gpard" den Traditionsklub ein. Vorteil: Der FCA hat beim Trikotdesign Mitspracherecht.

Sebastian Wendel
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Schwarz und grau sind bald Vergangenheit: Künftig sollen die FCA-Trikots wieder farbenfroher sein

Schwarz und grau sind bald Vergangenheit: Künftig sollen die FCA-Trikots wieder farbenfroher sein

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Zuhause in schwarz, auswärts in Grau: Die diesjährigen Trikots des FC Aarau mögen dem modischen Zeitgeist entsprechen – kreativ, auffallend oder mit den Klubfarben abgestimmt sind sie nicht und haben entsprechend vor Saisonbeginn zu reden gegeben. Böse Zungen behaupten: Die Mannschaft spielt so öde, wie sie daherkommt.

In der nächsten Saison soll alles besser werden. Nicht nur sportlich, auch in der Aussendarstellung. Und dazu gehört nun mal ein Trikot, mit dem sich der Traditionsklubs und seine Fans identifizieren können. Soviel sei verraten: Die neuen Leibchen werden exklusiv nur für den FC Aarau designt und farbenfroher als die aktuellen sein.

Dahinter steckt der neue, ab Sommer gültige und mindestens drei Jahre laufende Ausrüster-Vertrag. Nach neun Jahren in Nike-Textilien läuft der FC Aarau künftig in Trikots, Hosen und Stulpen von Gpard auf (ausgesprochen Tschipard). Das schweizerische Unternehmen mit Sitz nahe Winterthur hat zwar nicht den Bekanntheitsgrad wie US-Gigant Nike, die deutsche Traditionsmarke Adidas oder Puma. Doch während ein Challenge-Ligist auf der Prioritätenliste einer Weltmarke weit hinten steht, bietet Gpard dem FC Aarau Exklusivität und Mitwirkung beim Trikotdesign: In Person von Philipp Bonorand (designierter Präsident), Sandro Burki (Sportchef) und Roger Keusch (Leiter Marketing) vom ersten Entwurf der eigens für den FCA erarbeiteten Unikate an dabei. Von Nike bezog der FCA statusgemäss Trikots ab Stange.

Im vergangenen Herbst hat FCA-Marketingchef Roger Keusch den frei werdenden Ausrüster-Auftrag ausgeschrieben. Acht Offerten gingen ein, der FCA scheint in der Schweiz weiterhin ein attraktiver Verein zu sein. Das beste Gesamtpaket bot Gpard. Keusch sagt: „Gpard war finanziell vorne dabei, doch Geld war nicht das einzige Kriterium: Wir wollten einen Ausrüster mit Geschäftssitz in der Schweiz, bei dem wir uns wertgeschätzt fühlen und bei dem wir wissen, dass unsere Wünsche beim Kleiderdesign Gehör finden.“ Neben den Vertragsverhandlungen wurde das GPard-Material einem Stresstest unterzogen: Mehrmaliges Waschen, Tumblern und eine wortwörtliche Zerreissprobe – um einen Super-Gau wie an der EM 2016 auszuschliessen, als die Trikots der Schweizer Nationalspieler schon beim kleinsten Zupfer rissen und zur Lachnummer wurden.

Was beinhaltet ein Vertrag zwischen Fussballklub und Ausrüster? Anders als bei klassischen Sponsoring-Deals fliesst nicht einfach Geld ins Brügglifeld. Der FC Aarau erhält von Gpard jährlich ein Guthaben im höheren sechsstelligen Bereich, mit dem er Material einkaufen kann: Für das Profiteam, die Aktiv- und Juniorenteams vom Verein FC Aarau 1902 sowie die Juniorenabteilung Team Aargau. Warum nicht auch die Frauenabteilung? Hintergrund: Seit 2017 und dem Aufstieg in die Nationalliga A sind die FC Aarau Frauen eine eigene Organisation mit eigenen Sponsorenverträgen. Keusch sagt: „Mit Gpard haben wir einen Partner gewonnen, der während mehrerer Saisons die Verfügbarkeit von Trainingsmaterial für Junioren in den gleichen Farben und Designs sicherstellt.“ Die Eltern müssen für ihre Kinder also nicht jedes Jahr neue Kleider einkaufen.

„Für uns war der FC Aarau schon länger ein Wunschpartner“, sagt GPard-Geschäftsführer Urs Biedermann und lässt die Hoffnung durchblicken, dass der FCA für das einheimische Unternehmen zum Türöffner in die Super League wird. In diesem Fall erhält der FCA von GPard eine Prämie, da auch der Ausrüster vom grösseren Scheinwerferlicht profitieren würde. Die hohen Ambitionen im Brügglifeld seien jedoch nicht der einzige Grund gewesen, sich mit einer attraktiven Offerte den FCA ins Portfolio zu holen: „Als bodenständiges Unternehmen suchen wir ähnlich tickende Partner: Der FC Aarau ist solid geführt, wirtschaftlich gut abgestützt und in der Bevölkerung verankert.“

Präsentiert werden die neuen Trikots im Juni - in welchem Rahmen, ist gemäss Keusch noch offen. Genauso, in welchen Läden in und um Aarau künftig Fans die Leibchen beziehen können.

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