Automobil
Fabio Leimer will wieder Vollgas geben und sich für die Formel 1 aufdrängen

Der Rothrister Rennfahrer startet am kommenden Wochenende in Malaysia in seine vierte Saison in der GP2. Es kann eine entscheidende sein für ihn. Er hat hart darauf hingearbeitet.

Ruedi Kuhn
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Fabio Leimer bei seinen Testfahrten in Jerez.

Fabio Leimer bei seinen Testfahrten in Jerez.

Wie sagte einst ein kluger Kopf so treffend: «Der Glückspilz erntet Früchte, die der Zufall sät.» Fabio Leimer ist ein Glückspilz. Die Finanzierung seiner Karriere als Autorennfahrer hat er glücklichen Umständen zu verdanken. Das kleine Märchen begann vor zwölf Jahren: Fabios Vater Ronny war als Inspektor für die Versicherungsgesellschaft Helvetia tätig und bearbeitete in dieser Funktion Wasserschaden-Fälle der Bautrocknungsfirma Bautro.

Eines Tages lernte Leimer mit Rainer Gantenbein den Chef der Bautro kennen. Schnell kamen die zwei auf ihre gemeinsame Leidenschaft zu sprechen: den Automobilrennsport. Weil Leimers Sohn Fabio in seinem Kart schon im zarten Alter von zwölf Jahren fast allen Konkurrenten um die Ohren fuhr, erklärte sich Gantenbein bereit, als Sponsor einzusteigen. Nachdem der Berner Unternehmer fürs Erste einen Reifen im Wert von 200 Franken bezahlt hatte, wurde er mehr und mehr zum Mäzen und investierte bis zum heutigen Tag sage und schreibe an die 20 Millionen Franken in seinen Schützling.

Fabio Leimer ist hochkonzentriert.

Fabio Leimer ist hochkonzentriert.

Michael Wyss

Die Leidenschaft des Mäzens

Gantenbein bezeichnet sich als Autofreak und sagt: «Ich bin während 26 Jahren im Porsche Cup mitgefahren. Ich beobachtete Fabio vor zwölf Jahren während eines Kartrennens und war total begeistert.» Spricht man Fabio Leimer auf die Rolle des Geldgebers an, gerät er ins Schwärmen: «Für mich ist Rainer wie ein Sechser im Lotto», sagt er. «Ohne seine grosszügige Unterstützung könnte ich meine Leidenschaft nicht finanzieren.»

Dass der Automobilrennsport Unmengen von Geld verschlingt, beweist folgende Zahl: Das Budget für Leimers zweite GP2-Saison beim Team Racing Engineering mit 22 Rennen an 11 verschiedenen Schauplätzen beträgt zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken. Gantenbein ist ein Eckpfeiler in Leimers Umfeld. Mit Stefan Meier hat Leimer seit drei Jahren auch einen Manager. Meier ist nicht nur verantwortlich für die Pressearbeit und das Marketing, sondern begleitet ihn auch an alle Rennen. «Stefan ist für mich Vertrauens- und Bezugsperson zugleich», sagt Leimer. «Er ist in guten und schlechten Zeiten für mich da.»

Zuversicht nach Testfahrten

Leimer überliess vor dem Startschuss zu seiner vierten Saison am kommenden Wochenende in Malaysia nichts dem Zufall. Tests in Jerez und Barcelona haben gezeigt, dass er mit den Schnellsten mithalten kann. Leimer ist auch körperlich in Form. Während der vergangenen Monate reiste er regelmässig von Rothrist nach Einsiedeln: Im Klosterdorf sorgte Fitness-Guru Otmar Keller dafür, dass der 23-Jährige konditionell Höchstleistungen bringen kann. Momentan scheint es so, als könnte Leimer nichts stoppen.

Die Rennen in Malaysia und drei Wochen später in Bahrain werden erste Aufschlüsse darüber geben, ob Leimer seiner Favoritenrolle in der GP2 gerecht wird. «2013 möchte ich den Titel holen», sagt der junge Mann. Und fügt selbstbewusst hinzu: «Und 2014 will ich in die Formel 1.» Erreicht er das erste Ziel wäre es ein kleines, erreicht er beide Ziele wäre es ein grosses Wunder.

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