Handball
Ex-Endinger entführt die Punkte nach Basel

Der TV Endingen verpasst seine Chancen und unterliegt dem RTV Basel mit 23:24. Sekunden vor Schluss vergaben die Endinger einen Penalty und damit auch die Möglichkeit, zu ihrem ersten Punkt in der laufenden Saison zu kommen.

Alexander Wagner
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Ex-Endinger entführt Punkte nach Basel
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Kampf pur: Sigurbergur Sveinsson (Basel, links) gegen Besfort Biljali (Endingen, rechts).
Mit Wille und Eleganz: Leonard Pejkovic (vorne, Endingen) gegen Henry Martinez (hinten, Basel).
Flavio Galliker (oben, Wohlen) gegen Marco Schneider (unten, Endingen).

Ex-Endinger entführt Punkte nach Basel

Alexander Wagner

Dramatischer hätte es nicht sein können. Wenige Sekunden vor der Sirene nimmt der hünenhafte Henry Martinez die Abkürzung durch den Kreis und rennt den durchgebrochenen, wieselflinken Marvin Lier einfach um. Die logische Konsequenz: Penalty – auch wenn die Basler heftig protestierten. Showdown fünf Sekunden vor dem Ende, die Endinger liegen mit einem Tor im Rückstand und können den ersten Punkt der Saison einfahren.

Doch Goalie Pascal Stauber, der früher auch den Kasten der Surbtaler hütete, behielt die Nerven und wehrte den Penalty von Christian Riechsteiner ab. «Ich war halt öfter in dieser Situation als der junge Spieler», meinte er lakonisch, nachdem er von seinen Kollegen frenetisch gefeiert wurde. «Ich habe das schon ein paar Mal erlebt und kann in dieser Situation nur gewinnen», wollte er sich selber nicht zum Helden machen, während er alte Gesichter aus seiner Zeit im Surbtal erkannte. «Ich war mir ziemlich sicher, denn ich war gut drauf», ergänzte er selbstbewusst und genoss sichtlich den Sieg.

Tausche Tore gegen Punkte

Während Stauber gefeiert wurde, sanken Riechsteiner, Lier und Co. auf die Knie und konnten es nicht begreifen. Alle hatten sich den ersten Zähler dieser Saison so sehnlich gewünscht und aufopfernd dafür gekämpft. Lazar Tosic war besonders erfolgreich, er traf zehnmal in die Maschen hinter Stauber. «Ich würde alle Tore eintauschen gegen zwei Punkte», meinte er masslos enttäuscht.

Entscheidend war die Phase nach der Pause, als die Endinger sich einen kleinen Rückstand einhandelten. Sie kamen zwar – auch dank der Tore von Tosic – noch einmal näher ran, doch immer wieder machte ihnen der Sigurbergur Sveinsson einen Strich durch die Rechnung. «Wir haben es verpasst, dranzubleiben. Und immer einem Rückstand hinterherzurennen, kostet Kraft», wusste Tosic. Am Ende hatte der Isländer elf Treffer auf seinem Konto und, obwohl er angeschlagen ist, massgeblichen Anteil am Sieg der Basler.

Erklärungen hatten er und auch Lier nicht. «Man kann nicht alles auf die fehlende Routine schieben», meinte der Junioren-Nationalspieler, auch wenn dies wirklich ein entscheidender Punkt ist. Die Surbtaler müssen sich aber auch an der eigenen Nase packen: Der Einsatz war vorbildlich und die Moral nach dem verschlafenen Start in beide Hälften hervorragend. Aber aus den Überzahlsituationen haben sie zu wenig Kapital geschlagen. Und am Ende raubte ihnen ein ehemaliger Endinger die letzte Hoffnung auf den ersten Punktegewinn.

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