Kommentar
Ex-Captain Sandro Burki ist für den FC Aarau ein Glücksfall

Kaum zu glauben aber wahr. Gestern noch im Training, heute arbeitet er neben dem Platz - Sandro Burki ist der neue Sportchef des FC Aarau. Ist der 31-Jährige der richtige Nachfolger von Raimondo Ponte?

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Sandro Burki fungiert als neuer Sportchef beim FC Aarau. DFS

Sandro Burki fungiert als neuer Sportchef beim FC Aarau. DFS

Die Antwort lautet Ja! Burki ist für den FC Aarau sogar ein Glücksfall. Zugegeben: Er ist noch sehr jung und hat als Sportchef keine Erfahrung. Aber das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil! Für den Einstieg ins zweifellos anspruchsvolle Amt gibt es für ihn kaum einen besseren Zeitpunkt als gerade jetzt. Der FC Aarau, seines Zeichens Cupsieger 1985 und Meister 1993, zählt momentan nicht einmal in der zweithöchsten Spielklasse zum Spitzenfeld.

Er steckt sportlich in einer Sackgasse. Um es in der Boxersprache zu sagen: Der FC Aarau liegt am Boden. Der FC Aarau ist angezählt. Der FC Aarau steht vor dem Knockout. Das heisst: In Zukunft kann alles nur noch besser werden.

Für Burki spricht auch der Umstand, dass er heiss auf diesen Job ist. Es war sein Ziel, nach der Spieler-Laufbahn als Sportchef tätig zu sein. Wie viel ihm dieses Amt bedeutet, zeigt alleine die Tatsache, dass er seine aktive Karriere trotz Vertrag bis im Sommer 2018 ab sofort beendet. Er brennt geradezu darauf, das sinkende Schiff FC Aarau vor dem Untergang zu retten.

Sandro Burki war acht Jahre lang Captain des FC Aarau

Sandro Burki war acht Jahre lang Captain des FC Aarau

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Eines ist klar: Burki hat als Sportchef eine Chance verdient. Er spielt seit
der Saison 2006/07 für den FC Aarau, war in den vergangenen acht Jahren Captain, kennt den Verein vom Brügglifeld also in- und auswendig.

Ob Burki ein guter oder ein schlechter, ein erfolgreicher oder kein erfolgreicher Sportchef wird, hängt vor allem davon ab, ob er seine Ideen und Pläne durchsetzen kann. Er muss konsequent seinen Weg gehen und darf sich von alt eingesessenen Funktionären und Fans weder in guten noch in schlechten Zeiten dreinreden lassen.

Burki muss also bereit sein, das staubige und verkrustete Bild des FC Aarau zu erneuern. Er muss es schaffen, der momentan grauen Maus FC Aarau ein neues Gesicht zu vermitteln. Gelingt ihm das, kommt der Erfolg als Sportchef von ganz alleine.