FC Aarau

Ex-Aarauer Torhüter Joël Mall: «Mein Herz schlägt schon noch etwas für den FC Aarau»

Joël Mall drückt immer noch dem FC Aarau die Daumen– ob er ins Brügglifeld zurückkehren wird, ist aber offen.

Joël Mall drückt immer noch dem FC Aarau die Daumen– ob er ins Brügglifeld zurückkehren wird, ist aber offen.

Der frühere Aarauer Torhüter Joël Mall spricht über das Aargauer Derby und seine schwierige Zeit bei den Grasshoppers. Eine Rückkehr zu Aarau betrachtet er als eine Option für die Zukunft.

Joël Mall, sind Sie heute Nachmittag beim Derby Wohlen gegen Aarau mit dabei?
Joël Mall: Das kann gut sein. Aargauer Derbys interessieren mich. Sie sind spannend und sorgen immer wieder für Emotionen. Ausserdem verfolge ich nach wie vor die Entwicklung meiner Freunde und ehemaligen Aarauer Teamkollegen Olivier Jäckle und Daniele Romano.

Kennen Sie die Bilanz zwischen dem FC Aarau und Wohlen?
Ich habe mit dem FC Aarau kein Derby verloren. Ich weiss auch, dass Aarau zehnmal gewonnen und viermal unentschieden gespielt hat. Ich bin sicher, dass die Aarauer auch das 15. Duell am Sonntag nicht verlieren werden.

Dann drücken Sie also dem FC Aarau die Daumen.
Natürlich. Wem denn sonst.

Wagen Sie eine Prognose?
Ich tippe auf einen 1:0-Sieg des FC Aarau. Captain Sandro Burki sorgt mit einem Chip für die Entscheidung.

Sie wohnen in Aarau, Sie sind bei fast jedem Heimspiel der Aarauer im Brügglifeld: Gibt es etwas, das Sie uns sagen wollen…
…nein, aber ich bin und bleibe nun mal ein Aarauer. Die Stadt Aarau ist mein zu Hause. Ich habe viele Freunde und Kollegen in der Stadt. In meiner Familie wird viel über den FC Aarau gesprochen. Und meine Eltern gehen immer gerne ins Brügglifeld.

Schlägt Ihr Herz immer noch für den FC Aarau?
Mein Herz schlägt schon noch etwas für den FC Aarau. Aber ich bin Profi. Alles was ich habe, gebe ich für GC. Ich will mit GC auf die Siegesstrasse zurück. Für den Erfolg der Mannschaft mache ich alles. Und ich will nach meinem Verletzungspech wieder Torhüter Nummer eins sein. Ich fühle mich physisch und psychisch stärker denn je. Ich glaube, dass ich ins Tor gehöre.

Dann ist also nichts dran an den Gerüchten um Ihre eventuelle Rückkehr zum FC Aarau im Hinblick auf die neue Saison?
Nein. Von Gerüchten weiss ich nichts.

Ihr Vertrag mit GC dauert nur noch bis Ende Saison: Bleiben Sie oder gehen Sie?
Diese Frage kann und will ich nicht beantworten. Ich will Erfolg mit GC, egal wie lange mein Vertag dauert. Die Zürcher haben mir die Möglichkeit geboten, in der Super League zu spielen. Und ich habe das Gefühl, dass mein Weg bei GC noch nicht zu Ende ist.

Noch einmal: Ist der FC Aarau im Hinblick auf die nächste Saison eine Option für Sie?
Momentan denke ich nur an GC. Aber der FC Aarau ist für die Zukunft durchaus eine Option. Aber eine Rückkehr kommt nur infrage, wenn ich innerhalb des Klubs eine langfristige Planung und Strategie erkennen kann. Egal, wo ich bin: Ich will Erfolg. Ich müsste beim FC Aarau erkennen, dass alles unternommen wird, um den Aufstieg in die Super League anstreben zu können.

Was heisst das konkret?
Es wäre beispielsweise toll, wenn man bezüglich Stadionbau im Torfeld Süd grünes Licht geben könnte. Ein neues Stadion wäre eine Initialzündung für einen erneuten Angriff auf die Super League. Zudem würde ich es Präsident Alfred Schmid und Vizepräsident Roger Geissberger gönnen, weil sie wie Löwen für dieses Projekt kämpfen. Sie hätten es am meisten verdient.

Kommen wir zurück zu GC: Momentan sind Sie hinter Vaso Vasic nur Torhüter Nummer zwei. Nervt Sie das?
Natürlich will ich spielen. Die Vorrunde verlief relativ unglücklich für mich. Ich konnte mein Leistungspotenzial nicht zu hundert Prozent ausschöpfen und bekam dafür schnell die Quittung. Und als die Karten nach der Winterpause neu gemischt wurden, zog ich mir einen leichten Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu. Diese Verletzung kam mir in die Quere. Ich konnte während vier Wochen nicht trainieren. Das zu akzeptieren war schwierig. Sehr schwierig sogar.

Joël Mall will bei GC die Nummer Eins im Tor sein.

Joël Mall will bei GC die Nummer Eins im Tor sein.

Sind Sie jetzt wieder fit?
Ja. Jetzt bin ich wieder zu hundert Prozent fit und kann voll angreifen. Mein Ziel ist es, wieder als Nummer eins im Tor zu stehen und mit GC möglichst viele Punkte zu sammeln.

Nach dem überraschenden Abgang von Captain Kim Källstörm hat GC turbulente Tage hinter sich. Wie beurteilen Sie den Abgang des Schweden?
Für die Medien war das natürlich eine grosse Story. Ich hatte ein gutes Verhältnis mit Kim Källström. Ich kannte seine Gefühlswelt und wusste, dass er mit der aktuellen Situation von GC nicht mehr zufrieden war. Der Schwede hatte andere Ansprüche, als in den hinteren Regionen der Super League zu spielen.

Dann hat Sie der schnelle Abgang von Kim Källström nicht überrascht?
Nein, aber ich dachte, dass Källstöm bis Ende Saison bleiben wird.

Wie schwer wiegt sein Abgang?
Schon schwer, aber es ist auch eine grosse Chance für andere Spieler, mehr Verantwortung zu übernehmen und aus dem Schatten des Denkers und Lenkers zu treten.

Was trauen Sie GC in dieser Saison noch zu?
Ein Platz in den Top 5 ist durchaus realistisch. Wir haben genügend Qualität, um dieses Ziel zu erreichen.

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Autor

Ruedi Kuhn

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