FC Lausanne-Sport

Es wächst etwas heran in Lausanne: FCA-Gegner hat grosse Ziele gesetzt

Im Mai 2020 soll das Stade de la Tuilière bezugsbereit sein.

Im Mai 2020 soll das Stade de la Tuilière bezugsbereit sein.

Der FC Lausanne-Sport, Freitagabend im Brügglifeld der Gegner des FC Aarau, besitzt dank Eigentümer Ineos glänzende Perspektiven. Der Verein wünscht sich, dass mit der Fertigstellung des neuen Stadions im kommenden Sommer auch der Aufstieg perfekt gemacht werden kann.

Die Zeit drängt. Im Mai soll das Stade de la Tuilière fertig sein. 1,5 Kilometer nördlich der Pontaise und neben dem Flugplatz Lausanne-Blécherette gelegen. Dank den Investitionen von Ineos wird das 77 Millionen Franken teure Bauwerk mit seinen 12'000 Sitzplätzen ein Schmuckkästchen sein. Und die neue Heimat des FC Lausanne-Sport, des Traditionsvereins mit sieben Meistertiteln und neun Cupsiegen.

Das neue Lausanne-Stadion hat eine Kapazität von 12'000 Sitzplätzen.

Das neue Lausanne-Stadion hat eine Kapazität von 12'000 Sitzplätzen.


Obwohl der englische Klubbesitzer Jim Ratcliffe und sein Petrochemiekonzern Ineos (Umsatz 60 Milliarden Dollar) lieber einen Naturrasen verlegen würden, wird in den nächsten Jahren auf Kunstrasen gespielt. Dies, weil der für zehn Millionen Franken geplante Trainingscampus erst in fünf Jahren bezugsbereit sein wird und bis dann im Stadion trainiert werden muss.

Neben dem Stadion wird ein Trainingscampus für zehn Millionen Franken angebracht.

Neben dem Stadion wird ein Trainingscampus für zehn Millionen Franken angebracht.


Natürlich ist die Hoffnung gross, dass in der neuen Arena schon in der nächsten Saison Super-League-Fussball gespielt wird. Die Mannschaft, die in der Challenge League nach zehn Runden mit einem Punkt Vorsprung auf GC Leader ist, hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck als in der vergangenen Saison, als am Ende sogar der Barrageplatz verpasst wurde.

Lausanne-Sport grüsst derzeit von der Tabellenspitze in der Challenge League.

Lausanne-Sport grüsst derzeit von der Tabellenspitze in der Challenge League.

«Mein Team erhielt im Sommer nur ein paar Retuschen und ist jetzt ein Jahr weiter», sagt Trainer Giorgio Contini. «Nach dem Abstieg vor einem Jahr und dem folgenden Umbruch mussten sich der neue Besitzer, der neue Trainer, die neue Mannschaft, der neue Sportchef und die vielen neuen Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und im Marketing erst einmal finden», sagt Contini.

Lausannes Trainer Giorgio Contini muss in dieser Saison Resultate liefern.

Lausannes Trainer Giorgio Contini muss in dieser Saison Resultate liefern.


Zu Beginn unterliefen Ineos ein paar Fehler


Nach der Übernahme im November 2017 waren den Verantwortlichen einige Fehler unterlaufen, die mit zum Abstieg führten. Der von Thun für eine Million Franken geholte Simone Rapp war ebenso ein Flop wie Enzo Zidane, für den sagenhafte 300'000 Franken in den Sand gesetzt wurden.

Enzo Zidane konnte bei Lausanne nicht überzeugen.

Enzo Zidane konnte bei Lausanne nicht überzeugen.


Mittlerweile wirkt der Klub gefestigt und in seiner Strategie klarer. Das Team wurde mit den Offensivspielern Aldin Turkes von Rapperswil und Christian Schneuwly von Luzern nur moderat verstärkt. Allerdings werden bei Lausanne weiter sehr gute Löhne gezahlt, wie der «Blick» kürzlich aufgedeckt hat.

So kassiert der eher durchschnittliche serbische Aussenverteidiger Nikola Boranijasevic monatlich 11'500 Franken, und auch der neue Goalgetter Turkes dürfte üppig verdienen. «Wir haben jetzt Stürmer, die Tore schiessen», sagt Contini. «Es sieht alles viel besser aus. Auch, weil wir in Ruhe arbeiten können.»

Nikola Boranijasevic verdient bei Lausanne 11'500 Franken im Monat.

Nikola Boranijasevic verdient bei Lausanne 11'500 Franken im Monat.

Was bedeutet, dass Ineos nicht ständig auf der Matte steht und Druck macht. Im März hat Bob Ratcliffe, der Bruder des gemäss «Forbes» 12 Milliarden Dollar schweren Eigentümers, das Präsidentenamt bei Lausanne-Sport übernommen. Er lebt zwar in London, ist aber regelmässig präsent. «Er pendelt zwischen London, Lausanne und Nizza», sagt Contini.

Lausanne hat dank Ineos ein jährliches Budget von über zehn Millionen Franken.

Lausanne hat dank Ineos ein jährliches Budget von über zehn Millionen Franken.


Im Sommer hat der Ineos-Konzern, der im Waadtland noch andere Sportarten unterstützt und im Radsport das erfolgreiche Team Sky besitzt, den Marathon-Exploit von Eliud Kipchoge ermöglicht hat und beim America’s Cup der Segler an den Start geht, nun auch noch für 110 Millionen Franken den französischen League-1-Klub OGC Nice gekauft.

Dass deshalb in Lausanne gespart werde, stimme nicht, dementiert Contini ein Gerücht. «Lausanne hat für Ineos die gleiche Bedeutung wie Nizza», sagt der Trainer. Das leicht abgespeckte Budget soll weiter über zehn Millionen Franken betragen.


In der Länderspielpause zu Besuch in Nizza


Contini, seine Mannschaft und alle Angestellten, von der Wäschefrau bis zu den Physiotherapeuten, haben die Länderspielpause für einen Besuch in Nizza genützt. In einem Testspiel erreichte Lausanne ein 0:0, aber wichtiger war der Austausch mit den Franzosen. Diese haben 2013 ein wunderbares Stadion eingeweiht und versorgen die Lausanner nun mit Know-how. «Es war wie ein Workshop», sagt Contini.

Die Bauarbeiten für das neue Lausanne-Stadion befinden sich im Endspurt.

Die Bauarbeiten für das neue Lausanne-Stadion befinden sich im Endspurt.


Der Winterthurer ist sich bewusst, was für ein Glück er hat, gerade jetzt in Lausanne Trainer zu sein. «Es wird mit Weitsicht gearbeitet und es wächst etwas heran», sagt Contini. Aber er weiss genau: «Alles hängt vom sportlichen Erfolg ab.» Vollgas ist gefragt. Nicht nur von den Arbeitern beim Endspurt im Stadionbau.

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