Es ist erst eine Viertelstunde gespielt, da fliegen die Schläger des GC-Trommlers auf den als «Gegentribüne» aufgestellten Bänken. Nach dem Treffer von TVE-Captain Christian Riechsteiner zum zwischenzeitlichen 9:2 ist auch der kleinen Gruppe Gästefans und verletzter GC-Spieler klar: Das wird an diesem Sonntagnachmittag nichts.

Umso frenetischer feiert der Rest der 1480 Zuschauer das Heimteam bereits früh. Der TV Endingen spielt sich in einen Rausch und fügt GC Amicitia mit 29:19 eine empfindliche Niederlage zu. Allen voran Torhüter Gabor Busa, der phasenweise kaum zu überwinden ist, präsentiert sich in Höchstform.

Busas hervorragende Abwehrquote

Als er in der 49. Minute für die Schlussphase durch Routinier Claudio Boccarelli ersetzt wird, verzeichnet die offizielle Statistik für den 30-Jährigen eine hervorragende Abwehrquote von 58 Prozent – unmittelbar nach der Pause liegt sie sogar bei sagenhaften 71 Prozent.

«Hinter so einer Abwehr ist es nicht schwierig, die Paraden zu machen», sagt Busa nach der Schlusssirene bescheiden und ergänzt: «Wir hatten drei Wochen Zeit, uns auf dieses Highlight vorzubereiten. Das ist uns gut gelungen.»

Die 2:0-Führung in der Serie will der Mann des Spiels nicht überbewerten: «Der Grundstein ist mit den beiden Siegen gelegt. Klar, wir können jetzt befreit aufspielen, der Druck liegt beim Gegner. Aber wir dürfen das trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen.»

«Das bedeutet noch gar nichts»

Ähnlich klingt es auch bei seinem Trainer Zoltan Majeri: «Das 2:0 bedeutet für mich noch gar nichts. Alles was zählt, ist der dritte Sieg. Der Vorteil liegt jetzt zwar bei uns, aber damit ist noch überhaupt nichts gewonnen.» Majeri ist mit der Leistung seines Teams zufrieden – vor allem in der ersten Halbzeit, nach welcher der TVE mit 16:5 in Führung lag.

«Da haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle», sagt er. In der zweiten Halbzeit rotierte der Trainer und sorgte dafür, dass jeder Spieler auf dem Matchblatt zu Einsatzzeit kam. «Es ist sehr wichtig für das Teamgefüge, dass alle involviert sind», begründet Majeri seine Strategie.

So verfolgten phasenweise Stammkräfte wie Captain Riechsteiner, Nemanja Sudzum oder Leonard Pejkovic die Partie von der Ersatzbank. Leisten konnten sich das die Endinger auch deshalb, weil sie den im Altersdurchschnitt drei Jahre jüngeren Gegner jederzeit im Griff hatten.

Dritte Partie am Sonntag

Am kommenden Sonntag (Anpfiff 16.00 Uhr) kommt es in der Zürcher Saalsporthalle zur dritten Partie der Playout-Serie zwischen den beiden Teams. Die Endinger können dann mit einem Sieg den Sack zu machen.

Nach der gestrigen Machtdemonstration des TVE wäre alles andere als ein weiterer Erfolg für den NLA-Aufsteiger des vergangenen Sommers und der damit verbundene Ligaerhalt eine grosse Überraschung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schläger der TVE-Trommler in Zürich aus Frust fliegen werden, dürfte sehr klein sein.

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