Fussball
Erster Sieg für den FC Gränichen – ausgerechnet gegen den Leader

Die Osterwalder-Elf gewinnt zu Hause gegen den bisher noch ungeschlagenen FC Moutier dank eines Elfmetertores von Marc Wehrli in der 90. Minute mit 1:0. Der Siegtreffer fiel zwar spät, war aber aufgrund des Spiels durchaus verdient.

Dario Trost
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Gränichens Ahmetaj (M.) gegen Menanga (M., vorne).

Gränichens Ahmetaj (M.) gegen Menanga (M., vorne).

Dario Trost

Der FC Gränichen ist definitiv in der Saison 2014/15 angekommen. Mit dem Dreier gegen den Tabellenführer aus Moutier bestätigt das Team die Aufwärtstendenz der letzten Wochen. Nach zwei Niederlagen zum Start und zuletzt zwei Unentschieden gegen Lenzburg und Wohlen ist er also da – der erste Gränicher Sieg in der aktuellen Meisterschaft.

Und dies zurecht. Die Gelbschwarzen machten dem Favoriten aus dem Berner Jura von Anfang an das Leben schwer, standen sehr kompakt und zeigten sich aggressiv in den Zweikämpfen.

Moutier vergibt Topchancen

So dauerte es bis zur 24 Minute ehe der Gast zur ersten Gelegenheit kam, doch diese Szene hatte es gleich in sich. Ein Schuss von Joseph Bruno landete zufällig in den Füssen von Gillian Ren, der ganz alleine vor dem Tor stand, mit seinem Abschluss aber am stark reagierenden Livio Buchser scheiterte und danach das Kunststück fertigbrachte, den Abpraller statt ins leere Tor in den Gränicher Abendhimmel zu donnern.

Gränichens Müller (r.) kämpft gegen Moutiers Hulman um den Ball.
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Grosser Jubel beim FC Gränichen nach dem 1:0-Siegtreffer per Penalty durch Wehrli.
Gränichens Velimirovic (l.) im Zweikampf mit Moutiers Heinzmann.
Einsatz total von Gränichens Züllig (r., hinten).

Gränichens Müller (r.) kämpft gegen Moutiers Hulman um den Ball.

Dario Trost

Der FC Moutier war in der Folge die etwas aktivere Mannschaft und kam gelegentlich zu Abschlüssen, die allerdings kaum für Gefahr sorgten. Eine Ausnahme kurz vor der Pause, als plötzlich Thomas Lovis alleine vor Buchser auftauchte, allerdings zuerst an diesem scheiterte und den Nachschuss danach neben das Tor setzte.

Und der FC Gränichen? Die Mannschaft von Trainer Sven Osterwalder überzeugte vor allem in der Defensive, vorne blieben die Topchancen noch aus. Doch dies sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern.

Gränichen bestimmt zweiten Durchgang

Denn kurz nach Wiederanpfiff im zweiten Durchgang hatte der FCG seine erste Druckphase und kam durch Tomislav Bajo (51. und 60.) zu zwei Kopfballchancen. Das Leder fand den Weg ins Tor allerdings nicht, wie auch beim Abschluss von Franjo Bajo (56.), dessen Direktabnahme von Moutier-Torhüter Burgerey über die Latte gelenkt wurde.

Ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt war ein herrlicher Sololauf von Ivan Lopez in der 67. Minute. Der Gränicher Topskorer scheiterte mit seinem Schuss am gegnerischen Torwart, nachdem er zuvor durch die gesamte Gästeabwehr spazierte. Auf der Gegenseite wurde Moutier nur noch einmal gefährlich, als der eingewechselte Vincent Schaffner eine Viertelstunde vor Schluss auf der linken Seite frei zum Schuss kam, seinen Versuch aber von Buchser pariert sah.

Es war dies der Startschuss zu einer spannenden und dramatischen Schlussphase. Dramatisch deswegen, weil Arshik Ahmetaj in der 87. Minute die hochkarätigste FCG-Chance des gesamten Spiels vergab. Der Mittfeldakteur setzte eine pfannenfertige Hereingabe von Lopez aus kurzer Distanz neben das Gehäuse. Doch es war dies noch nicht die letzte Möglichkeit für den Siegtreffer.

Marc Wehrli und das Siegestor in der 90. Minute

In der 90. Minute wurde der eingewechselte Rado Vasic im Strafraum zu Boden gerissen und Schiedsrichter Frédéric Curnoz zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Marc Wehrli übernahm die Verantwortung und hämmerte den Ball in die linke untere Ecke.

Der Jubel auf der ZehnderMatte kannte keine Grenzen und kurz darauf kam die Gewissheit – der erste Sieg des FCG in dieser Saison war Tatsache. Und dies ausgerechnet gegen den bisherigen Ligadominator Moutier. Dass die Partie mit einem Treffer in der 90. Minute entschieden wurde, machte den Gränicher Erfolg umso schöner.

Gränichen und die Last-minute-Treffer. Da ist doch was: Genau. Im Jahr 2014 ist es bereits das fünfte Mal, dass der FCG eine Partie in der Nachspielzeit entscheidet. Ein starker Wert.

Die Chance den Sieg gegen Moutier zu bestätigen bietet sich den Gelbschwarzen am kommenden Samstag auswärts beim FC Dürrenast. Anpfiff im Standbad, Thun ist um 16.00 Uhr.