Schneller Schlagabtausch

Beide Mannschaften brauchten nicht allzu lange, um ins Spiel zu kommen. Die Partie startete schnell, im Minutentakt fielen die Tore. Der TV Endingen startete stark, erste Unsicherheiten bei einem vertändelten Gegenstoss blieben ohne Konsequenzen. Simon Huwyler schaffte den ersten Führungstreffer, doch die Endinger konnten die Führung nicht halten.

Christian Riechsteiner als grandioser 7-Meter-Schütze

Riechsteiner spielte über die ganze Spielzeit toll auf. Er zeigte immer wieder bei seinen 7-Meter Einsätzen Nervenstärke und brillierte mit seinen gesamthaft elf Treffern.

Tano Baumann aber überzeugte. Er holte sich jeden Ball, schoss unerwartet und brach somit eine kleine Blockade. Nach seinem tollen Schlenzer zeigten seine Teamkameraden auch mehr Tore aus dem Hinterhalt.

Selbst Neuzugang Zinédine Ghozi (Leihgabe vom Erstligisten Yverdon) erzielte sein erstes NLA Tor.

Gabor Busa hatte einen durchwachsenen Tag erwischt. Gut gestartet und wie immer reaktionsschnell, kam er zeitweise an keinen Ball heran. Seine Vorderleute hatten kurze Phasen, in denen sie unsortiert standen und die Löcher in der Verteidigung zu gross wurden. Busa gewann dann immer mehr an Sicherheit und hielt seine Mannschaft auf Tuchfühlung.

Kurz vor der Pause wurde es ein wenig laut am Feldrand und die Endinger Bank fing sich eine Zeitstrafe ein. So mussten noch fünf Feldspieler das Unentschieden 16:16 über die Pause retten.

Nervenstarker Angriff

Der TSV Fortitudo Gossau erzielte nach dem Wiederanpfiff einen schnellen Führungstreffer, da die Endinger Abwehr zu zahm und zu spät bei schnellen Kontern reagierte. Doch die Endinger Entschlossenheit war immer spürbar.

Im Angriff selber schnell und konsequent, brachte Simon Huwyler die Gastgeber wieder in Führung. Die Umstellung im Angriff hatte sich gelohnt, die Endinger verstanden es, gut Druck aufzubauen.

Erstmals mit zwei Toren weg

Ob die Endinger die zwei Punkte sich gutschreiben könnten, war lange Zeit nicht klar. Erst in den letzten fünfzehn Minuten ging wirklich die Post ab. Jonathan Knecht machte entscheidend Druck.

Die zahlreichen Zuschauer spürten, dass der erste Sieg der Saison in der Luft lag. Die Sprechchöre wurden lauter und die Endinger nutzten eine schlechte Phase der Gäste gekonnt aus. Sie zogen mit zeitweise sechs Toren weg.

Offene Deckung effektiv

Die Endinger stellten die Deckung um und brachten Gossau in Schwierigkeiten. In dieser starken Phase der Endinger versuchte der TSV seinerseits mit einer offenen Deckung es den Endingern schwer zu machen.

Doch die Endinger liefen die lange Wege, fanden Anspielpartner und punkteten munter weiter. In dieser entscheidenden Schlussphase parierte auch Busa wieder genau richtig. So konnte der TV Endingen dem Druck standhalten und überzeugte mit einem 35:31.

«Wir haben mit Herz und Kopf gespielt.»

Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten war zurückgekehrt und die Erleichterung über die zwei gewonnenen Punkte stand allen Spielern ins Gesicht geschrieben. Routinier Nemanja Sudzum meinte auf die Frage, warum der TV Endingen dieses Spiel für sich entscheiden konnte:

«Wir sind eine Familie. Seit nunmehr fünf Spielen ohne Sieg (vier in der Meisterschaft, eine Niederlage im Cup) hat es nicht gestimmt, die Erlösung musste kommen. Wir haben viele Verletzte, wir haben viel Pech gehabt. Heute hat alles gestimmt.

Wir haben mit Herz und Kopf gespielt - das ist unsere Kraft. Nur als Team und nicht nur individuell haben wir gezeigt, dass der TV Endingen nicht einfach so in der NLA ist.»