Der GC-Lehrling Ciriaco Sforza hat Kummer. «Ruedi», sagt er, «ich will nicht länger Lehrling bei GC sein. Ich möchte bei den Grossen mitmachen. Ich möchte Profi sein. Kannst Du mir bei der Klubsuche helfen?»

Ich helfe gerne. Schliesslich kenne ich Ciriaco seit Jahren und spiele oft mit ihm Fussball. Ich überlege kurz. Dann habe ich die zündende Idee. «Komm doch zum FC Aarau», sage ich. «Die geben Dir sicher einen Profi-Vertrag.» «Das wäre super», entgegnet Sforza. «Im Brügglifeld würde ich mich wohl fühlen.»

Da war er noch jung: Ciriaco Sforza im Dress des FC Aarau.

Da war er noch jung: Ciriaco Sforza im Dress des FC Aarau.

Gesagt, getan: Ich spreche mit René Herzog, dem Präsidenten der FCA-Sponsorengruppe «Club 100». «Sforza zu Aarau? Grossartig!», sagt Herzog. Einige Tage später kommt es im Elternhaus von Ciriaco in Wohlen zu einer Verhandlungsrunde. Mit dabei sind FCA-Sportchef Walter Seiler, René Herzog, Sforza senior, Sforza junior und ich.

Plötzlich zieht mich Ciriaco am Ärmel und bittet mich in ein Nebenzimmer. Er klaubt einen Zettel aus seiner Hosentasche. Die Botschaft ist klar. «8000 Franken und ein Auto» steht auf dem Papier. «Das sind meine Bedingungen», erklärt ein selbstbewusster Sforza. Ich lächle und sage: «Klar doch, Ciri, das ist ein faires Angebot. Das bist Du dem FC Aarau wert. Ich werde Walter Seiler informieren. Danach sehen wir weiter.»

Ciriaco Sforza (M.) während einer Partie mit dem FC Aarau.

Ciriaco Sforza (M.) während einer Partie mit dem FC Aarau.

Der Rest ist Formsache. Seiler macht mit Sforza den Vertrag klar. Der offizielle Teil ist vorbei. Fortunato Sforza holt eine Flasche Champagner aus dem Kühlschrank. René Herzog hält eine kurze Ansprache und heisst Ciriaco Sforza beim FCA willkommen. Wir lassen die Korken knallen und stossen an. Ich fühle mich als Vermittler des Transfers pudelwohl. Aber nicht für lange.

Lesen Sie in zwei Wochen, warum ich nach dem Transfer von Ciriaco Sforza von GC zum FC Aarau vor einer folgenschweren Entscheidung stand.