Schweizer Cup

Erschreckend schwach: Der FC Aarau blamiert sich mit dem 1:2 beim viertklassigen FC Echallens

Es ist der Super-GAU. Der FC Aarau verliert gegen den viertklassigen Gegner FC Echallens in der ersten Runde mit 1:2 und scheidet aus dem Schweizer Cup aus. Bereits zur Halbzeit lagen die Aarauer zurück, nach der Pause zwischenzeitlich gar mit 0:2. Michaël Perrier schoss den Anschlusstreffer, doch zu mehr reichte es nicht.

Am Ende kam nochmals Hoffnung auf: Ein Flankenball von Michaël Perrier hatte sich glücklich ins gegnerische Tor gesenkt, doch der Aarauer Anschlusstreffer in der 85. Minute blieb ein seltener Höhepunkt an einem ernüchternden Nachmittag mit historischer Tragweite. Zum ersten Mal seit 2002 (0:2 in Baden) musste sich der FCA in der ersten Cup-Runde geschlagen geben. Und dass sich ein Vertreter ausserhalb der beiden obersten Spielklassen als unüberwindbare Hürde erwies, hatte Aarau zuletzt 1985 als amtierender Cupsieger im bernischen Lengnau erfahren müssen.

Kein Zwei-Klassen-Unterschied zu erkennen

In Echallens war erschreckend, dass der Zwei-Klassen-Unterschied während 90 Minuten nicht zu erkennen war. Im ersten Umgang reichte es nur zu einem Abschluss durch Patrick Rossini (22.), ehe die Waadtländer mutiger wurden und sich nach mehreren Annäherungsversuchen folgerichtig mit dem Führungstreffer durch Baptiste Bersier belohnten. Auch wenn Cheftrainer Marinko Jurendic von einem «unglücklichen Gegentreffer» in der Nachspielzeit sprach, war die Halbzeitführung der Gastgeber keineswegs gestohlen. «Wir waren viel zu passiv und haben auf ein Wunder gewartet», monierte Captain Olivier Jäckle, stellvertretend für eine niedergeschlagene Mannschaft.

FC Echallens Région - FC Aarau 2:1 (13.08.2017, Stimmen zum Spiel)

FC Echallens Région-FC Aarau 2:1 – Stimmen zum Spiel

Olivier Jäckle und Cheftrainer Marinko Jurendic äussern sich zum frühen Ausscheiden aus dem Helvetia Schweizer Cup.

Zwar taten die Schützlinge von Cheftrainer Jurendic nach dem Seitenwechsel etwas mehr für das Spiel, doch das fehlende Selbstvertrauen nach vier sieglosen Partien zu Beginn dieser Challenge-League-Saison war nur selten zu verbergen. Rund um den gegnerischen Strafraum liessen es die Aarauer bei dieser historischen Cup-Blamage an Durchsetzungsvermögen, Entschlossenheit und Präzision vermissen; stattdessen musste sich der FCA glücklich schätzen, dass auch Echallens, welches ohne den gesperrten Goalgetter Yassine El Allaoui antreten musste, mehrfach die Vorentscheidung vergab. Nachdem Bersier (52.) und Fatah Ahamada (77.) primär an sich selbst gescheitert waren, sah Mehmed Begzedic seinen Freistoss von der Querlatte zurückprallen (80.). Aber nur wenige Augenblicke später sorgte Ahamada mit einem schnörkellosen Konter für den zweiten Treffer der Hausherren, woraufhin es nur noch zur Aarauer Resultatkosmetik durch Perrier reichte.

«Enttäuschend und ungenügend»

«Kaum ein Spieler hat seine Leistung gebracht», wusste auch Jurendic, dessen Mannschaft mit einer Dreierabwehr agierte, aber den soliden Erstligisten mit dem Ex-Internationalen Alexandre Comisetti an der Seitenlinie dennoch nur selten in Bedrängnis bringen konnte. Dass Aarau innert sechs Tagen dreimal antreten musste, reicht als Erklärung für einen uninspirierten Auftritt ebenso wenig aus. Umso deutlicher ist das Fazit aus der englischen Woche: «Dass wir in zwei Ligaspielen nur einen einzigen Punkt geholt haben und aus dem Cup ausgeschieden sind, ist enttäuschend und ungenügend», so Jurendic.

Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Als sich Aarau vor acht Jahren letztmals gegen einen unterklassigen Kontrahenten (Biel) aus dem nationalen Pokal verabschiedete, stand der Abstieg am Ende einer verkorksten Saison. Davon ist der Club zwar noch weit entfernt, doch wurde eine gute Gelegenheit verpasst, sich in der Westschweiz frisches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben in der Meisterschaft gegen die ambitionierten Equipen von Vaduz und Servette zu holen.

Der Liveticker des Spiels zum Nachlesen:

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