Challenge League
Ernüchterung aber auch Zuversicht beim FC Wohlen

Nach der 1:4-Heimniederlage gegen Schaffhausen ist der Blick beim FC Wohlen bereits nach Wil gerichtet.

Markus Brütsch
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Die Wohler konnten nicht mit den Schaffhausern mithalten, jetzt richten sie ihren Blick gen Wil.

Die Wohler konnten nicht mit den Schaffhausern mithalten, jetzt richten sie ihren Blick gen Wil.

Freshfocus

Nach dem 3:1-Sieg beim Saisonstart in Winterthur hatte sich die Mannschaft des FC Wohlen auf das Gastspiel des FC Schaffhausen im Stadion Niedermatten gefreut. Alles war angerichtet für einen tollen Fussballabend, auf den immerhin knapp 1300 Fans neugierig waren. Am Ende der 90 Minuten aber und nach einer deutlichen 1:4-Niederlage machte sich bei den Wohlern Ernüchterung breit. Nicht Katzenjammer zwar, aber eine gewisse Desillusion halt. «Viele haben sich wohl durch das gute Spiel in Winterthur blenden lassen», sagte Trainer Ranko Jakovljevic. «Einige haben gedacht, für den nächsten Sieg würden auch 99 Prozent an Einsatz reichen. Gegen Schaffhausen aber muss man dafür 110 Prozent geben.»

Der Ex-Wohler Miguel Castroman erzielte das 2:0 für Schaffhausen.

Der Ex-Wohler Miguel Castroman erzielte das 2:0 für Schaffhausen.

Alexander Wagner

Vor allem in der ersten halben Stunde waren die Gastgeber den Schaffhausern nur hinterhergelaufen und durften sich glücklich schätzen, nach Toren von Tunahan Cicek und Miguel Castroman lediglich mit 0:2 in Rückstand geraten zu sein. «Wir haben nicht gezeigt, was wir können. Wenn man dann gegen einen solchen Gegner schon nach acht Minuten hinten liegt, dann wird es schwierig», sagte Jakovljevic. «Eigentlich haben wir uns durch die unnötigen Fehler ja selber geschlagen.» Wie beim fahrlässigen Ballverlust von Sandro Foschini vor dem 0:1 und bei den Stellungsfehlern vor dem 0:2 und dem 1:3.

Fatales drittes Gegentor

«Dieses dritte Gegentor kurz nach der Pause war bitter, da haben wir schlecht verteidigt», sagte Igor Tadic. Der 31-Jährige war es gewesen, der kurz vor der Pause nach einem Zuspiel von Muhamed Seferi den Wohler Anschlusstreffer geschossen und für kurze Zeit die Hoffnungen auf die Niedermatten zurückgebracht hatte.

Wohlen - Schaffhausen 1:4 (1:2)

Niedermatten. – 1273 Zuschauer. – SR Horisberger. – Tore: 8. Cicek 0:1. 24. Castroman 0:2. 40. Tadic 1:2. 48. Cicek 1:3. 84. Gonçalves 1:4.

Wohlen: Tahiraj; Elvedi, Hajrovic, Gudelj; Stadelmann, Seferi (46. Bicvic), Foschini, Kleiner (84. Aliu); Romano (63. Kuzmanovic), Schultz; Tadic.

Schaffhausen: Nikolic; Loosli, Neitzke, Rhyner; Bunjaku; Paulinho (66. Gonçalves), Zock, Castroman (72. Del Toro), Mevlja; Cicek (60. Barry), Sessolo.

Bemerkungen: Wohlen ohne Pacar (verletzt) und Cvetkovic (nicht spielberechtigt). Schaffhausen ohne Gül, Mikari, Matic, Grasseler (alle verletzt), Fioravanti und Vannuca (beide nicht im Aufgebot). 84. Pfostenschuss Barry. – Verwarnungen: 14. Loosli (Foul). 20. Rhyner (Foul). 21. Stadelmann (Foul). 29. Elvedi (Foul). 67. Gudelj (Foul).

Eine Viertelstunde vor dem Ende hatte der Stürmer dann noch die Chance auf das 2:3 gehabt und hätte möglicherweise für eine spannende Schlussphase sorgen können. «Es war eigentlich eine gute Aktion, aber leider flog der Ball knapp am Tor vorbei», sagte Tadic. Obwohl die Schaffhauser in der 84. Minute durch André Gonçalves noch das vierte Tor zum komfortablen 4:1-Sieg geschossen hatten, wollte Tadic nichts von einem Klassenunterschied wissen. «Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen. Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können, dem Gegner, einem Aufstiegsfavoriten, aber leider drei Tore geschenkt.»

«Die Moral war gut. Jeder hat alles gegeben.» Ranko Jakovljevic, Trainer des FC Wohlen

«Die Moral war gut. Jeder hat alles gegeben.» Ranko Jakovljevic, Trainer des FC Wohlen

KEYSTONE/WALTER BIERI

Auch Jakovljevic zählt Schaffhausen unter Trainer Murat Yakin neben Xamax und Aarau zu den Kandidaten für die Promotion in die Super League. «Aber heute haben wir eben auch nicht das Glück gehabt wie noch gegen Winterthur», sagte Jakovljevic. Der Wohler Trainer hat trotz der resultatmässigen Pleite aber auch Positives bei seiner Mannschaft gesehen. «Wir haben nicht aufgegeben, bis zum Ende probiert, Tore zu machen», sagte Jakovljevic. «Die Moral war gut. Jeder hat alles gegeben. Ja, nach dem 1:3 spielte sich das Geschehen meist in der gegnerischen Hälfte ab, Schaffhausen lauerte nur noch auf Konter.»

Tadic sagte, Wohlen könne nach dieser Leistung am Samstag zuversichtlich nach Wil fahren. «Wenn wir 100 Prozent geben, können wir jeden Gegner schlagen», sagte Tadic. Auch Jakovljevic ist sich sicher: «Wenn wir uns mental verbessern, liegt in Wil etwas drin.»