EM 2012

Ernst Lämmli: «Im Optimalfall hätte auch die Schweiz an der EM eine Chance gehabt»

Ernst Lämmli zieht im az-Newsroom ein Fazit zur Euro 2012

Ernst Lämmli zieht im az-Newsroom ein Fazit zur Euro 2012

Ernst Lämmli, ehemaliger Delegierter der Schweizer Nationalmannschaft und früherer Präsident des FC Aarau, war heute zu Gast im az-Newsroom. Er zieht Bilanz zur Euro 2012, die gestern mit dem Sieg von Titelverteidiger Spanien zu Ende gegangen ist.

Spanien ist zu Recht Europameister geworden. Das steht für Ernst Lämmli fest. Allein mit dem zweiten Tor im Finale gegen Italien hätten sie sich den Sieg verdient: «Das war für mich Fussball in Perfektion.»

Eine Überraschung sei die Titelverteidigung aber nicht gewesen, das ausgeglichene Niveau der Teams hingegen schon.

Kleine Differenzen zwischen den Teams

«Mich hat überrascht, dass alle - mit Ausnahme von Irland - einigermassen Schritt halten konnten», sagt Lämmli. «Die Differenzen zwischen den Teams waren relativ klein.»

Eine Enttäuschung stellte für den früheren FC-Aarau-Präsidenten die russische Mannschaft dar. «Ich habe damit gerechnet, dass Russland vorne mitspielt. Sie haben das Potential, können dieses aber nie über mehrere Spiele hinweg bestätigen.» Das sei nicht zum ersten Mal der Fall gewesen.

Fünf Schiedsrichter sind zwei zu viel
Zum viel diskutierten Thema Schiedsrichter äussert sich Lämmli folgendermassen: «Für mich sind fünf zu viele, mir reichen drei. Ich verstehe nicht, warum der Torrichter auf der gleichen Seite steht wie der Linienrichter.» Ersterer stehe Letzterem praktisch im Weg. «Wenn schon müsste der Torrichter auf der anderen Seite stehen.»

Ausserdem plädiert Ernst Lämmli dafür, die technischen Möglichkeiten auszuschöpfen: «Die technischen Hilfsmittel, die wir haben, müssen wir einsetzen.» Es dürfe doch nicht sein, dass wir am Fernsehen und auf dem Handy alle Szenen vor- und rückwärts mehrmals in Slowmotion anschauen können.

Aber die Schiedsrichter nicht erkennen, ob es ein Tor oder ein Elfmeter ist. «Das ist für mich keine Lösung.»

Schweiz hätte Chance gehabt
Ernst Lämmli war von 2001 bis 2009 Delegierter der Schweizer Nati und erlebte in dieser Funktion eine EM und zwei WM-Endrunden mit.

Er glaubt, dass sich die Schweiz an der Euro 2012 nicht hätte verstecken müssen. Die Schweiz sei schliesslich an der WM in Deutschland in einer Gruppe mit Frankreich den ersten Platz erreicht - ohne Gegentor. «Das wäre diesmal genau gleich gewesen. Wenn es optimal läuft, hätte auch Schweiz in dieser Gesellschaft eine Chance.» (mbü)

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