Als klarer Favorit nach Emmen gereist und dort zwei Punkte abgeholt, erkämpft, erkrampft, ergattert. Der Reihe nach:

Abgeholt: Nach ungefähr 14 Minuten standen alle Zeichen auf ungefährdeter Sieg. Das Score 5:11 für die Badener – jeden Fehler des Gegners ausgenützt, Gegenstösse gelaufen (sechs an der Zahl), gut verteidigt und einfach nichts zugelassen!
Erkämpft: Ja, wie Städtli 1 nach dem letzten Ausgleichstreffer des Heimteams (34:34 nach 57.32) reagierte, war Kampf pur! Dass es überhaupt zu dieser Situation kam, war nicht zuletzt vier (!) verschossenen Penalties und 15 (!) Fehlschüssen zu «verdanken».
Das Team hat toll darauf reagiert, noch zwei Angriffe abgewehrt und dann 1’55’’ vor Schluss durch Bühler (10/11) den Siegtreffer erzielt! Diese absolute Spannung wäre nicht nötig gewesen, man hätte «den Sack» schon lange schliessen können – aber was solls, Sieg mit einem Tor, Pflicht erfüllt – Ende!
Erkrampft: Welche Unzulänglichkeiten in der Verteidigung, was für Ballverluste durch Schüsse, die diese Bezeichnung nie und nimmer verdient haben, was für persönliche Fehler, und doch hat sich der Krampf am Ende gelohnt – Sieg!
Ergattert: Ja, die beiden Punkte wurden ins Gatter gelegt – aber mit einer Vorwärtszeit von gefühlten Stunden! Was nach 14 Minuten wie ein Selbstläufer aussah, erwies sich im Nachhinein als «am Gatter zuschauen», wie der Gegner immer stärker wurde, wie er von den fanatischen Fans nach vorne gepeitscht wurde, wie er Schuss für Schuss ins Tor setzte und vor allem, wie die Torhüter auf Innerschweizer Seite immer besser wurden. Alle vier verschossenen Penalties wurden gehalten – einer sogar mit dem Kopf, was die logische rote Karte für den Schützen absetzte.

Baden mit zwei Gesichtern

Das Badener Team, zuerst wie der sichere Sieger ausgesehen, hat wieder einmal gezeigt, dass es zwei Gesichter hat: Das «Gute», wenn es läuft und das «Schlechte», wenn… man bloss wüsste, weshalb das innerhalb weniger Sekunden ändern kann, es wäre vielen Spielern und Involvierten wohler!
Eigentlich ein wichtiger Sieg, denn nun kann man getrost auf den nächsten Samstag schauen, wo der Gegner aus dem Surbtal klarer Favorit ist. Endlich kann man mal ein Spiel «locker» angehen, sich herantasten, versuchen und schauen, ob dem übermächtigen TV Endingen in der Vorrunde doch noch ein Punkt abgeknöpft werden kann.
Dazu ist aber eine Leistung nötig, die das «Gute» über die volle Spielzeit am Leben erhält und wo keine «schlechten» Momente das Team infizieren!