2. Liga AFV

«Erfolgsfaktor ist die Unbekümmertheit» – geglückter Start nach turbulenten Zeiten für den FC Wettingen

Der FC Wettingen erkämpfte sich in den ersten vier Partien sieben Punkte.

Der FC Wettingen erkämpfte sich in den ersten vier Partien sieben Punkte.

Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage ist dem FC Wettingen der Start in der 2. Liga AFV nach dem freiwilligen Abstieg gelungen. Doch Trainer Salvatore Romano möchte sich damit noch nicht zufrieden geben.

Eine Cup-Niederlage in der Verlängerung gegen den SC Schöftland aus der 2. Liga inter, zwei Siege gegen den FC Gränichen und den FC Gontenschwil, ein Unentschieden gegen Liga-Schwergewicht FC Lenzburg sowie ein Dämpfer gegen den FC Suhr: Die Resultate lassen sich sehen beim FC Wettingen. Vor allem wenn man bedenkt, dass der FCW bewegte Wochen hinter sich hat. 

Salvatore Romano (rechts) und Alex Germann stehen beim FC Wettingen seit dieser Saison an der Seitenlinie.

Salvatore Romano (rechts) und Alex Germann stehen beim FC Wettingen seit dieser Saison an der Seitenlinie.

Nach dem freiwilligen Abstieg aus der 2. Liga inter in der vergangenen Saison ist beim FC Wettingen nichts mehr wie es war. Gerade mal vier Spieler sind vom ursprünglichen Kader geblieben. Selbst Erfolgstrainer Marc Hodel ist nicht mehr an Board. Er erhielt ein Angebot als Talentmanager bei GC, welches er nicht ablehnen konnte.  

Jugend forscht 

Stattdessen gilt nun der Tenor: Jugend forscht. Und das tut sie derzeit gut. Der FC Wettingen liegt mit 7 Punkten aus vier Partien auf den 6. Platz. Das lässt sich für eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft sehen, zumal die 2. Liga AFV sportlich so ambitioniert ist, wie schon lange nicht mehr.

Salvatore Romano sieht noch viel ungenutztes Potenzial in seiner Mannschaft.

Salvatore Romano sieht noch viel ungenutztes Potenzial in seiner Mannschaft.

Nicht ganz unschuldig am erfolgreichen Prozess ist der neue Hauptübungsleiter Salvatore Romano. «Es freut mich zu sehen, dass sich hier etwas entwickelt. Ich habe ein tolles Umfeld hier, alle glauben an den Prozess. Aber ich möchte noch nicht von Zufriedenheit sprechen. Das bin ich erst, wenn wir unser Potenzial auch richtig ausschöpfen. Aktuell ist noch jeder Spieltag eine Überraschung. Wir wissen nie, was wir bekommen.»

Was Romano damit genau meint, wurde bei der 2:5-Niederlage in Suhr ersichtlich: Sein Team führte nach 13 Minuten komfortabel mit 2:0. Doch es fehlte der Mannschaft darauf die Routine um den Vorsprung gschickt zu verwalten. Stattdessen kippte das Momentum, die Wettinger verloren die Partie deutlich mit 2:5. «In dieser Partie mussten wir Lehrgeld für unsere Unerfahrenheit bezahlen. Unsere jungen Spieler sind unberechenbar und bringen sicherlich Pfeffer ins Spiel. Aber das ist nicht immer zwingend positiv, wir können gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren.»

Zu viele individuelle Fehler 

Der 52-jährige Coach weiss, an welcher Stelle er den Hebel ansetzen muss: «Uns unterlaufen noch zu viele individuelle Fehler. Einige Spieler spielen nebenbei noch bei den A-Junioren oder sind aus tieferen Ligen gekommen. Oft waren sie dort Leaderfiguren. Die haben zwar viel Selbstvertrauen, aber sie müssen auch noch lernen, dass wir hier in einer höheren Spielklasse sind. Da musst du schon wissen, wann ein Dribbling wirklich angebracht ist.»

Einer, der genau weiss, wann ein Dribbling angebracht ist, ist Boris Dabic. Für Wettingen ist er so etwas wie der Königstransfer im Sommer. Der 29-jährige Spielmacher spielte bereits in der 1. Liga und könnte für das unerfahre Team zur wichtigen Stütze werden: «Kein Zweifel, Boris ist mit seiner individuellen Klasse eine Bereicherung für uns. Und mit seiner Erfahrung ist er sichlicherlich prädestiniert dazu, bei uns ein Leader zu sein, aber auch er muss sich dieses Standing zuerst erarbeiten.»

Boris Dabic im Zweimkampf gegen den Lenzburger Dominic Siegenthaler.

Boris Dabic im Zweimkampf gegen den Lenzburger Dominic Siegenthaler.

Saisonziel bleibt gleich

Generell betont Romano, dass derzeit noch eine genaue Hierarchie in der Mannschaft noch nicht vorhanden ist. «Das ist nicht so einfach, wenn plötzlich 18 Spieler das Team verlassen. Wir müssen als Kollektiv erst zusammenwachsen und zu einer Einheit werden. Mir ist dabei wichtig, dass die erfahrenen Spieler sich ihre Leader-Funktion verdienen.»

Der FC Wettingen muss als Kollektiv noch zusammenwachsen.

Der FC Wettingen muss als Kollektiv noch zusammenwachsen.

Neben Dabic hofft Romano auch, dass Daniel Häfeli in eine solche Rolle schlüpft. Der 20-Jährige blieb dem Team nach dem Umbruch treu, weilt jedoch derzeit noch in der Rekrutenschule. Seine Rückkehr wird dem FCW eine willkommene Verstärkung sein. 

Es lässt sich also vermuten, dass die Wettinger sich im Laufe der Saison noch steigern werden. Trainer Romano möchte dennoch die Kirche im Dorf lassen: «Unser Erfolgsfaktor ist die Unbekümmertheit. Aber das kann auch schnell umkehren und zu einer Blockade führen. Ich denke, wir sind mit dem Ligaerhalt als Saisonziel ganz gut bedient.»

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