Curling
Erfolgreiche Titelverteidigung und eine Premiere

Das Team des Adelbodner Skips Sven Michel holte sich zum zweiten Mal in Serie den Titel beim Baden Masters. Im ersten reinen Schweizer Final schlug man die Genfer rund um Skip Peter De Cruz mit 7:5.

Fabio Baranzini
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Skip Sven Michel gewann in Baden zum zweiten Mal in Serie.

Skip Sven Michel gewann in Baden zum zweiten Mal in Serie.

Baranzini

Darauf, dass sich im Final des diesjährigen Baden Masters zwei Schweizer Equipen gegenüber stehen, hätten vor dem Turnier wohl nur die Wenigsten gewettet. Das Teilnehmerfeld in Baden war gespickt mit Weltklasse-Spielern, darunter beispielsweise der Kanadier Brad Gushue, der 2006 in Turin Olympiasieger wurde und in Baden bereits zwei Mal gewann, oder der amtierende Vize-Weltmeister aus Schottland, Tom Brewster. «Drei Schweizer Teams im Halbfinal und dann noch einen reinen Schweizer Final, das hatten wir in Baden noch nie», freute sich OK-Präsident Philipp Bader, der eine positive Bilanz der 12. Ausgabe des Baden Masters zog. Das erfolgreiche Abschneiden der Schweizer dürfte mit ein Grund gewesen sein, dass mehr Zuschauer den Weg nach Baden gefunden haben als in früheren Jahren.

Diese wurden für ihr Kommen mit einem äusserst spannenden und ausgeglichenen Finalspiel belohnt. Titelverteidiger Michel, der im gesamten Turnierverlauf noch ungeschlagen war, traf auf De Cruz, der vor zwei Jahren Junioren-Weltmeister wurde.

Ein Dreier-Haus als Entscheidung

Knapp 75 Minuten waren im Final gespielt, als sich die entscheidende Szene abspielte. Es stand 2:2 und Skip Sven Michel hatte im vierten End den letzten Stein. Er entschied sich für die riskante Variante und spedierte mit seinem Stein zwei Steine der Genfer aus dem Haus und lag daraufhin selber mit drei Steinen Shot. Die Adelbodner zogen vorentscheidend auf 5:2 davon. «Dieser Stein gelingt mir einmal aus zehn Versuchen. Aber ich fühlte mich gut und nahm daher das Risiko auf mich», erklärte Michel nach dem Spiel. Die Genfer erwiesen sich in der Folge zwar als hartnäckige Gegner, konnten den Rückstand, den ihnen Michel mit seinem letzten Stein im vierten End eingebrockt hatte, nicht mehr wett machen. Am Ende siegten die Berner Oberländer mit 7:5 und feierten die Titelverteidigung.

Erstmals Norwegen geschlagen

«Das ist unglaublich. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass uns dies gelingt», sagt Michel. Dies vor allem auch deshalb, weil das Baden Masters das erste Turnier der Saison war und die Adelbodner mit Claudio Pätz einen neuen Spieler im Team haben. «Da schwingt immer eine kleine Ungewissheit mit», so Michel. Doch dank den beiden Startsiegen tankten Michel und seine drei Teamkollegen Simon Gempeler, Sandro Trolliet und Claudio Pätz Selbstvertrauen und spielten sich in einen richtigen Rausch. «Der Sieg im zweiten Spiel gegen den Norweger Ulsrud, den wir noch nie schlagen konnten, war entscheidend», blickt Michel zurück.