Es war ein schöner Abend. Einer der schönen Erinnerungen, jedenfalls. «Sforza», schwärmte einer, und Hauswirth ergänzte: «Knup und Van der Gijp und Samuel Opoku Nti.»

Ja, mit der Vergangenheit seines FC Aarau kennt sich Hauswirth aus. Daten, Resultate, Torschützen – wenn es sein muss, fällt ihm alles wieder ein. Die Torschützen im entscheidenden Spiel der Meistersaison gegen Sion (Sutter, Pavlicevic).

Den Namen jenes Verteidigers, der im Frühling 1999 mit einer Intervention im Strafraum fast den Abstieg verschuldet hätte – wenn sie denn nicht vom Schiedsrichter übersehen worden wäre (Page). Oder, eben, die Cupfinalisten im Frühling 1989 gegen GC: der blutjunge Ciriaco Sforza aus Wohlen, der elegante Adrian Knup, der bullige René Van der Gijp oder Sämi Opoku Nti, der später Taxifahrer wurde. Hauswirth mag nichts so sehr wie Nostalgie.

Und an diesem Abend musste das alles wieder einmal raus in der gemütlichen Runde mit seinen Fussballfreunden, in einer Aarauer Beiz. Es war der Abend vor dem Saisonstart, und die Vorfreude hätte kaum grösser sein können.

Aarau ist, so las es Hauswirth in der Zeitung, Transfersieger für die neue Saison. Selbst in der Super League hätte kein Team besser eingekauft, hatte jemand auf «Twitter» geschrieben. Mit Rahmen ein neuer Trainer. Schneuwly geholt, Schneuwly! Und dann auch noch Almeida, der U-17-Europameister aus Portugal.

Einer der Kollegen nahm das Wort «Aufstieg» in den Mund, und Hauswirth war wohl dabei.

Was ihn seine Vergangenheit mit dem FC Aarau aber auch lehrte, war, mit Enttäuschungen zu leben. Und so stand er tags darauf nach 96 Minuten gegen Servette auf den Steinstufen des Brügglifelds und war sich nun doch wieder einmal nicht mehr so sicher.