Triathlon
Er geht ohne festen Trainingsplan an die WM

Rolf Senn hat sich erstmals für die WM im Half-Ironman in Las Vegas qualifiziert. Der Aargauer geht locker an das Rennen heran. «Wenn es gut läuft, liegt einen Platz unter den ersten 30 drin», sagt er.

Fabio Baranzini
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Ein Sportsmann durch und durch: Rolf Senn peilt in Las Vegas die Top 30 an

Ein Sportsmann durch und durch: Rolf Senn peilt in Las Vegas die Top 30 an

Fabio Baranzini

Rolf Senn gehört zu den besten Triathleten der Schweiz. Im Juni holte er sich am Halb-Ironman in Rapperswil trotz starker internationaler Konkurrenz den zehnten Platz in seiner Alterskategorie und qualifizierte sich damit für die WM in Las Vegas. Auch am Gigathlon zeigte der 44-Jährige aus Bellikon eine starke Leistung. Er war der Beste in seinem Alter und erzielte mit dem zwölften Rang das beste Aargauer Resultat bei den Single Athleten. Diese Erfolge sind umso eindrücklicher, wenn man bedenkt, dass Senn 100 Prozent als Langstreckenpilot bei der Swiss arbeitet und daher nur rund zehn Stunden pro Woche trainieren kann – und das erst noch ohne festen Trainingsplan. «Ich mache das, was mir Spass macht. Wenn sich alles um den Sport drehen würde, müsste ich aufhören», sagt er.

Aber wie ist es möglich, mit diesem verhältnismässig geringen Aufwand solche Topresultate zu erzielen? «Ich denke es liegt daran, dass ich gute körperliche Voraussetzungen habe, ein ehrgeiziger Wettkämpfer und mental stark bin», so Senn, der seit seinem siebten Altersjahr intensiv Sport betreibt. Er spielte Fussball, war im Turnverein und kam über die Leichtathletik zum Ausdauersport. Es überrascht daher nicht, dass das Laufen auch heute noch die Paradedisziplin des Bellikers ist. Wenn er beruflich unterwegs ist, trainiert der zweifache Familienvater oft im Ausland. «Ich gehe in Miami joggen und in San Francisco biken. Das ist genial», erzählt Senn, für den die Familie Vorrang hat, wenn er zu Hause ist.

Hawaii als grosses Ziel

Am 9. September wird der Aargauer erstmals an der Half-Ironman-WM in Las Vegas teilnehmen. «Die Strecke ist stark coupiert und wir werden ohne Neoprenanzug schwimmen, was anstrengender ist als mit Anzug. Zudem dürfte auch die Hitze einen Einfluss haben», blickt Senn voraus. Trotzdem geht der Aargauer locker an das Rennen heran. «Der Half-Ironman ist für mich ein eher kurzes Rennen verglichen mit einem normalen Ironman oder dem Gigathlon.» Ein konkretes Ziel für die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen hat sich Senn, der in Las Vegas von seiner Frau unterstützt wird, nicht gesetzt. «Wenn es gut läuft, liegt einen Platz unter den ersten 30 drin.»

Senn, der seit 2006 Ironman-Wettkämpfe bestreitet, hat ein grosses Ziel: Einmal den Ironman von Hawaii zu bestreiten. Vor sechs Jahren qualifizierte er sich für das Rennen, konnte jedoch aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen. Im nächsten Jahr soll es nun klappen, auch wenn er sein Trainingspensum von Februar bis April reduzieren muss, da er die Weiterbildung vom Co-Piloten zum Captain macht. Rolf Senn ist es aber zuzutrauen, dass er die Qualifikation für Hawaii dennoch schafft.