Curling
Enttäuschung trotz Finaleinzug – Norweger sind Spielverderber

Beim Saisonauftakt am Baden Masters verhinderte das Weltmeisterteam aus Norwegen den Schweizererfolg.

Jörg Greb
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Baden Masters Curling
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Skip Peter De Cruz zeigt an, wo er den Stein haben möchte.
Peter De Cruz bei der Steinabgabe.
Der Urdorfer Claudio Pätz bei der Steinabgabe.
Der Urdorfer Claudio Pätz konzentriert.
Faires Finalfoto: Das Schweizer Team De Cruz (schwarze Hosen) und das norwegische Weltmeister-Team Ulsrud.

Baden Masters Curling

foto-net / Alexander Wagner

Gebannt richteten sich die Blicke im Zuschauerraum der Curlinghalle Baden-Dättwil in Richtung Rink. Hochspannung im Finale. 5:5 der Spielstand im letzten End. Und der letzte Stein des Schweizer Teams De Cruz aus Genf gelingt perfekt. Nicht nur den bestliegenden Stein von Gegner wird aus dem Haus geschoben, sondern auch so getroffen, dass der eigene Stein im richtigen Winkel weitergleitet, einen weiteren Norwegerstein wegbugsiert und selber im «Haus» liegen bliebt. Applaus ertönt.

Der Triumph beim Saisonauftakt und prestigeträchtigen Turnier in Baden ist dem Genfer Team damit aber noch längst nicht garantiert. Noch hat das Weltmeisterteam Ulsrud die Gelegenheit zum Kontern. Den Stein Mitten im Haus platzieren - eine nicht sonderlich anspruchsvolle Aufgabe. Und die erfüllt der norwegische Schlussmann Thomas Ulsrud mit Bravour. Nochmals Applaus, fairer Applaus. Händeschütteln, Gratulationen auf dem Rink. Freundschaftlich ist’s geblieben bis zur Entscheidung, bis zum Zeitpunkt, an dem die einen jubeln, die andern versuchen, mit der Enttäuschung umzugehen.

Etwa Claudio Pätz. Der Urdorfer, der auf diese Saison vom amtierenden Europameisterteam Michel zu den Genfern wechselte und das Turnier mit dem Michel-Team bereits zwei Mal gewonnen hat, brachte es auf den Punkt: «Diese Niederlage wurmt, auch wenn sie gegen ein Topteam resultierte. Bist du im Final, willst du gewinnen.» Nicht zuletzt auch, weil es um einen nicht zu vernachlässigenden Prämienunterschied geht: Fr. 11’000 für den Sieger, Fr. 7000 für den Zweitplatzierten.

Fehlende Präzision

Ein fairer Verlierer war Claudio Pätz dennoch: «Team Ulsrud ist der richtige Sieger, es war bei den entscheidenden Steinen zielstrebiger und damit besser.» Ihnen selbst hätten in den wichtigen Augenblicken jeweils ein bis zwei Zentimeter Präzision gefehlt.

Gesamthaft aber zeigte sich Pätz von den drei Badener Curlingtagen befriedigt: «Ich fühle mich im neuen Team sehr wohl, und die Erfahrung zeigt, dass es bis zu einer halben Saison dauert, bis Abläufe, die interne verbale und nonverbale Kommunikation passt und das Team eingespielt ist.» Zwei zweiwöchige Trainingslager in den nächsten beiden Monaten sollen die WM-Dritten des letzten Winters auf Kurs bringen für die Höhepunkte der folgenden Saison, die Europa- und die Weltmeisterschaften.

Juniorenteam früh ausgeschieden

Wie nicht anders zu erwarten, war für das Badener Juniorenteam Michael Brunner nach der Vorrunde Endstation – nach einem Sieg und drei Niederlagen. «Es war etwas Neues, sich mit Gegnern von dieser Qualität zu messen, aber natürlich hätten wir diese gerne noch etwas stärker geärgert», sagte der Nachwuchs-Skip.