Faustball
Enttäuschung, aber auch sehr viele positive Eindrücke

Die Schweizer Faustballer mit Kevin Hagen vom STV Oberentfelden holen bei den World Games in Kolumbien Silber. Im Final unterliegen sie Deutschland. Trotz der Enttäuschung bezeichnet Hagen die «Mission Kolumbien» als gelungen.

Andreas Hörner
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Kevin Hagen (Nummer 2) kam zwar nicht zum Einsatz, genoss die Zeit in Kolumbien aber trotzdem. zvg

Kevin Hagen (Nummer 2) kam zwar nicht zum Einsatz, genoss die Zeit in Kolumbien aber trotzdem. zvg

Die Enttäuschung war grenzenlos nach dem Finale an den World Games, es flossen gar Tränen. Die Schweizer waren nach der überraschend klaren Niederlage gegen den Weltmeister Deutschland am Boden zerstört und rangen nach Worten.

Die bittere Pleite musste erst verdaut werden. Gefeiert wurde das Team von rund 30 mitgereisten Fans trotzdem. Denn immerhin verteidigte die Schweiz den zweiten Platz der letzten World Games in Taiwan, dies mit einem jungen und noch hungrigen Team.

Cali 2013 wird trotzdem auch mit positiven Erinnerungen in den Köpfen der Spieler bleiben. In vier Jahren in Polen soll Gold her.

Das Finalspiel verlief einseitig. Die Schweizer produzierten im Angriff zu viele Fehler und waren in der Abwehr zeitweise überfordert. Erst nach dem 0:3-Satzrückstand und einer Umstellung im Angriff – Ueli Rebsamen spielte am Schlag, Cyrill Schreiber nur noch am Service – kamen die Vorrundensieger ins Spiel.

Abwehr und Aufbau klappten wieder präzis und Rebsamen punktete. So gewannen die Spieler von Nationaltrainer Oliver Lang Satz Nummer vier klar mit 11:2.

Doch das wars dann schon. Die Deutschen liessen sich nicht beirren und nahmen die Partie gleich wieder in die Hand. Auf allen Positionen waren sie in diesem Finalspiel klar stärker, was sie mit dem 11:3-Satzgewinn mehr als deutlich unterstrichen.

Die Revanche für die Niederlage an der EM vom Vorjahr gelang dem Team von Olaf Neuenfeld damit eindrücklich.

Kevin Hagen ist sehr beliebt, obwohl er nicht zum Einsatz kam.
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Kevin Hagen trainiert in Kolumbien.
Kevin Hagen (Nummer 2) durfte sich die Silbermedaille um den Hals hängen lassen.
Die Schweizer Faustballer holen bei den World Games die Silbermedaille.

Kevin Hagen ist sehr beliebt, obwohl er nicht zum Einsatz kam.

zvg

Im Finale und auch in der Qualifikation, die die Schweiz gewinnen konnte, nahm Kevin Hagen nur die Rolle des Ersatzspielers ein. «Es war wichtig, dass wir mit der Stammfünf so spielten.

Für mich war das gar nicht schlimm», meinte Hagen, «ob ein Einsatz oder nicht, auch die Ersatzspieler sind wichtig, selbst wenn es nur zum Einspielen ist.» Kevin Hagen konnte dann doch noch ein Spiel auf dem Center Court und vor begeistertem Publikum bestreiten.

In einer internationalen Auswahl durfte er in einem Schaukampf gegen das «neue Team» von Kolumbien ran. «Es war eine schöne Abwechslung mit Leuten aus anderen Ländern zu spielen», meinte der bald 24-Jährige. Dass sein Team diese Partie gewinnen konnte, war allerdings nur Nebensache.

Die «Mission Kolumbien» bezeichnet Kevin Hagen als gelungen. «Die Menschen hier sind extrem aufgestellt und offen. World Games erlebt man wohl kaum ein zweites Mal so wie in Kolumbien.» Und wie fällt seine sportliche Bilanz aus?

«Unser Ziel war das Finale, und das haben wir erreicht. Und dort kann alles passieren. Ich bin der Meinung, es hätte auch anders kommen können, sodass wir 4:1 gewonnen hätten.»