Universiade
Enttäuschter Mario Freiberger curlte an den Medaillen vorbei

Das Curlingteam um den Oberlunkhofner Mario Freiberger ist an der Universiade im Trentino ausgeschieden. Bis zum letzten Stein des Zusatzends durften die Schweizer auf die direkte Halbfinal-Qualifkation hoffen.

Roland Eggspühler
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Mario Freiberger: Den Dreh gefunden, als es zu spät war.(egg.)

Mario Freiberger: Den Dreh gefunden, als es zu spät war.(egg.)

Roland Eggspuehler

Beim Auftakt gegen Titelverteidiger Korea und im zweiten Spiel gegen die Schweden waren mögliche «Nuller» einkalkuliert. Aber mit vier Niederlagen in Serie rechneten die Schweizer, die zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten zählten, im Vorfeld definitiv nicht. Wirklich schlecht spielte das Team Freiberger nie, die Matchs waren spielerisch ausgeglichen. Aber bei Schlüsselsteinen hatten die Gegner in der ersten Hälfte der Gruppenspiele stets das bessere Händchen als die Schweizer.

Personelle Umstellungen

Unter der Leitung von Stefan Schmid, dem Curling-Verantwortlichen der Schweizer Universiade-Delegation, und Teamcoach Reto Seiler gab es am Wochenende zwei lange Teamsitzungen. Daraus resultierten personelle Umstellungen. «Es musste ein Ruck durch das Team gehen, wenn wir unsere minimal gewordenen Chancen auf einen Halbfinalplatz wahren wollten», blickt Stefan Schmid auf den Tiefpunkt zurück: «Dabei war die Umstellung auf der Position des Vize-Skips in meinen Augen die entscheidende Massnahme.»

Während den verbleibenden fünf Gruppenspielen besprach Skip Mario Freiberger die Taktik also mit Stefan Meienberg – dieser war als Ersatzmann ins Trentino gereist, spielte brillant und übernahm für die den Rest des Turniers die Verantwortung des Vizes. An der letzten Universiade (2011 in der Türkei) hatte Meienberg mit seinem Team die Silbermedaille gewonnen.

Gelernt wegzustecken

Nach den vier Niederlagen zu Beginn folgten vier Siege in Folge, unter anderem auch gegen die früheren Juniorenweltmeister aus den USA und die Kanadier. Im abschliessenden Spiel gegen Grossbritannien stand es nach zehn Ends 6:6, es musste also ein Zusatzend entscheiden. Nach dem letzten Stein von Skip Mario Freiberger lagen die Schweizer mit zwei Steinen im Haus, doch der britische Skip nutzte den Vorteil des letzten Steins eiskalt aus.

Damit sind die Schweizer nun nicht als Drittklassierte direkt im Halbfinal, sondern schieden als Sechste aus. Die beeindruckende Schweizer Aufholjagd war in allerletzter Sekunde gestoppt worden – wobei über alles betrachtet nicht dieser letzte Stein der Briten, sondern die zwei Niederlagen gegen Italien und Norwegen in den Spielen drei und vier entscheidend waren.

Momentan überwiegt die Enttäuschung

«Momentan überwiegt noch die Enttäuschung, das ist ganz klar», stellte Mario Freiberger am Tag nach dem Ausscheiden fest, und er zog eine erste Bilanz: «Mit etwas Distanz werden wir sehen, dass diese Woche für unser Team eine sehr wertvolle Grossanlass-Erfahrung war. Wir haben wegstecken gelernt und so lange an unsere Chance zu geglaubt, wie sie sich bot. Das sind sicher Dinge, die wir aus unserem ersten Auftritt unter Schweizer Flagge mitnehmen können.»

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