Februar 1985, Restaurant Krone, Mellingen: Beat Dünki macht die Nacht zum Tage. Der bunte Abend nähert sich langsam, aber sicher dem Höhepunkt. Kumpel Werner Stutz, in früheren Zeiten ein begnadeter Torhüter und heute Speaker beim FC Wohlen und bei Othmarsingen, fordert Dünki um 3 Uhr morgens zum Armdrücken auf.

«Wenn du verlierst», sagt Stutz mit geschwellter Brust, «musst du das Traineramt des FC Othmarsingen übernehmen.» Dünki lässt sich nicht zweimal bitten. Sein Selbstvertrauen ist gross, sehr gross. Zu gross? «Ich kann es auch nach so langer Zeit noch nicht glauben», blickt Dünki mit einem Augenzwinkern zurück. «Ich habe das Duell mit der rechten als auch das Duell mit der linken Hand verloren. So wurde ich innert Sekunden Trainer des FC Othmarsingen. Bereut habe ich es aber keinen Augenblick.»

29 Jahre nach dem Kräftemessen sitzt Dünki im Klubbeizli des FC Othmarsingen, trinkt Kaffee und freut sich auf das Heimspiel am Sonntag (14.30 Uhr) gegen Oftringen. Dünki und der FC Othmarsingen sind ein Paar – auf immer und ewig: «Ich fühle mich extrem wohl beim kleinen Verein», sagt er.

Entscheide fällen ohne zu fragen

«Ich mag das Umfeld mit der familiären Atmosphäre. Als Trainer und Präsident kann ich Entscheide fällen, ohne zu fragen. Wo gibt es in der Schweiz schon so etwas?» Dünki lächelt und gibt sich die Antwort gleich selbst: «Na ja, vielleicht ist es bei Othmarsingen ähnlich wie beim FC Sion . . .»

Beat Dünki wie Sion-Präsident Christian Constantin? Der Vergleich ist nicht schlecht. Dünki wurde in der Zeit von 1985 bis 2014 zum Mister FC Othmarsingen. Mit dem Aufstieg von der 3. in die 2. Liga in der vergangenen Saison hat sich der bald 65-jährige Kaufmann im heimischen Sportplatz Falkenmatte ein kleines Denkmal gesetzt.

Und nun geht es am Sonntag in der heimischen Falkenmatte also gegen Oftringen. «Ich setze in diesem Spiel voll auf die Karte Risiko und werde die Mannschaft mit einem 3-4-3-System spielen lassen», sagt der Trainer. «Schliesslich sollen die rund 200 Zuschauer in den Genuss eines Fussballfests kommen.»

Als Spieler kein grosser Techniker

Dünki will also nicht nur gewinnen, er möchte den treuen Fans ein Spektakel bieten. Als Trainer und als Präsident ist er Extraklasse. Die Erfolge in seiner aktiven Karriere halten sich in Grenzen. Als Junior spielte er für den FC Embrach. Das Highlight der aktiven Karriere erlebte er Ende der 1970er-Jahre. «In meinen Spitzenzeiten war ich Libero beim FC Winterthur, muss aber zugeben, dass ich mehr Brecher als Techniker war.»

Den FC Othmarsingen hat Dünki voll und ganz im Griff und sorgt dafür, dass sich die Spieler wohlfühlen. Mehr geht nicht. «Geld verdienen sie bei uns keines», erklärt der Klubboss. «Das Trainingsmaterial und die Fussballschuhe sind allerdings gratis. Und den Jahresbeitrag von 260 Franken müssen die Spieler auch nicht bezahlen.» Und ein Trainingslager leistet sich der FC Othmarsingen natürlich auch. Vom 7. bis zum 14. März 2015 geht es in die Südtürkei. Dreimal dürfen Sie raten, wer das Ganze organisiert. Na? Natürlich Beat Dünki.