In der NLA hat sich der TV Schönenwerd in den letzten drei Saisons in den Top 4 etabliert. Als aktueller Tabellenvierter schaffte der TVS am Samstag mit dem 3:0-Sieg gegen Jona die vierte Finalrunden-Qualifikation in Serie. Mit dem Cup standen die Niederämter dagegen stets auf Kriegsfuss. Meist schon bei der Auslosung nicht von der Glücksgöttin geküsst, scheiterte Schönenwerd jeweils früh gegen Spitzenteams wie Lugano oder Näfels. In die Halbfinals einzuziehen, blieb dem TVS bisher verwehrt.

Diese Scharte wetzten die Schönenwerder gestern aus. Gegner Chênois ist zwar nicht der ganz grosse Brocken und muss in der Meisterschaft um die Teilnahme an den Playoffs bangen, doch bisher tat sich der TVS mit den Genfern jeweils schwer. Langatmige Fünfsätzer zwischen den beiden Teams sind an der Tagesordnung. Auch in dieser Saison.

Beide Duelle entschied Schönenwerd erst nach über zwei Stunden im Tiebreak für sich. Umso erstaunlicher, dass das gestrige Aufeinandertreffen bereits nach etwas mehr als sechzig Minuten Spielzeit entschieden war.

Der flotte Zu-Null-Sieg kam auch für TVS-Assistenztrainer Nik Buser nicht ganz erwartet: «Wir sind im Moment sehr gut drauf, und jeder Spieler hat die Bedeutung des Spiels erkannt. Trotzdem war es ein hartes Stück Arbeit.» Im Gegensatz zum Gastspiel kurz vor Weihnachten, das die Schönenwerder nach 0:2-Satzrückstand mit Mühe gewannen, hatten sie Chênois‘ Diagonalangreifer Vieira gestern jederzeit im Griff, nannte Buser einen wichtigen Grund für den diskussionslosen Sieg.

Die Entscheidung nach einer knappen Stunde

Ein anderer war, dass die Gäste im Genfer Hexenkessel von Anfang an konzentriert und fokussiert auftraten. Chênois blieb im ersten Satz zwar lange dran, doch in der Schlussphase erhöhten Richards und Hofstede mit einem Doppelblock auf 23:20 für den TVS. Schniders achter persönlicher Punkt im ersten Durchgang und der sechste Service-Fehler der Genfer brachten dem Auswärtsteam das 1:0 nach Sätzen.

Auch im zweiten Durchgang erspielten sich die Schönenwerder früh einen kleinen Vorsprung. Kurz vor der Money Time wackelte die Gäste-Annahme zwar kurz und Chênois konnte auf 18:20 verkürzen. Doch dann spielte der TVS wieder souverän und nach einem Block von Richards und Hänggi gegen Fellay war auch der zweite Satz im Trockenen.

Im dritten Satz brachte Schnider sein Team nach zwischenzeitlichem Rückstand kurz nach der ersten technischen Auszeit mittels Block gegen Chênois-Topscorer Vieira in Führung (10:9). Nach einem Angriffsfehler von Vieira und einem Block von Gerber gegen Dos Santos hiess es bereits 15:12 für die Gäste. Mit einem Service-Winner von Richards (17:13) und zwei herrlichen Blocks in Folge von Giger gegen Fellay zum 20:14 liessen die Schönenwerder weitere Highlights folgen.

Ein letztes schwaches Aufbäumen brachte die Genfer noch einmal auf 18:21 heran, doch dann punktete nur noch der TVS: Schnider über aussen, ein technischer Fehler der Genfer, ein Doppelblock von Richards und Hänggi gegen Palharini und schliesslich noch ein neben das Feld geschlagener Angriff von Palharini. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit war die erstmalige Halbfinal-Qualifikation des TV Schönenwerd Tatsache.

Der stolze Trainer spielt am liebsten zuhause

«Ich freue mich für das Team, die Zuschauer und den Verein», strahlte Trainer Bujar Dervisaj. Er vertraute gegen Chênois auf die gleiche Formation wie schon am Vortag beim 3:0-Heimsieg in der Meisterschaft gegen Jona.

«Die Jungs waren voll fokussiert, haben mit viel Risiko gespielt, Druck gemacht und immer weiter gepusht», so Dervisaj. Einen Wunschgegner für die Halbfinals, in die gestern auch die Ligakonkurrenten Lausanne, Amriswil und Jona einzogen, hat er zwar nicht, aber: «Ein Heimspiel wäre schön.» 

Chênois – Schönenwerd 0:3

CS Sous-Moulin, Thônex. – 350 Zuschauer. – SR : Grieder. – Satzresultate: 22:25 (21‘), 21:25 (22‘), 18:25 (21‘).

Chênois: Abramov, Fellay, Vieira, Botas Dos Santos, Palharini, Petit, Zaccaria (L); Blazy, Voirol.

Schönenwerd: Hofstede, Giger, Schnider, Richards, Gerber, Hänggi, Heimgartner (L); Lier, L. Dervisaj.